25. März 1999

NABU fordert zusätzliche Mittel für die ländliche Entwicklung

Themen: Archiv — info @ 14:03

Bonn – Anläßlich des EU-Sondergipfels zur Agenda 2000 hat der Naturschutzbund NABU kritisiert, daß die Chancen für eine ökologisch und sozial verträglichere Agrarpolitik nicht hinreichend genutzt worden sind. Gleichzeitig seien die Vorgaben der Staats- und Regierungschefs für eine strikte Ausgabenbegrenzung im Agrarbereich bisher nicht erfüllt.

Beide Ziele ließen sich mit einem langsamen Abbau der Ausgleichszahlungen und einer zusätzlichen Förderung des ländlichen Raums verwirklichen. „Die Regierungschefs müssen 50% der durch die zeitliche Degression freiwerdenden Mittel zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums umschichten“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen.

Nach Ansicht des NABU ist die Entwicklung des ländlichen Raums als sogenannte zweite Säule der Agrarpolitik bislang nicht tragfest genug, um auf ihr eine zukunftsfähige Agrarpolitik aufzubauen. Hierzu gehört der Ausbau der Agrarumweltprogramme, die Förderung des ökologischen Landbaus oder die Unterstützung von regionaler Verarbeitung und Vermarktung.

Im Hinblick auf die anstehende Umsetzung der Agenda fordert der NABU die Bundesregierung und die Bundesländer auf, alle Spielräume zur Ökologisierung der Landwirtschaft zu nutzen. „Da die positiven Ansätze in der Agenda lediglich fakultativ sind, sind hier die politisch Verantwortlichen in der Pflicht“, so Gerd Billen. Dabei komme es vor allem auf die Kopplung der Ausgleichszahlungen an Umweltauflagen, die Einführung einer Grünlandpraemie sowie die Förderung der nachhaltigen ländlichen Entwicklung an.

Für Rückfragen: Florian Schoene, NABU-Agrarcampaigner, Tel. 0228/97561-23




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