18. Mai 1999

Landmaschinen: New Holland kauft Mitbewerber Case

Themen: Archiv — info @ 13:05

Amsterdam (agrar.de) – Der zum italienischen Auto-Konzern Fiat gehörende niederländische Land- und Baumaschinen-Riese New Holland kauft den US-Konkurrenten Case.

Die New Holland NV (Amsterdam) teilte mit, sie werde Case für 4,3 Mrd. Dollar (7,9 Mrd. Mark) übernehmen.

Case setzt mit 17.700 Beschäftigten etwa 6,1 Mrd. Dollar um. Das Unternehmen baut und vertreibt Traktoren und Landmaschinen vor allem in Nordamerika, Osteuropa, Rußland und Lateinamerika. Es ist Marktführer in Europa und Brasilien, aber auch in Afrika, dem Nahen Osten, Japan und Südostasien aktiv. Zu Case gehört auch die österreichische Traktorenfabrik Steyr.

Die neue Firmengruppe wird mit 11,8 Mrd. Dollar Umsatz, 39.000 Mitarbeitern und 11.000 Händlern nach Branchenführer Deere (13,6 Mrd. Dollar) zur Nummer zwei der Branche.

Fiat, Großaktionär bei New Holland, wird zu etwa 70 Prozent an der fusionierten Firma beteiligt sein, die neue Gesellschaft, das vorerst weiter unter dem Namen New Holland firmiert, soll von Case-Chef Jean-Pierre Rosso geführt werden.

Zweifel an EU-„Hormonfleisch“-Gutachten

Themen: Archiv — info @ 09:05

Brüssel, Berlin (agrar.de) – Deutsche Experten äußern sich kritisch zu Aussagen des EU-Wissenschaftskomitees, US-Rindfleisch enthalte krebserregende Hormone.

Prof. Bernd Hoffmann von der Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere der Universität Giessen lehnte gegenüber der „Ärzte Zeitung“ die Bezeichnung „Hormonfleisch“ ab und verwies darauf, daß die in den USA gemästeten Ochsen weit weniger Testosteron im Fleisch hätten als Bullen, die in Deutschland als gewöhnliche Masttiere gehalten würden.

Im Streit zwischen der EU, den USA und Kanada geht es um sechs Hormone: Die natürlichen Hormone 17-ß-Östradiol, Progesteron und Testosteron sowie die synthetischen Hormone Trenbolon, Zeranol und Melengestrol. Außer Melengestrol hat die Codex-Alimentarius-Kommisson, ein gemeinsames Gremium von FAO und WHO, alle fünf Hormone bereits 1995 als gesundheitlich unbedenklich eingestuft.

Daß in dem Gutachten körpereigene Hormone wie 17-ß-Östradiol als krebserzeugend eingestuft worden seien, bezeichnete Hoffmann als nicht nachvollziehbar. Die Hormonmengen seien so gering, daß sie im normalen physiologischen Bereich lägen. Über Melengestrol lägen heute noch keine wissenschaftlichen Daten vor.

Schlicht für falsch hält Prof. Thomas von Holst von der Universitätsfrauenklink Heidelberg die Aussage, 17-ß-Östradiol erzeuge Krebs, so die „Ärzte Zeitung“ weiter.

Auch das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz (BgVV) in Berlin übte Kritik. Man könne die Schlußfolgerungen der EU-Wissenschaftler nicht nachvollziehen. „Hier ist viel Politik im Spiel“ warnte Sprecher Jürgen Kundke.

Eines der wichtigsten Argumente ist für das BgVV, daß erst im Februar 1999 ein Expertenausschuß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen festgestellt hat, man müsse keine Höchstgrenzen für Hormone im Rindfleisch festsetzen. Die gefundene Menge sei viel zu gering. Wenn man die bisher untersuchten US-Proben zugrunde lege, nehme man bei exzessivem Fleischverzehr etwa 30 bis 50 Nanogramm Östrogene pro Tag auf. Dies sei aber nur ein bis zwei Prozent von 3000 ng Östradiol, das eine 60 kg schwere Frau täglich mit der Pille schlucken dürfe.

