20. Juli 1999

US-Strafzölle gegen EU Produkte

Themen: Archiv — info @ 13:07

Washington (cre-a-m.com) – Nach dem Sieg gegen die EU im Streit um hormonbehandeltes Rindfleisch sind die USA offenbar fest entschlossen die von der Welthandelsorganisation WTO zugestandenen Strafzölle in Höhe von 116,8 Mio US$ pro Jahr gegen die EU zu verhängen.

Jetzt will Washington europäische Produkte wie Roquefort-Käse, Entenleberpastete und Trüffel mit 100%igen Strafzöllen belegen. Das geht aus Mitteilungen des US-Handelsbeauftragten hervor.

Die EU hatte den Import von US-Rindfleisch unterbrunden, weil sie durch die Hormonbehandlung von Masttieren Gesundheitsgefahren für Verbraucher befürchtete.

Die WTO schloß sich dieser Meinung nicht an und sah in dem Importverbot eine illegitime Behinderung des freien Handels.

USA will Genfood-Exporte kennzeichnen

Themen: Archiv — info @ 12:07

Washington (cre-a-m.com) – Die US-Regierung will gentechnisch modifizierte (gm) Lebensmittel beim Export in die EU offenbar doch kennzeichnen. Das geht aus Äußerungen eines Sprechers des US-Landwirtschaftsministeriums hervor.

In den USA selbst müssen gm-Lebensmittel derzeit nicht gekennzeichnet werden. Die Regierungen einiger EU-Mitgliedsstaaten hatten Washington mit einem Importboykott für den Fall gedroht, daß US-gm-Produkte nicht gekennzeichnet würden.

Unterdessen arbeitet die Europäische Kommission selbst fieberhaft an Vorschlägen für eine klare Kennzeichnung gentechnisch modifizierter Organismen (GMO), GMO-haltigen Produkten und deren Handelswegen.

Derzeit wartet die Kommission auf die Positionen der Mitgliedsregierungen zur Änderung der EU-Richtlinie vom 18. Juni 1996.

16. Juli 1999

Öko-Landbau begleitet Rockmusik

Themen: Archiv — info @ 14:07

Dresden (agrar.de) – Auf Deutschlands größtem Schüler-Rockfestival, zu dem heute in Plauen, Dresden und Leipzig 15.000 Schäler erwartet werden, servieren sächsische Öko-Betriebe Brötchen, Würste, Säfte und Gemüse.

Wie Maren Leupelt von der Vereinigung Ökologioscher Landbau (Gäa e.V.) uns mitteilte, eröffnen sich die fünf sächsische Unternehmen C.F. Rolle-Mühle, Wünsches Mühlenbäckerei, Silberthaler Fleischwaren, die Kelterei Walther und die Elbtal Tiefkühlkost GmbH damit neue Absatzwege im wachsenden Öko-Markt.

Das Schüler Rock Open Air bietet von 15 bis 21:30 Uhr Musik von Chart- und Schülerbands, im Rahmenprogramm informiert und unterhält Gäa die Jugendlichen mit Infoständen. Außerdem gibt es ein Wettmelken und Phototermine mit der Öko-Kuh, dem Maskottchen des Bio-Verbandes.

Weitere Informationen:

Maren Leupelt, Gäa e.V. Tel./Fax: 0351-4012389, http://www.gaea.de

EnviroPig – ein Schwein für die Umwelt?

Themen: Archiv — info @ 14:07

Guelph (agrar.de) – Forscher der Universität Guelph (Ontario, Kanada) haben ein transgenes Schwein entwickelt, das weniger Phosphor ausscheidet und damit mögliche Umweltbelastungen durch Schweinegülle für das Grundwasser verhindern soll. Dies berichtet die Zeitschrift ‚Animal Pharm‘.

Bislang sei lediglich ein ‚EnviroPig‘-Schwein geboren, bis zum Ende des Jahres würden weitere fünf Würfe erwartet. Nach Meinung der Forscher können Tiere von der Art des ‚EnviroPig‘ getauften, gentechnisch-veränderten Yorkshire-Ebers den Konflikt zwischen Massentierhaltung und Umweltschutzinteressen entschärfen.

