29. April 1999

Einfuhrverbot für US-Rindfleisch

Themen: Archiv — info @ 14:04

Brüssel (agrar.de) – Rindfleisch aus den Vereinigten Staaten darf vom 15. Juni an nicht mehr in die Europäische Union eingeführt werden. Das hat die EU-Kommission beschlossen.

Bei Kontrollen waren Rückstände von Hormonen in Fleisch gefunden worden. Seit 1989 gilt ein Einfuhrverbot für hormonbehandeltes Rindfleisch in die EU, der Verzehr dieses Fleisches gilt als gesundheitliches Risiko. Die EU führt jährlich etwa 7 000 Tonnen Rindfleisch aus den USA im Wert von knapp 36 Millionen Mark ein.

Der Entschluß der Kommission dürfte einen weiteren, negativen Einfluß auf die Handelsbeziehungen haben. Sie sind bereits durch den Streit um die Bananenmarktordnung der EU, die die USA als protektionistisch ablehnt, bereits belastet.

EU-Kommission legt Haushaltsvorentwurf für das Jahr 2000 vor

Themen: Archiv — info @ 12:04

Brüssel (agrar.de) Die EU-Kommission hat dem Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedsregierungen den Haushalt für das Jahr 2000 vorgestellt. Geplant ist eine Senkung der Ausgaben im Vergleich zu diesem Jahr um etwa vier Prozent auf 92,7 Milliarden Euro (181 Milliarden Mark).

Größter Einzelposten ist mit 40,9 Milliarden Euro (80 Milliarden Mark) der Agrarhaushalt, der gegenüber dem laufenden Jahr um ein Prozent steigt. (37,314 Mrd EUR für Einkommensbeihilfen und Marktstützung, 3,587 Mrd EUR für die Entwicklung des ländlichen Raums) Für die Strukturfonds sieht die Kommission 30,019 Mrd EUR und für den Kohäsionsfonds von 2,659 Mrd EUR vor. Dies entspricht der von den Staats- und Regierungschefs in Berlin festgelegten Obergrenze.

Der Haushalt muß von den 15 Regierungen und dem Europaparlament gebilligt werden. Die ersten Beratungen dazu finden vermutlich im Juli statt, die erste Lesung im Parlament ist für Oktober angesetzt.

27. April 1999

Novartis verkauft Reformhausmarken Eden und Granovita

Themen: Archiv — info @ 16:04

Basel/Hamburg (agrar.de) – Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat die Eden-Werke Fulda an die De-Vau-Ge Gesundkostwerk GmbH in Lüneburg verkauft.

Damit gibt Novartis seine traditionsreiche Reformkostmarken Eden und Granovita ab.

Im Bereich Consumer Health will sich Novartis jetzt auf seine Kernmarken und den Bereich Functional Food konzentrieren.

Die Behörden müssen dem Verkauf noch zustimmen, der Kaufpreis wurde zunächst nicht bekannt. Alle Mitarbeiter sollen übernommen werden.

Vor allem mit Margarine, Fruchtsäften, Marmeladen und Sojaprodukten gilt Eden seit über 40 Jahren als deutscher Marktführer im Reformhaussektor.

Die Vau-De-Ge gehört mit über 500 Mitarbeitern und einem Umsatz von 210 Millionen Mark (1998) zu den größten deutschen Herstellern von Reformhauskost und Anbietern von Cerealien im Lebensmitteleinzelhandel.

Gesellschafter ist Informationen des Hamburger Abendblattes zufolge auch der Hamburger Verein der Siebenten-Tag-Adventisten.

Schwäbische Alp soll Schutzgebiet werden

Themen: Archiv — info @ 15:04

Stuttgart (agrar.de) – – Auf der Schwäbischen Alp soll offenbar ein großes Naturschutzgebiet entstehen. Das berichten die Stuttgarter Nachrichten. Uneinigkeit herrsche noch darüber, in welche Schutzkategorie das Gebiet künftig fallen soll.

So favorisiere der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ein Biosphärenreservat vom Albtrauf als unberührte Kernzone bis zu den Albhängen zur Donau hin. Insgesamt rund 90% sollen Landschaftsschutzgebieten gleichgestellt werden.