Weitere Informationen: Ärztezeitung

15. Mai 1999

EU-Agrarminister beraten Handelskonflikt

Themen: Archiv — info @ 14:05

Hormonfleisch: Herkunft oder Inhalte kennzeichnen?

Der EU-Agrarministerrat berät heute über den Handelskonflikt mit den USA um die Einfuhr von Hormon-behandeltem Rindfleisch.

Der Rat erwarte weitere EU-Berichte zu wissenschaftlichen Analysen über die Wirkung von Hormonfleisch, sagte der österreichische Landwirtschaftsminister Molterer dem ORF. Er plädierte dafür, die bisherige Linie beizubehalten und das Importverbot nicht aufzuheben. Es gebe vermehrt Hinweise auf Risiken.

Die Vereinigten Staaten wollen bei der Welthandels-Organisation (WTO) in Genf Strafzölle in Höhe von gut 200 Millionen US-Dollar gegen die EU beantragen.

Auch Kanada will nun Produkte aus der EU mit Strafzöllen belegen. Von den kanadischen Strafzöllen (im Gespräch sind 70 Mill. kanadischen Dollar, etwa 90 Mill. DM) sollen z.B. Fleischwaren, Mineralwasser, Gebäck, Süßigkeiten und Marmeladen betroffen sein.

Greg Mastel, Vizepräsident des Instituts für Programmplanung und Organisation für Wirtschaftsstrategien in Washington, bezeichnete laut Fuldaer Zeitung den aktuellen Rindfleisch-Handelskonflikt als ‚von der Presse hochgespielt‘ und empfahl, man solle die entsprechenden Produkte kennzeichnen und ‚dem Verbraucher überlassen, was er konsumieren möchte.‘

Mastel referierte im Rahmen einer Veranstaltung der ‚German-American Business and Cultural Association‘ über die aktuelle Situation der Welthandelsorganisation WTO und den möglichen Beitritt Chinas.

Bislang wird eine Kennzeichnung als ‚Hormonfleisch‘, wie sie von Seiten der EU gefordert wird, jedoch von den USA strikt abgelehnt. Ein Kompromiss könnte in der Deklaration des Ursprungslandes liegen, der die USA eher zustimmen könnten.

12. Mai 1999

Aktionstage Öko-Landbau in NRW

Themen: Archiv — info @ 16:05

Düsseldorf (agrar.de) – Auf Initiative des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft (MURL), der ökologischen Anbauverbände in NRW und der Bundesverbände Naturkost Naturwaren (BNN) finden zwischen dem 29.Mai und 13.Juni erstmals in Nordrhein-Westfalen die „Aktionstage Öko-Landbau“ statt.

Rund 300 Veranstaltungen in allen Regionen des Bundeslandes informieren über ökologisch erzeugte Lebensmittel. Über 100 Bio-Betriebe und ebensoviele Naturkostfachgeschäfte beteiligen sich an der Kampagne, die am 29.Mai in Köln durch Landwirtschaftministerin Bärbel Höhn eröffnet werden soll.

Weitere Großveranstaltungen finden in Mönchengladbach (05.06.), Senden (03.-06.06.), Bielefeld (05.06.), Düsseldorf (06.06.), Velbert (06.06.) und Münster (12.06.) statt.

Aktuelle Informationen zu den Aktionstage Öko-Landbau sind auch im Internet unter http://www.oekolandbau-nrw.de verfügbar.

Weitere Informationen: Maternus Thöne, Redaktionsbüro tk-script, Tel.: 0228-692447 oder 0241-502606

Industrie warnt vor Eskalation im Hormon-Streit

Themen: Archiv — info @ 13:05

Funke sieht wenig Chancen für komplettes Einfuhrverbot

Brüssel (agrar.de) – Der Dacherverband der Europäischen Industrie (Unice) hat vor einer neuen Eskalation in den Handelsbeziehungen EU/USA im Zusammenhang mit dem Importverbot für Fleisch hormonbehandelter Rinder aus den USA gewarnt.