Mitte April wurde der Eber als eines von fünf Ferkeln geboren. Der Muttersau waren gentechnisch-veränderte Embryonen implantiert worden, die ein Phytase-Gen aus dem Escherichia Coli-Bakterium enthalten. Das erfolgreich veränderte Schwein kann nach ersten Untersuchungen den natürlichen Pflanzenphosphor besser verwerten als seine Artgenossen. Dadurch verringert sich die Menge ausgeschiedenen Phosphors und ‚entschärft‘ so die Schweinegülle.

Ein weiterer positiver Aspekt sei, daß Futterzusätze, die bislang den Phosphoraufschluß im Tier ermöglichen, nicht mehr benötigt würden, so Dr. Cecil Forsberg, der das Schwein mit Dr. John Philips und Seguel Golovan entwickelte.

Die Würfe der eingesetzten Sauen seien kleiner und es werde mit einer ‚Erfolgsquote‘ von nur 0,1 Prozent der veränderten Embryonen gerechnet. Auch sei die tägliche Zunahme des ersten EnviroPigs nach dem Absetzen geringer. Dennoch sind die Forscher zuversichtlich, in etwa fünf Jahren die ersten Tiere für den normalen Zuchtbetrieb bereitzustellen.

15. Juli 1999

Kritik an Beendigung des Exportverbots für britisches Rindfleisch

Themen: Archiv — info @ 16:07

Brüssel/Düsseldorf (agrar.de) – Drei Jahren nach dem BSE-Skandal hat die EU-Kommission das Exportverbot für britisches Rindfleisch zum 1. August weitgehend aufgehoben. Nach Ansicht der Kommission seien alle notwendigen Schritte eingeleitet wurden, um sicherzustellen, daß Rindfleisch aus Großbritannien frei von der Hirn- und Nervenkrankheit BSE sei. Zukünftig soll knochenloses Fleisch von Rindern, die nach August 1996 geboren wurden, wieder exportiert werden.

Deutsche Behörden und Verbände sind skeptisch, ob dessen Verzehr wirklich unbedenklich ist. Bundesregierung, Bauernverband und Verbraucher- organisationen waren sich am Mittwoch einig, daß die Aufhebung in jeden Fall zu früh komme.

Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn kritisierte den Entschluß der Kommission scharf:’Großbritannien hatte noch im letzten Jahr über 3000 BSE-Fälle. Ich halte es für unverantwortlich, daß ohne die Einführung eines Schnelltests aus diesem Land jetzt wieder Rindfleisch auf den europäischen Markt verkauft werden darf. Die EU hat selbst vor drei Wochen solche Tests wissenschaftlich anerkannt.‘

Nach Ansicht der Ministerin stünden Wirtschaftsinteressen in der EU nach wie vor höher im Kurs als der Verbraucherschutz. Es dürfe nicht sein, ‚daß die alte EU-Kommission, die so viele Fehler im Verbraucherschutz zu verantworten hat, in den letzten Wochen ihrer Amtszeit jetzt noch schnell Fakten schafft.‘

Die Ministerin verwies darauf, daß in NRW an 5000 Schlachttieren ein in der Schweiz entwickelter und jetzt auch eu-weit anerkannter Test auf BSE durchgeführt worden ist. Dabei wurde kein BSE-Tier entdeckt. Höhn forderte, daß dieser Test in Ländern mit BSE-Fällen durchgeführt werden müsse. Zusätzlich müsse die neue Kommission ein System einführen, daß einen lückenlosen Herkunftsnachweis garantiere.

Auch die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) sprach sich für den Einsatz von Schnelltests aus. Die Übertragungswege von BSE auf den Menschen seien nach wie vor nicht eindeutig geklärt. Den Verbrauchern wurde geraten, beim Fleischkauf auf Waren aus regionaler Produktion zurückzugreifen.

