27. Mai 1999

Gen-Mais: Novartis verzichtet auf Bt-176-Sorten

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 12:05

Bonn (agrar.de) – Das Schweizer Unternehmen Novartis hat dem Bundesgesund- heitsministerium nach Berichten der Frankfurter Rundschau zugesagt, künftig auf den Einsatz bestimmter Gen-Maissorten in Deutschland zu verzichten. Es handelt sich dabei um sog. Bt-176-Mais, der in Deutschland in diesem Jahr bereits auf etwa 500 Hektar gesät wurde.

Außer in Deutschland, Portugal und Spanien ist die Maissorte in der Europäischen Union für den kommerziellen Anbau nicht zugelassen.

Das Problem sind bei diesem Mais die Gene, die Pflanzen eine Unempfindlichkeit gegen Antibiotika verleihen. Antibiotikaresistenzen dienen in den Entwicklungslabors als ‚Marker‘ (Markierungsstoffe), um erfolgreich manipulierte Pflanzen von nichtveränderten zu unterscheiden.

Kritiker befürchten, daß Antibiotika als Medikamente bei Menschen versagen könnten, wenn diese Gene über die Nahrung aufgenommen werden.

Das EU-Parlament fordert ein Verbot solcher Gene. In Deutschland hatte sich die Genehmigungsbehörde, das Robert-Koch-Institut, kritisch zu diesen Resistenzen geäußert und die Verwendung anderer Marker empfohlen.

Novartis erwägt, die umstrittene Maissorte durch den neuen Bt-11-Mais zu ersetzen, der keine Antibiotikaresistenzen mehr enthalten soll. Bt-11-Mais ist von der EU noch nicht zugelassen.




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