Auch die Vereinigung der EU-Nahrungsmittelindustrie (CIAA) wendete sich gegen jede Lösungsmöglichkeit, die Unternehmen treffen würde, die mit dem eigentlichen Konflikt nichts zu tun hätten. Die CIAA appelliert an die EU, die Ausarbeitung eines angemessenen Etiketiierungssystems für Hormonfleisch sofort in Angriff zu nehmen. Durch ausreichende Information und eine strenge Kontrolle sollte der Verbraucher die Möglichkeit erhalten, im eigenen Ermessen seine Wahl zu treffen, bis die Risikosanalyse abgeschlossen sei.

Die Vereinigten Staaten haben unterdessen ihre bislang unnachgiebige Haltung im transatlantischen Streit bekräftigt.

In EU-Kommissionskreisen wird damit gerechnet, daß der Umfang der Sanktionen bei 500 Millionen Dollar liegt. Laut Agentur afp will Washington sogar eine Sanktionsliste im Wert von rund 1,6 Milliarden Mark vorlegen, die Mitte Juli in Kraft treten soll, falls die EU die Aufhebung des Importverbots nicht bis zum 13. Mai vornimmt.

Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke rechnet damit, daß die EU – langfristig gesehen – die Grenzen öffnen muß. Zwar werde die EU auf eine eindeutige Kennzeichnung bestehen, alles andere sei auf Dauer aber nicht durchzuhalten. Funke (SPD) bezweifelt, daß die Europäer in der Welthandelsorganisation (WTO) eine Mehrheit für ein striktes Einfuhrverbot finden können.

Verbraucherschutz: Gütesiegel unter der Lupe

Themen: Archiv — info @ 12:05

Düsseldorf (agrar.de) – Viele Auszeichnungen werden für Lebensmittel vergeben, darunter auch irreführende. Darauf weist die nordrhein-westfälische Verbraucherzentrale hin. In einer neuen, 45 Seiten langen Broschüre stellen die Verbraucherschützer rund zwei Dutzend dieser Plaketten vor.

Marken und Siegel sollen nicht nur Qualität versprechen, sondern auch über Herkunft oder Gesundheitsaspekte Auskunft geben. „Mitunter entpuppen sich die Auszeichnungen auch als Blendwerk, wenn nur die attraktive Seite des Produkts herausgestellt wird“, so die Verbraucherschützer bei der Vorstellung der Fibel in Düsseldorf.

Öko-Label wie Demeter, Öko-Landbau oder Biopark seien eine „echte Einkaufshilfe“ für alle, die ökologisch erzeugte Lebensmittel kaufen wollten, heißt es im Ratgeber. Andere „Qualitäts-Siegel“ verweisen dagegen oft nur die Herkunft, nicht aber auf eine nachhaltige Produktionsweise.

Zu erwerben ist die Broschüre „Marken, Zeichen, Siegel & Co – Auszeichnung von Lebensmitteln“, für 8,50 Mark bei der Verbraucher-Zentrale NRW, Adersstr. 78, 40215 Düsseldorf.

05. Mai 1999

Bundestag billigt Agrarhaushalt ´99

Themen: Archiv — info @ 14:05

Bonn (agrar.de) – Gegen die Stimmen der Opposition hat der Bundestag am gestrigen Abend den Agrarhaushalt für 1999 gebilligt. Die rot-grüne Koalition setzte damit einen im Vergleich zum Vorjahr leicht gekürzten Etat durch. Er beträgt voraussichtlich etwa 11,5 Milliarden Mark.

Die CDU/CSU Fraktion versuchte vergeblich, die Belastungen der Landwirte durch die Einführung der Ökosteuer durch einen höheren staatlichen Zuschuß zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung auszugleichen.

