04. März 1999

Niedersachsen will Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes

Themen: Archiv — info @ 14:03

Hannover (agrar.de) – Nach ihrer Niederlage bei der Errichtung des Nationalparks Elbtalaue, wollen die niedersächsische Landesregierung und die Landtagsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen jetzt auf eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNG) drängen.

Nach Willen von Umweltminister Wolfgang Jüttner und dem Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Sigmar Gabriel, sollen Nationalparkverordnungen künftig Gesetzesstatus erhalten.

Auch die bereits bestehenden niedersächsischen Nationalparke Wattenmeer und Harz sollen so besser vor Klagen geschützt werden.

Nach der Klage eines Landwirten aus dem Elbtal hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die Verordnung zur Errichtung des Nationalparks Elbtalaue Ende Februar für unwirksam erklärt (agrar.de Aktuell berichtete).

Nach Auffassung der Richter fehlten die zur Errichtung notwendigen Voraussetzung, wonach ich ein solches Gebiet in einem vom „Menschen nicht oder wenig beeinflußten Zustand“ befinden muß.

Jüttner und Gabriel wollen nun eine Abänderung der entsprechenden Definition im BNG. Zu Nationalparks sollen demnach künftig auch Gebiete erklärt werden können, die sich in einem „vom Menschen „wenig beeinflußten Zustand befinden oder in einen solchen Zustand entwickelt werden können“.

Die Politiker betonten, die verantwortliche politische Gestaltung durch Parlamente und Regierungen müsse Vorrang vor der Klagetätigkeit einzelner behalten. Alle drei Gesetzesvorhaben (Wattenmeer, Harz, Elbtalaue Anm.d.Red.) würden auch von den Grünen mitgetragen.

Schering hält 24% an Aventis Agrochemie

Themen: Archiv — info @ 12:03

Frankfurt a.M. (agrar.de) -Die direkte Beteiligung der Berliner Schering AG am künftigen Gemeinschaftsunternehmen der Hoechst AG und von Rhône-Poulenc ist perfekt.

Schering wird künftig 24% von Aventis CropScience (Lyon) halten und mit Sitz und Stimme im Aufsichtsrat vertreten sein.

Hauptaktionär ist mit einem Anteil von 76% Aventis (Straßburg), zu gleichen Teilen in Besitz von Hoechst und Rhône-Poulenc. Der Jahresumsatz liegt bei rund 20 Mrd. US$. Etwas 25% entfallen auf die Agrarsparte.

Indirekt war Schering bereits über die AgrEvo, ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Höchst AG (40:60) beteiligt. Diese soll Mitte des Jahres mit Rhône-Poulenc Agro fusionieren.

Die jetzt beschlossene Fusion zur Aventis CropScience eröffne für den Bereich Foschung völlig neue Dimensionen, so Schering-Vizechef Klaus Pohle. In Sachen Pflanzenschutz und Pflanzenproduktion werden Aventis nunmehr das weltweit führende Unternehmen.

03. März 1999

Aventis: neuer Agrarchemiegigant mit Schering

Themen: Archiv — info @ 11:03

Paris (agrar.de) – Die Verhandlungen über die geplante Fusion der Agrarchemiebereiche der Chemiekonzerne Rhone-Poulenc (Frankreich), der Hoechst AG (Frankfurt)und der Schering AG (Berlin) zur Aventis Crop Protection stehen offenbar kurz vor dem Abschluß.

Das berichtet das Wall Street Journal Europe.

Dabei will Schering offenbar jetzt eine größere Beteiligung als bisher geplant. Bisher wäre Schering über seinen 40%-Anteil an der Hoechst-Tochter AgrEvo an Aventis beteiligt. Jetzt geht es offenbar um eine direkte Minderheitsbeteiligung von bis zu 25%.

Einem Unternehmenssprecher zufolge will sich die Schering AG möglicherweise noch heute zu einer Einigung über seine Aventis-Beteiligung äußern.

01. März 1999

BSE: NRW beginnt mit Schnelltests

Themen: Archiv — info @ 15:03

Düsseldorf (agrar.de) – Auf Anordnung von Umweltministerin Bärbel Höhn (B90-Grüne) werden ab Dienstag mit einem bisher in der EU nicht zugelassenen 24-Stunden-Schnelltest der Schweizer Firma Prionics zunächst 5000 Rinder auf eine BSE-Infektion untersucht.

Die Schlachtkörper werden zusätzlich mit dem von der EU zugelassenen Verfahren untersucht, das jedoch mehrere Tage dauert. Mit dem Schnelltest läßt sich eine Infektion bereits vor Erscheinen der ersten Krankheitssymptome diagnostizieren.

Höhn will mit dieser nicht unumstrittenen Aktion „im Sinne des vorbeugenden „Verbraucherschutzes“ die Mitgliedstaaten der EU dazu bewegen, ähnliche Tests durchzuführen, besonders, da noch in diesem Jahr das Exportverbot für britische Rinder gelockert werden soll.

Da Deutschland bislang als BSE-frei gilt, rechnet Höhn nicht damit, daß BSE-infizierte Schlachtrinder gefunden werden.

EU-Beitritt: Landwirtschaftspolitik ist Schlußlicht

Themen: Archiv — info @ 10:03

Brüssel (agrar.de) – Für fünf Länder gehen die Verhandlungen über die zukünftige Mitgliedschaft in der Europäischen Union jetzt in die heiße Phase.

