21. Mai 1999

DBV zum Streit um Hormonfleisch: „EU muß hart bleiben

Themen: Archiv — info @ 16:05

Bonn (DBV, agrar.de) – Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, hat das Importverbot für Fleisch von Rindern aus den USA, die mit Hormonen gemästet wurden, verteidigt. ‚Diese harte Haltung ist konsequent und entspricht auch der Grundhaltung unserer Verbraucher‘, betonte Born vor Journalisten. Der Markt müsse die Kunden- und Verbraucherwünsche berücksichtigen und nicht umgekehrt.

Der DBV-Generalsekretär wies auf wissenschaftliche Zwischenberichte der EU hin, nach denen in den USA sehr sorglos mit Hormonen in der Tierhaltung umgegangen werde. Auch sei die Zulassung dieser Masthilfemittel nicht unter heutigen wissenschaftlichen Standards erfolgt. Vor diesem Hintergrund handle es sich bei dem Importverbot nicht um eine protektionistische Handelsbarriere der EU, sondern um vorsorgenden Verbraucher- und Gesundheitsschutz, den der landwirtschaftliche Berufsstand immer mitgetragen habe.

Bei der Höhe ihrer Strafzölle rechneten die USA mit Luftnummern, beklagte Born weiter. Als Beleg dafür führte er an, daß die ursprünglich angedrohten Strafzölle in Höhe von 1,6 Milliarden D-Mark nach und nach auf circa 202 Millionen Dollar gesenkt wurden. Die EU selber gehe von ca. 90 Millionen Dollar Schaden aus.

Den USA warf der DBV-Generalsekretär weiter vor, mit ungleichen Maßstäben zu messen. ‚Seit 30 Jahren darf kein deutsches Fleisch, keine deutsche Wurst, kein deutscher Schinken in den USA eingeführt werden, weil sie angeblich ein Tierseuchenrisiko für die USA darstellen‘. Hier erwarte man ein härteres Vorgehen der EU.




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