27. Mai 1999

Schweiz: Deklarationsnormen für GVO-haltige Futtermittel umstritten

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 15:05

Bern (agrar.de) – In der Schweiz gelten Futtermittel mit einer Verunreinigung durch gentechnisch veränderte Organismen (GVO) bis zu drei Prozent als gentechfrei. Gemäss einer vom Schweizer Bundesrat am Mittwoch erlassenen Verordnung sind gentechnisch veränderte Futtermittel für die Landwirtschaft zudem deklarations- pflichtig, wie das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) mitteilte.

Bei Mischfuttermittel wurde der Toleranzwert für GVO mit zwei Prozent etwas tiefer festgelegt. Die neuen Werte berücksichtigten, dass beim Transport und bei der Fabrikation von Futtermitteln Unreinheiten entstehen könnten, die unvermeidbar seien, schreibt das Departement.

Bei Lebensmitteln ist ein GVO-Toleranzwert von einem Prozent vorgesehen. Die entsprechende Verordnung liegt laut Auskunft des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) derzeit zur Entscheidung beim Bundesrat.

Die Vereinigung zum Schutz der kleinen und mittleren Bauern (VKMB) kritisierte den höheren GVO-Toleranzwert für Futtermittel als nicht begründbar. Die Möglichkeiten einer Verunreinigung seien bei Lebensmitteln und Futtermitteln dieselben. Der Entscheid des Bundesrates sei ein Zugeständnis an den Futtermittelhandel, der bisher zu wenig für die Sicherstellung der Beschaffung von gentechfreien Materialien unternommen habe.




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