Am Mittag eröffnete die Europäische Kommission offiziell die bilateralen Gespräche mit Bulgarien, Lettland, Lithauen, Rumänien und der Slovakei.

Zwar sollen die heute begonnenen bilateralen Verhandlungen insgesamt 28 Politikbereiche einzeln behandeln und bis Herbst 1999 abgeschlossen sein. Doch die Landwirtschaftspolitik soll dabei offenbar bis zum Schluß ausgespart bleiben.

Das geht aus einer am Mittag in Brüssel veröffentlichten Erklärung der Europäischen Kommission hervor. Demnach sollen (u.a.) behandelt werden:

– freier Güterverkehr (März – Juni) – Verbraucher- und Gesundheitsschutz (Mai-Juni) – Umwelt (Mai – Juli) – Regional- und Strukturpolitik (Juni) – Landwirtschaft (Herbst)

Bei den heute begonnenen bilateralen Verhandlungen soll nun analysiert werden, inwieweit die einzelnen Kandidatenländer in der Lage sind, die Beitrittsbedingungen zu erfüllen. Diese sollen dann entsprechende Politikreformen umsetzen.

Zwischen April 1998 und März 1999 hatte die Europäische Kommission die gemeinschaftliche Erfüllung der Zugangsbedingungen (acquis communautaire) untersucht. Dabei stellte sie keine signifikanten Unterschiede zwischen den Kandidatenländern in Politik und Legislatur fest.

Damit sind bei Aufnahme konkreter Verhandlungen mit den neuen Kandidaten kaum mit Schwierigkeiten durch Unterschiede in der Ausgangsposition zu erwarten.

FAO-Waldbericht: Zerstörung der Wälder hält an

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 10:03

Rom (FAO) – Die Zerstörung der Wälder hält nach Einschätzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) an. Wie aus dem neuen „Internationalen Waldbericht 1999“ hervorgeht, werden jährlich insgesamt 11,3 Millionen Hektar Wald vernichtet. Die gesamte Waldfläche der Erde wird auf 3,4 Milliarden Hektar geschätzt. Die FAO betonte, dass bei den Waldbränden 1997 und 1998 Millionen Hektar Wald zerstört worden seien. Es seien die schlimmsten Brände der vergangenen Jahre gewesen.

Die grössten Waldbrände habe es in Brasilien und Indonesien gegeben. In Brasilien seien den Flammen 1997 über zwei Millionen Hektar Wald zum Opfer gefallen. In Indonesien hätten 1997/98 auf Sumatra und Kalimantan Millionen Hektar Wald und Savanne gebrannt, einigen Schätzungen zufolge sollen allein 1997 rund zwei Millionen Hektar Wald verbrannt sein.

Genaue Angaben gebe es allerdings nicht, so die FAO. In Mexiko und Mittelamerika hätten im gleichen Zeitraum 1,5 Millionen Hektar Wald gebrannt.

Grosse Waldflächen seien in den vergangenen beiden Jahren auch in Australien, der Mongolei, der Russischen Föderation, in Kenia und Ruanda, Kolumbien, Peru, den USA, Kanada und Teilen Europas durch Brände vernichtet worden.

Grösstenteils seien die Waldbrände von Menschen verursacht worden, heisst es in dem FAO-Bericht. Das Klimaphänomen El Niño habe zwar in vielen Regionen zu Trockenheit geführt, zu Waldbränden sei es aber vor allem aber wegen Brandrodung, unfachgerechten Holzeinschlags und der grossflächigen Umwandlung von Waldgebieten in Agrarland gekommen. Auch sei in vielen Fällen Brandstiftung die Ursache für die Feuer gewesen.

Eine von der FAO einberufene Forstminister-Konferenz wird sich vom 8.-9. März in Rom unter anderem auch mit einer besseren Bekämpfung und Vermeidung von Waldbränden beschäftigen.

Aus dem FAO-Waldbericht geht weiter hervor, dass inzwischen immer mehr Länder eine nachhaltige Forstpolitik betreiben wollen. Es würden mehr Wälder unter Schutz gestellt, verschärfte Richtlinien für das Holzfällen erlassen, und bei der Holzverarbeitung mehr Wert auf Wiederverwertung und eine insgesamt effizientere Holznutzung gelegt.

Die Philippinen hätten beispielsweise kürzlich ein Einschlagverbot in Primärwäldern erlassen und diese Wälder unter Schutz gestellt. Auch in China gebe es ein ähnliches Verbot. In Surinam seien 1,5 Millionen Hektar Naturwald, das entspricht einem Zehntel der Waldfläche des Landes, zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Brasilien habe angekündigt, rund 25 Millionen Hektar Regenwald unter Schutz zu stellen. Brasilien, Kamboscha, Neuseeland, Sri Lanka, Thailand und die Vereinigten Staaten hätten ausserdem das Fällen in Primärwäldern entweder ganz verboten oder stark eingeschränkt, so die FAO.

Insgesamt, so das Fazit des FAO-Berichts, würden die Umweltaspekte stärker berücksichtigt und lokale Gruppen immer mehr in die Forstplanung und -nutzung einbezogen.

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