Für den Schwäbische Albverein reicht dagegen ein Naturpark, denn für ein Biospährenreservat fehlten in Baden-Württemberg die gesetzlichen Voraussetzungen.

Das Kabinett von Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) will nun nach der parlamentarischen Sommerpause entscheiden.

23. April 1999

Agenda 2000 kostet Deutschlands Bauern 5%

Themen: Archiv — info @ 16:04

Bonn (agrar.de) – Nach Umsetzung der Beschlüsse zur Agenda 2000 müssen Deutschlands Bauern mit durchschnittlich 5% weniger Einkommen rechnen.

Das geht aus einem am Morgen in Bonn veröffentlichten Berechnungen der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft hervor.

Trotz der Einbußen ist das Bundeslandwirtschaftsministerium zufrieden. Die ursprünglichen Vorschläge der Europäischen Kommission hätten zu Einkommensverlusten von bis zu 11% geführt.

Zwar treffen die Rückgänge die verschiedenen Betriebsformen sehr unterschiedlich. Nach vollständiger Umsetzung der Agenda 2000 ab dem Wirtschaftsjahr 2005/2006 müssen jedoch Milch- und Futterbaubetriebe mit Verlusten von bis zu 12% rechnen. Dann nämlich tritt die Reform des Milchmarktes inkraft.

21. April 1999

Neuer Streit um Nationalpark Elbtalaue

Themen: Archiv — info @ 15:04

Hannover (agrar.de) –Das Niedersächsische Umweltministerium hat Beschwerde gegen die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes (OVG) Lüneburg eingelegt, keine Revision im Falle des im Februar für nichtig erklärten Nationalpark Elbtalaue zuzulassen.

Nach Auffassung des Gerichts erfüllt das Gebiet nicht die Grundvoraussetzung für einen Nationalpark, wonach ein solcher nur in einem nicht oder nur wenig vom Menschen beeinflußten Gebiet entstehen kann.

Mit dieser Begründung könne nirgends in Europa ein Nationalpark eingerichtet werden, zitiert die Hannoversche Allgemeine Zeitung eine Sprecherin. Trotz dieses Urteils will Umweltminister Jüttner die Verordnungen für die Nationalparks Wattenmeer und Harz als Gesetzentwürfe im Mai dem Niedersächsischen Landtag vorlegen.

Agrar-Umweltaspekte beeinflussen Weltmarktpreise

Themen: Archiv — info @ 15:04

Paris (agrar.de) ­ Agrar-Umweltaspekte werden die zukünftige Entwicklung der Weltmarktpreise stärker mitbestimmen als bisher.

Diese Auffassung vertraten Agrar-Experten der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bei der Vorlage ihres neuesten Agrarberichtes.

Demnach werden die Weltmarktpreise für Agrarprodukte drastisch und dauerhaft fallen. Mancherorts hätten sie schon jetzt den tiefsten Stand seit den 50er Jahren erreicht.

Auslöser seien zum einen die Konjunkturkrisen in Asien, Rußland und Lateinamerika. Zum anderen hätten hohe Preise und massive Agrarsubventionen die Produktion angekurbelt, während gleichzeitig wichtige Nachfrage- und Exportmärkte geschrumpft seien. Daher werde auch in den kommenden 2-3 Jahren das Angebot die schwache Nachfrage bei weitem übertreffen.

Den Wiederanstieg der Preise, so die OECD-Experten, werde zudem künftig immer stärker von der Besorgnis der Verbraucher um Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln (BSE; Gentechnik) sowie den negativen Umweltfolgen ihrer Produktion gedämpft werden.

Dies werde zu neuen Regulierungstendenzen und Verzerrungen im Agrarhandel führen.

20. April 1999

Europas Landwirte verlieren Einkommen

Themen: Archiv — info @ 14:04

Luxemburg (agrar.de) – Das Einkommen der Landwirte in der EU ist 1998 um durchschnittlich 3,9% gesunken (Eurozone 2,7%). Das teilt das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften in Luxemburg mit.

Dabei treten allerdings erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten auf.

Zuwächsen in Luxemburg (2,1%), Schweden (1,1%) und Deutschland (1,0%) stehen Einbussen in Dänemark (-18,0%), Großbritannien (-16,3%), Portugal (-12,1%) und den Niederlanden (-11,7%) gegenüber.