Der Deutsche Bauernverband wies darauf hin, daß der Beschluß der EU-Kommission für die deutschen Verbraucher nicht automatisch bedeute, daß britisches Rindfleisch auf den deutschen Markt gelange. Die Vieh- und Fleischwirtschaft in Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen habe bereits vor der EU-Entscheidung einen Verzicht auf Importe aus Großbritannien vereinbart. Diese Ankündigung werde jetzt umgesetzt.

Grüne Gentechnik auf dem Rückzug?

Themen: Archiv,Gentechnik — info @ 10:07

Frankfurt/Washington (agrar.de) – Der Lebensmittelmarkt reagiert auf die Bedenken der Verbraucher: Nestle nimmt den gentechnisch-verändertem Mais hergestellten Riegel ‚%urlnestle%Butterfinger%/%‘ vom deutschen Markt. Das teilte der Lebensmittelkonzern heute mit. Nestle begründete die Entscheidung mit den niedrigen Umsätzen des Produktes.

Der Lebensmittel-Großhändler ‚Bremke & Hoerster‘ (Famila/Combi) und die Supermarktkette ‚tegut‘ aus Fulda haben bekannt gegeben, gentechnisch-veränderte Produkte aus den Regalen ihrer Filialen zu entfernen. Damit stellen sich erstmalig deutschen Supermarktketten gegen diese Art von Lebensmitteln. ‚tegut‘ erklärte weiter, die Firma verzichte auch bei der Herstellung eigener Produkte auf den Einsatz von Gentechnik.

In Europa haben sich bereits sieben Handelsketten – Sainsbury’s, Marks & Spencer (GB); Superquinn (IR); Carrefour (F); Essulunga (I); Delhaize le Lion (B) und Migros (CH) – zusammengeschlossen, um ihren Kunden ein gentechfreies Sortiment zu garantieren. Insgesamt besitzen sie einen Umsatz von mehr als 200 Milliarden Mark.

USDA will Umweltwirkungen erforschen

Reagiert hat auch das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA). Angesichts der wachsenden Widerstände gegen gentechnisch-veränderte Lebensmittel kündigte der US-Agrarminister Dan Glickman eine Langzeituntersuchung über die Umweltauswirkungen der grünen Gentechnik an. Auch eine Kennzeichnung der Rohstoffe und der veränderten Produkte stellte Gickman in Aussicht.

Zwar sei das Mißtrauen ‚wissenschaftlich unbegründet‘, ohne die Akzeptanz der Verbraucher sei Biotechnologie aber nicht zu machen. Glickman kündigte laut INFOBEAT an, daß regionale Forschungszentren eingerichtet würden und eine unabhängige Kommision von Wissenschaftlern zukünftig den Zulassungsprozess für neue Saatgutsorten begleiten solle.

Amerikanische Forscher glauben, eine Antwort auf Ängste vor gentechnisch-veränderten Nahrungsmitteln gefunden zu haben: Bei Kartoffelpflanzen ist es ihnen gelungen, die veränderten Gene gezielt auf einen Teil der Pflanzen zu beschränken. So produzieren veränderte Gene in den Blättern wertvolle Enzyme für die Industrie, während die Kartoffeln selbst offenbar im natürlichen Zustand bleiben. Andere Pflanzen, besonders Mais, könnten ebenfalls so verändert werden, daß sie in den nichteßbaren Teilen Enzyme produzieren.

Die transgenen ‚Doppel-Nutzpflanzen‘ stellen im Blattwerk Cellulase-Enzyme her, die derzeit – relativ teuer und zeitintensiv – in sogenannten Fermentern hergestellt werden.

Würden Pflanzen als ‚Bioreaktoren“ zur Herstellung genutzt, würde der Preis von 50 bis 250 US-Dollar pro Gramm Enzyme auf weniger als einen Penny pro Gramm sinken, so die Schätzung der Wissenschaftler vom staatlichen Pacific Northwest National Laboratory.

