22. März 1999

Flasbarth fordert schärferes Öko-Profil der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 16:03

Stuttgart (agrar.de) – Positiv hat sich der Geschäftsführer des NABU Deutschland, Jochen Flasbarth, über die Möglichkeiten einer Ausweitung Umweltleistungen der Landwirtschaft geäußert. In der in der Süddeutschen Zeitung sagte er die Steuerzahler bezahlten derzeit eine gigantische Überproduktion. Für die sei aber nicht die Landwirtschaft, sondern die Agrarpolitik verantwortlich.

Künftig gehe es darum das ökologische Profil der Landwirtschaft zu schärfen. Nur so könnten viele Landwirte ihr Einkommen sichern. Wer statt Überproduktion künftig auf besondere Weise auf Natur und Ökologie Rücksicht nimmt, der sollte unterstützt werden – und zwar nur der Flasbarth: „Ich gehe davon aus, daß vorher der gesetzliche Schutz der Natur erhöht wird – in der Düngemittelverordnung oder im Bundesnaturschutzgesetz. Daran muß sich jeder Landwirt halten. Wer aber darüber hinaus die Umwelt schont, der sollte dann Ausgleichszahlungen erhalten: ein Landwirt etwa, der vollkommen auf Pestizide verzichtet.“

Der Absatz auf dem Weltmarkt käme derzeit für gerade einmal fünf Prozent der deutschen Bauern in Betracht. Es mache aber keinen Sinn, jetzt mit gigantischen Summen vielleicht zehn oder fünfzehn Prozent der Betriebe fit für den Weltmarkt zu machen und die anderen fallen zu lassen.

„Der Gesellschaft muß die ökologisch orientierte Pflege der Landschaft und der Natur etwas wert sein, das gibt es nicht umsonst. Und wenn der Bauernstand in der jetzigen Größenordnung erhalten bleiben soll, ist das ohne Zuschüsse nicht machbar. Es kommt aber darauf an, in welche Richtung die Gelder gelenkt werden.“, sagte Flasbarth.

Es gehe vor allem um die Entwicklung der regionalen Wirtschaftskraft. Doch Maßnahmen wie die regionale Vermarktung erfahre kaum Unterstützung durch die Europäische Union.




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