24. Juni 1999

Catering World: Kritik an Kennzeichnung von Lebensmitteln

Themen: Archiv — info @ 10:06

Frankfurt (agrar.de) – Kritik an der derzeitigen Kennzeichnung von Lebensmitteln hat Heinrich Seul von CREAM Consultants bei der Eröffnung der Catering World ´99 (23.-26.06.1999) in Frankfurt/Main geübt. Hersteller wie Großverbraucher hätten kaum eine Chance, die Gentechnikfreiheit der eigenen Produkte zu überprüfen.

Den Projektleiter Gastronomie der EXPO 2000, Jörg Schwartz, forderte Seul auf, die umweltfreundliche Lebensmittelbeschaffung stärker in das EXPO-Konzept zu integrieren.

Aus der Catering World ´99 präsentieren etwa 200 Aussteller aus 13 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen für die Gemeinschafts- verpflegung. CREAM Consultants präsentiert auf der Messe die Themen ‚Umweltfreundliche Lebensmittelbeschaffung‘ und ‚Novel-Food‘.

Weitere Informationen:

Catering World CREAM Consultants

21. Juni 1999

G-8 beauftragen OECD mit weltweiter Studie zu Gentechnik in Lebensmitteln

Themen: Archiv — info @ 09:06

Köln (agrar.de) – Die Kritik von Frankreichs Staatspräsident Jaques Chirac an der zunehmenden Verwendung gentechnisch hergestellter Rohstoffe in der Lebensmittelindustrie beim Kölner Weltwirtschaftsgipfel (agrar.de Aktuell berichtete) hat offenbar Wirkung gezeigt.

Die Staats- und Regierungschefs der G-8-Staaten haben am Sonntag die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit der Durchführung einer internationalen Untersuchung zu den möglichen Risiken gentechnisch veränderter Nahrungsmittel beauftragt.

Presseberichten zufolge erhofft sich der britische Premierminister Tony Blair durch die Untersuchung mehr Sicherheit für die Verbraucher.

Die Studie soll beim nächsten G-8 Treffen in Okinawa (Japan) im Jahr 2000 vorliegen. (hs)

20. Juni 1999

Chirac gegen Gentechnik in Lebebsmitteln

Themen: Archiv — info @ 15:06

Köln (agrar.de) – Beim Weltwirtschaftsgipfel in Köln, hat sich der französische Staatspräsident Jacques Chirac Chirac am Samstag ablehnend zum vermehrten Einsatz der Gentechnik in der Lebensmittelindustrie geäußert.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Lebensmittelskandale in Belgien forderte Chirac zudem die Einrichtung einer internationalen Kontrollbehörde zur weltweit verstärkten Überwachung von Lebensmitteln.

Den USA warf er vor, kommerzielle Gesichtspunkte vor die öffentliche Gesundheit zu stellen. Dies zeige z.B. die Verfütterung von Hormonen an Masttiere in den USA und Kanada.

Die Kritik Chiracs stieß auf scharfen Widerstand von Bill Clinton. Der empfahl seinen europäischen Kollegen Presseberichten zufolge die Einrichtung einer EU-weiten Arznei- und Lebensmittelkontrollbehörde nach US-Vorbild. (hs)

16. Juni 1999

Sensorbestückte Maschinen – Ernte und Qualitätsanalyse in einem Arbeitsgang

Themen: Archiv — info @ 15:06

Braunschweig (agrar.de) – In der Pflanzenproduktion bahnt sich ein neuer methodischer Ansatz an: Erntemaschinen sollen künftig nicht nur die Pflanzen vom Feld holen, sondern gleichzeitig auf Qualitätsmerkmale und Inhaltsstoffe hin analysieren. Der erste Prototyp eines solchen Gerätes ist jetzt auf der Grundlage von Arbeiten der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) entwickelt worden.

Kernstück der Erntemaschine ist ein optisches Meßgerät, ein sogenanntes NIRS-Dioden-Array-Spektrometer. Dieses ermöglicht es zum Beispiel, den Wassergehalt von Erntegut genau anzugeben. Bislang wurde der Wassergehalt bestimmt, indem man die Wasserabgabe von Substraten in Trockenschränken ermittelte – ein nicht nur langwieriges und energieaufwendiges Verfahren.

Bei dem neuen HighTech-Prototyp handelt es sich um einen Futterpflanzen-Vollernter, der nach Ideen aus dem FAL-Institut für Pflanzenbau und Grünlandwirtschaft von dem dänischen Landmaschinenhersteller Haldrup und der Firma Carl Zeiss Jena gefertigt worden ist. Der in Jena entwickelte Spektralsensor arbeitet extrem schnell, präzise und temperaturstabil. Außerdem ist er – entscheidend für den praktischen Betrieb – vollkommen erschütterungsunempfindlich.