Funke stellt Korrekturen am Agrarhaushalt in Aussicht

Themen: Archiv — info @ 09:07

Hamburg (agrar.de) – Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa ist Landwirtschaftsminister Funke zu Korrekturen der Sparmaßnahmen im Agrarhaushalt bereit.

Die Gesamtsumme der Kürzungen müsse aber unangetastet bleibt. Es bleibe Ziel der Regierung, die Neuverschuldung des Bundeshaushalts um insgesamt 30 Milliarden Mark zu senken, sagte Funke bei einer SPD-Veranstaltung vor rund 500 aufgebrachten Bauern in Unterfranken.

Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Funke, es gebe Spielräume für die Gestaltung, über die auch noch mit dem Bauernverband geredet werde.

12. Juli 1999

Grüne Gentechnik bringt Bauern keinen Profit

Themen: Archiv — info @ 13:07

Washington (agrar.de) – Amerikanische Bauern werden von genetisch- veränderten Pflanzen wahrscheinlich nicht mehr ernten als von traditionellen Sorten. Auch der Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln soll auf Feldern dieser Kulturen nicht gesunken sein.

Dies geht aus einer Studie hervor, die das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA), letzte Woche der Öffentlichkeit vorstellte, berichtet die Zeitschrift ‚New Scientist‘.

Das USDA stellte Daten über Erträge von Mais, Baumwolle und Sojabohnen sowie den Pestizideinsatz aus den Jahren 1997 und 1998 auf transgenen Pflanzen, die entweder resistent gegen verschiedene Insekten (Bt-Pflanzen) oder gegen Herbizide waren, vor.

Die USDA-Mitarbeiter unterteilten die USA für die Berechnungen in verschiedene Regionen. In 7 von 12 Kombinationen von Feldfrüchten und Regionen mußten die Bauern die gleichen Mengen an Pflanzenschutzmitteln für transgene Pflanzen aufwenden wie für konventionell gezüchteten Sorten. In 12 von 18 Kombinationen fielen die Ernten von transgenen Pflanzen nicht höher aus.

Die Studie widerspricht den Angaben verschiedener Hersteller von transgenen Pflanzen, die sagen, ihre Pflanzen würde den Anbauern wegen der höheren Erträge und des reduzierten Pestizideinsatzes mehr Profit bringen.

Die Anbauflächen mit transgene Pflanzen steigen in den USA kontiniuierlich. Veränderte Sojapflanzen wuchsen 1996 in den USA auf 500.000 Hektar, 1999 schon auf über 16 Millionen Hektar. Das ist mehr als die Hälfte der gesamten amerikanischen Soja-Anbaufläche.

Allergien durch „Öko“-Insektizid

Themen: Archiv — info @ 09:07

Washington (agrar.de) – Das Insektizid Bt (Bacillus thuringiensis) steht im Verdacht, allergische Reaktionen auszulösen kann. Das berichten Forscher der University of Cincinnati (USA), die eine erhöhte Bt-Allergie-Sensitivität bei Erntearbeitern festgestellt haben.

Die in der vergangenen Woche veröffentlichte Studie besagt, daß bei Personen, die mit Bt-gespritzen Pflanzen in Berührung kamen, eine erhöhte Allergie-Sensitivität gefunden wurde. Reagierten vor den Ernte nur etwa acht Prozent auf einen Bt-Hauttest, so waren es drei Monate später 70 Prozent. Viele der Probanden hätten auch Antikörper im Blut, die eine beginnende Allergie signalisieren können.

Bestätigt sich dieser Befund, bedeutet dies besonders für die biologische Landwirtschaft eine schlechte Nachricht: Bt wird im Öko-Landbau seit 30 Jahren als einziges Pestizid eingesetzt.

Der Vorteil der Bt-Toxine: Sie schädigen im Vergleich zu chemischen Pflanzenschutzmitteln relativ spezifisch Insekten, galten nach bisherigen Erkenntnissen aber für den Menschen und Säugetiere als ungefährlich. Bacillus thuringiensis ist ein sporenbildendes Bodenbakterium. Seine verschiedenen Stämme bilden parasporale, kristalline Einschlüsse, aus denen im Verdauungstrakt der Insekten tödliche, sogenannten d-Endotoxine, freigesetzt werden.