EU-Einfuhrverbot für Hormonfleisch bestätigt

Themen: Archiv — info @ 13:05

Brüssel, Straßburg, Bern (agrar.de) – Die EU-Kommission hat die Aufhebung des Einfuhrverbots für hormon-behandeltes Rindfleich aus den USA und Kanada ausgeschlossen.

Grundlage für diese Entscheidung sind neue Gutachten über die gesundheitlichen Risiken des Verzehrs. Die Kommission kritisierte die USA für die Verharmlosung der Gefahren, vor allem des als krebserzeugend geltenden Hormons 17-Beta-Östradiol.

Nach Angaben des EU-Veterinärkomitees sei 17-Beta-Östradiol als karzinogen einzustufen. Es sei tumorauslösend und tumorfördernd. Selbst von kleinen Dosen gehe ein Krebsrisiko aus.

Die USA sehen im Importverbot eine Benachteiligung ihrer Züchter und bezeichnen die neuen berichte über Gefahren durch Wachstumsbeschleuniger als „irreführend“. Sie drohen mit drastischen Strafzöllen für EU-Produkte. Den amerikanischen Rinderhaltern entgehen nach Angaben des dortigen Landwirtschaftsministeriums jährlich etwa 100 Millionen US-Dollar an Exporterlösen.

Die Welthandelsorganisation (WTO) entschied in der Vergangenheit bereits zweimal gegen die Vorbehalte der EU, da keine gesicherten Erkenntnisse über Gesundheitsgefahren nachgewiesen wurden. Die EU muß nach dem Urteil der WTO den Importstopp bis zum 13. Mai aufheben.

Inzwischen hat auch die Schweizer Kleinbauernvereinigung einen Importstopp für US-Rindfleisch für die Schweiz gefordert. Das im Fleisch entdeckte Wachstumshormon sei auch in der Schweiz verboten, so die Begründung.

Das Bundesamt für Aussenwirtschaft der Schweiz betonte, ein Importverbot sei gemäß WTO-Regeln erst dann möglich, wenn sich der Nachweis der Schädlichkeit für die Gesundheit erbringen lasse. Dies sei bis jetzt nicht geschehen. Zur Zeit werde eine Verordnung erarbeitet, welche eine Deklarationspflicht für hormonbehandeltes Fleisch vorsehe. Die Verordnung muß vom Bundesrat beschlossen werden und soll bis Ende des Jahres in Kraft treten.

Eine Deklarationspflicht wird aber von den USA strikt abgelehnt.

Neuer BSE-Fall in Frankreich

Themen: Archiv — info @ 10:05

Paris (agrar.de) -In Frankreich ist offenbar ein neuer BSE-Fall bekanntgeworden. Das berichtet das Düsseldorfer „Handelsblatt“ unter Berufung auf das französische Landwirtschaftsministeriums.

Demzufolge wurde der gesamte betroffene Viehbestand (75 Tiere) in dem das im Dezember 1993 im Departement Orne geborene Tier lebte notgeschlachtet und die Kadaver verbrannt.

Damit erhöht sich die Zahl der seit Jahresbeginn in Frankreich entdeckten BSE-Fälle auf neun bzw. auf 58 Fälle seit dem Tiermehlverbot von 1990.

Drastische Maßnahmen gegen „Killer-Virus“ in Malaysia

Themen: Archiv — info @ 10:05

Kuala Lumpur, Malaysia (agrar.de) – Der scheinbar durch Schweine übertragene Virus, der bereits über 100 Menschen das Leben kostete, veranlaßt die Behörden zu drastischen Maßnahmen. Viele Schweinebetriebe wurden mittlerweile geschlossen, annähernd 1 Million Tiere mußten notgeschlachtet werden.

Etwa 500 aufgebrachte Farmer protestierten mit schwarzen Armbinden in Kuala Lumpur und forderten höhere Entschädigungen für die gekeulten Tiere.

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