Am 23. Juni 1999 wird der Prototyp mit Namen „NIRS Harvest Line“ auf dem Gelände der FAL in Braunschweig zum ersten Mal vorgestellt. Umrahmt wird die Präsentation von einem Kolloquium, auf dem Forscher aus Australien, den USA und der Braunschweiger FAL über die Anwendung der Nah-Infrarot- Spektroskopie berichten.

Mit der Spektrometer-Technologie sollen künftig auch Mähdrescher bestückt werden, die Getreide und Ölsaaten auf Inhaltsstoffe wie Protein, Stärke und Öl untersuchen können. Damit wird es möglich, Sortenprüfungen oder Düngungsversuche qualitätsorientiert direkt bei der Ernte auszuwerten. Proben könnten ohne zeitliche Verzögerung charakterisiert werden, die kostenträchtige Laboranalyse könnte entfallen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, daß die neue Technologie zu einer erheblichen Kostensenkung bei der Qualitätssicherung im Ackerbau führen kann. Auch bedeute sie einen weiterer Schritt zu einer qualitätsgerechten und umweltverträglichen Pflanzenproduktion.

Höhn: Interesse an ökologisch erzeugten Lebensmitteln ist spürbar gewachsen

Themen: Archiv — info @ 14:06

Düsseldorf (agrar.de) – Eine positive Bilanz der NRW-weiten Aktionstage zum Ökologischen Landbau hat Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn gezogen.

„Die Resonanz hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Das Interesse an kontrolliert ökologisch erzeugten Lebensmitteln ist spürbar gewachsen. Ein Grund dafür ist sicherlich der Wunsch der Konsumentinnen und Konsumenten nach Transparenz bei der Lebensmittelerzeugung. Nicht erst nach dem jüngsten Dioxin-Skandal wollen immer mehr Verbraucher genau wissen, wie ihre Lebensmittel erzeugt werden und woher sie kommen“, so die grüne Ministerin.

Nach Angeben der Veranstalter besuchten über 200.000 Menschen in den vergangenen zwei Wochen Hoffeste, Betriebsführungen, Markt- und Stadtfeste, Ernährungsberatungen, Probe-Essen, Kinderfeste, Podiumsdiskussionen und viele weitere Veranstaltungen.

Landesweit fanden auf Initiative der ökologischen Anbau- und Handelsverbände und des NRW-Landwirtschaftsministeriums über 350 einzelne Veranstaltungen statt.

CREAM Consultants berichten in ZDF-Sendung zur Lebensmittelsicherheit

Themen: Archiv — info @ 12:06

Witzenhausen (agrar.de) – Heute abend wird das ZDF in einem Verbrauchermagazin zum Thema Gentechnik in Lebensmittel und Herkunftssicherheit von Rindfleisch berichten.

Studiogäste sind unter anderem Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke, Peter Heidenberger, Geschäftsführer EDEKA Nord und Heinrich Seul, CREAM Consultants.

Heinrich Seul: „Bei der Analyse von Gentechnik in Lebensmitteln hält die Molekularbiologie noch viele Überraschungen bereit. Industrie und Handel in Deutschland sind darauf nur ungenügend eingestellt.

Bei der Herkunftssicherheit haben es die Verbraucher selbst in der Hand. Unser Rat: weniger und hochwertige Fleischprodukte essen. Bei Biofleisch dürften die Gefahren am geringsten sein, weil hier die Futtermittel vom eigenen Hof stammen müssen.“

Sendertermin: 16.06. ZDF, 22.15: ‚Mit mir nicht‘ mit Maria von Welser

EU-Agrarminister einig über Legebatterien und Öko-Landbau

Themen: Biolandbau,Geflügel — info @ 09:06

Luxemburg (agrar.de) – Die Landwirtschaftminister der EU-Staaten haben sich auf die Abschaffung der Hennenhaltung in Legebatterien geeinigt.

Diese Art der Tierhaltung soll bis zum Jahr 2012 abgeschafft werden, ab 2003 dürfen solche Ställe nicht mehr gebaut werden.

Bis zum Verbot der Käfighaltung soll den Legehennen mehr Platz gewährleistet werden. Zünftig werden mindestens 550 Quadratzentimeter pro Tier vorgeschrieben, zur Zeit sind es 450. Bei der Bodenhaltung dürfen maximal neun Hennen auf einem Quadratmeter gehalten werden.

