25. März 1999

Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft ist derzeit nicht nachhaltig.

Themen: Archiv — info @ 11:03

Diese Auffassung vertritt das Umweltbundesamt in der jetzt in Berlin vorgestellten Studie „Beitrag der Biotechnologie zu einer dauerhaft umweltgerechten Entwicklung“.

Zwar verringerten Bio- und Gentechnik in der Industrie und der nachsorgenden Umwelttechnik die Umweltbelastungen durch Schadstoffe und Energieverbrauch. Ob sie jedoch auch in der Landwirtschaft zu einer dauerhaft umweltgerechten Entwicklung beitragen könne, sei gegenwärtig weitgehend offen.

So könne noch nicht beurteilt werden, ob schädlingsresistente Gen-Pflanzen langfristig zu einem verringerten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und damit zu einer geringeren Umweltbelastungen führten. Neben direkten Umweltwirkungen gentechnisch veränderter Organismen seien dabei auch sekundäre Effekte zu untersuchen:

­ Ändert sich die allgemeine landwirtschaftliche Praxis durch den Einsatz von Gentechnik ?

­ Werden weniger Sorten als bisher angebaut? Wird die Fruchtfolgegestaltung geändert?

­ Werden Böden intensiver genutzt?

­ Wie sind die Langzeitwirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen und Organismen auf die Umwelt ?

Zudem sei – anders als in der Industrie – der Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft, zumeist mit einer großflächigen Freisetzung in die Umwelt verbunden und deshalb wesentlich vorsichtiger zu bewerten. Hinzu komme daß insbesondere in der Tierzucht ethische Grenzen berührt würden.

Die Akzeptanz der Gentechnik in der Bevölkerung ist immer noch gering. Während medizinische Anwendungen überwiegend positiv bewertet wird, stößt sie in der Landwirtschaft und im Lebensmittelbereich auf Ablehnung.




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