Grund für die Einbussen waren sinkende Erzeugerpreise, insbesondere für Tiere (Schweine bis zu -27,1%). Zudem seien die Subventionen im Vergleich zum Vorjahr um weitere 6,4% gesunken.

Der durchschnittliche Einkommensrückgang von 2,6% zwischen 1997 und 1998 komme allerdings nach drei Jahren erheblicher Zuwächse.

Das jetzt erreichte Niveau liege in der EU real um etwa 12%, für die Eurozone sogar um 16,6% über dem Durchschnitt der Jahre 1990-1991.

Näheres: EUROSTAT, Batiment Jean Monnet, L-2920 Luxemburg Tel: +352-4301-33444, -33496 Fax: +352-4301-35349

Jahr-2000-Problem bedroht Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 09:04

Rom (agrar.de) – Das Jahr-2000-Problem stellt nach Einschätzung der Welternährungsorganisation (FAO) eine Gefahr für die internationale Agrarproduktion dar.

Die Computer-Abhängigkeit der Landwirtschaft sei bislang viel zu wenig beachtet worden, hieß es in einer Mitteilung der FAO. „Das Jahr-2000-Problem betrifft nahezu alle für die Landwirtschaft notwendigen Angebots- und Dienstleistungen“.

Das Jahr-2000-Problem betreffe nahezu alle Bereiche der Agrarproduktion, von der Vermarktung bis hin zu den computergestützten Marktinformationssystemen. Zu Störungen könne es auch bei Saatgut-, Düngemittel- und Ersatzteillieferungen sowie bei der Bewässerung und der Stromversorgung kommen.

Besonders gefährdet seien Länder, die auf Exporte angewiesen seien, um Devisen zu erwirtschaften. Aber auch die von Einfuhren und Nahrungsmittelhilfe abhängigen Staaten könnten die Umstellungsprobleme deutlich zu spüren bekommen.

Bauern, Händler und Regierungen tauschen mittlerweile weltweit Informationen über Wetter, Preise und Transport via Telekommunikation aus, betonte die FAO. Besonders anfällig seien die computergestützten Telefonvermittlungssysteme.

Die FAO rief Regierungen, Industrie und Bauern dazu auf, das Jahr-2000-Problem stärker zu beachten und entsprechende Mittel bereitzustellen. Unter anderem müsse zunächst ermittelt werden, wo es zu Zusammenbrüchen und Engpässen kommen könne und welcher Aufwand erforderlich sei, um dies zu verhindern.

Dazu müßten Vorsorgepläne entwickelt sowie Prioritäten und klare Zuständigkeiten festgelegt werden.

Näheres: http://www.fao.org/news/1999/990302-e.htm

18. April 1999

Gravierende Mängel bei BSE-Kontrollen

Themen: Archiv — info @ 14:04

Straßburg (agrar.de) – Gravierende Mängel bei der Umsetzung der Vorschriften zum Umgang mit der Rinderseuche BSE hat das Europäische Parlament den EU-Mitgliedsstaaten vorgeworfen.

In einem am Freitag in Straßburg verabschiedeten BSE-Nachfolgebericht kritisieren die Parlamentarier die Mitgliedsstaaten wegen mangelhafter Kontrollen und Inspektionen und eine zum Teil völlig desolate Zusammenarbeit mit den zuständigen Lebensmittel- und Veterinärbehörden sowie der Europäischen Kommission.

Der starke Anstieg von BSE-Fällen in Portugal sowie die Resultate der Kontrollbesuche in Irland sei besorgniserregend.

Wegen Verstößen gegen die 1996 erlassenen Gemeinschaftsvorschriften zu BSE hat die Kommission jetzt gegen 13 Mitgliedsstaaten Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.

Positiv bewertet das Europa-Parlament offenbar den BSE-Schnelldiagnosetest, die BSE bei Rindern unmittelbar nachweisen sollen. Die Kommission wurde deshalb zu einer zügigen Freigabe der Tests aufgefordert.

Zudem hält das Parlament eine flächendeckende Prüfung von Futtermitteln und Tiermehl für notwendig.

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