Außerdem einigten sich die Agrarminister am Dienstag auf EU-weite Standards für die ökologische Landwirtschaft. Chemische Zusätze und die Beimischung gen-technisch veränderter Futtermittel sollen verboten werden, natürliche Medikamente werden in der Tiermedizin den Vorzug erhalten. Die Betriebe sollen Tierfutter weitgehend selbst erzeugen und Bestandsobergrenzen respektieren.

Die einheitlichen Anforderungen sowie Kennzeichnung und Kontrolle sollen in einer Verordnung festgelegt werden und ab Mitte nächsten Jahres gelten.

11. Juni 1999

Schweizer Bauern erhalten Entschädigung für Genmais

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 10:06

Tessin (agrar.de) – Trotz einer Entschädigungszahlung von 700 Schweizer Franken pro Hektar geben Schweizer Bauern offenbar nur zögernd ihre Weigerung auf, auf rund 300 Hektar Agrarflächen angebauten gentechnisch veränderten Mais zu vernichten. Das berichtet die Argauer Zeitung.

Das Bundesamtes für Landwirtschaft in Bern hatte die Vernichtung angeordnet. Bisher haben Landwirte erst 140 Hektar Genmais vernichtet.

Im Tessin weigert sich allerdings ein Landwirt, auf einer Fläche von 6 Hektar angesäten gentechnisch veränderten Mais der Sorte „Benicia“ zu vernichten. Vor Ort soll Benicia-Saatgut für rd. 100 Hektar verlauft worden sein. (hs)

10. Juni 1999

Bonn stoppt belgisches Fleisch

Themen: Archiv — info @ 09:06

Bonn/Brüssel (agrar.de) – Per Eilverordnung hat die Bundesregierung den Verkauf belgischen Hühner-, Rind- und Schweinefleischs in Deutschland verboten.

Das meldete er bayrische Rundfunk am späten Mittwochabend.

Die Europäische Kommission habe der belgischen Regierung vorgeworfen, nicht alle Vorschriften zum Schutz von Lebensmitteln vor dem krebserregenden Dioxin eingehalten zu haben.

Unterdessen vermittelt die belgische Regierung einen immer konfuseren Eindruck. Offenbar war die gestern der Kommission überreichte Liste mit Herstellern von unbedenklichen Produkten nicht vollständig. So wurde der erst gstern wieder freigegebene Verkauf von Hühnerfleisch inzwischen wieder gestoppt. (hs)

09. Juni 1999

Doxinskandal noch nicht unter Kontrolle

Themen: Archiv — info @ 16:06

Staatsanwalt glaubt an vorsätzliche Vergiftung

Witzenhausen (agrar.de) – Die europäische Agrarpolitik hat den Skandal um dioxinversuchte Lebensmittel aus Belgien offenbar noch immer nicht unter Kontrolle.

Die belgische Regierung ist der Aufforderung der EU-Kommission, nach Butter auch andere Milchprodukte aus dem Handel zu nehmen bisher nicht gefolgt. Dieser Schritt werde derzeit noch geprüft, so Belgiens Landwirtschaftsminister Luc Van den Bossche.

Doch auch Stichproben in deutschen Lebensmittelgeschäften zeigen, daß immer noch belgische Ware am Markt ist.

Düsseldorfer Veterinärbeamte warfen deutschen Unternehmen unterdessen vor, ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachzukommen. ZDF-Recherchen zufolge sind in zahlreichen Geschäften belgische Lebensmittel, ohne die zum Verkauf zwingend vorgeschriebenen Unbedenklichkeitsbescheinigungen gefunden worden. „Wir haben Sachen gefunden, die dort nichts mehr zu suchen haben“ so ein Veterinär gegenüber dem ZDF.

In Hessen stellten Lebensmittelkontrolleure allein am heutigen Mittwoch über 70 Tonnen belgische Lebensmittel sicher, davon allein im Landkreis Offenbach 33 Tonnen Schweinefleisch, 3,2 Tonnen Schinken und eine Tonne Flüssigei.

In der Hannoverschen «Neuen Presse» verlangte Niedersachsens Gesundheitsministerin Heidi Merk (SPD) ein lebenslanges Berufsverbot für Lebens- und Futtermittelhersteller, die verseuchte Nahrung auf den Markt bringen.

Das nach Rinderwahn- und Glykol-Skandal immer noch mangelnde Problembewußtsein vieler Verantwortlicher sei ein Skandal kritisierte Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer

Die belgische Staatsanwaltschaft geht inzwischen davon aus, daß die Vergiftung des fraglichen Tierfutters nicht zufällig als Folge eines Lecks in einem Tank mit Schmieröl geschah, sondern gezielt ausgefürt wurde. (hs)

Seiten: 1 2 >>



   (c)1997-2017 @grar.de