Mit gentechnischen Methoden wurde mittlerweile zahlreichen Pflanzen – vor allem verschiedenen Maissorten – das Erbmaterial für ein insektizides Bt-Toxin eingesetzt, so daß diese Pflanzen nun selbst Bt-Toxin produzieren und für zahlreiche Schädlinge ungenießbar sind.

Welche Konsequenzen die Erkenntnisse der amerikanischen Forscher für gentechnisch-veränderte Pflanzen haben, ist noch völlig ungeklärt.

Links zum Thema:

Die „Nebenwirkungen“ gentechnisch veränderter Pflanzen (Umweltbundesamt)

Rekombinante Bacillus thuringiensis Toxin Pflanzen in Land- und Forstwirtschaft (Universität für Bodenkultur, Wien)

11. Juli 1999

Saatgut-Treuhand gewinnt Prozeß um Nachbau-Meldepflicht

Themen: Archiv — info @ 10:07

Mannheim (agrar.de) – Bauern müssen den Saatgutzüchtern Auskunft darüber geben, wieviel Saatgut sie aus ihrer eigenen Ernte im nächsten Jahr wieder aussäen. Diese Meinung vertrat die 7. Zivilkammer des Landgerichts Mannheim im bundesweit ersten Prozeß um den Nachbau von Saatgut. Vier Bauern waren von der Saatgut-Treuhandverwaltungs-GmbH (STV) als Vertretung der Saatgutzüchter verklagt worden, weil sie sich weigerten, der STV in einem Fragebogen Auskunft über den Umfang der auf ihren Äckern nachgebauten Früchte zu geben.

Bereits seit 1961 regelt ein internationales Abkommen das geistiges Eigentum an Pflanzen. Mit dem Sortenschutzgesetz von 1985 ging das Abkommen in nationales Recht über. Eine Verschärfung des Gesetzes verpflichtet die Landwirte seit 1997, den Saatgutzüchtern ein ‚angemessenes Entgelt‘, wie es im Gesetz heißt, für nachgebautes Saatgut zu zahlen. Seit 1998 verlangen die Saatguthersteller von den Bauern Lizenzgebühren für nachgebautes Saatgut.

Die vier verklagten Bauern aus dem Hohenlohischen zeigten sich nach Angaben des ‚Mannheimer Morgen‘ enttäuscht über das Urteil und erwägen, beim Oberlandesgericht Karlsruhe in Berufung zu gehen. Zahlreiche ähnliche Verfahren sind auch in anderen Bundesländern anhängig.

‚Ich sehe nicht ein, daß wir für unser nachgebautes Saatgut eine Lizenzgebühr zahlen sollen‘, so einer der Landwirte nach der Urteilsverkündung. „Es geht ums Prinzip. Ein Schwein kann man ja auch nachzüchten und muß keine Lizenzgebühr bezahlen.“ Für seinen 50-Hektar-Betrieb, auf dem er Gerste, Weizen, Raps und Zuckerrüben anbaut, müßte er an die Saatgutzüchter einige hundert Mark Lizenzgebühren zahlen. „Und das wäre vielleicht erst der Anfang“, so der Landwirt.

„Wir freuen uns über das Urteil“, sagte ein Prokurist der Saatguttreuhand. „Für einen durchschnittlichen landwirtschaftlichen Betrieb kostet die jährliche Lizenzgebühr nicht mehr als die Tankfüllung eines Schleppers.“ Seit der Wiedervereinigung, so der STV-Prokurist, sei die Verwendung von zertifiziertem Saatgut in den neuen Ländern drastisch zurückgegangen. Deshalb seien nun die Lizenzeinnahmen nötig, um das Überleben der Saatguthersteller langfristig zu gewährleisten.

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