17. März 1999

Entwicklungsländer gegen Welt-Öko-Label

Themen: Archiv — info @ 12:03

Genf (agrar.de) – Zu einem offenen Streit zwischen den Industrieländern und Entwicklungsländern ist es bei einem Symposium zu Handel und Umwelt der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf gekommen.

Während die USA und die EU Umweltschutz beim Welthandel künftig mehr Bedeutung einräumen wollen, lehnen die Entwicklungsländer dies als neuen Protektionismus ab.

WTO-Generaldirektor Renato Ruggiero vertrat die Auffassung, multilaterale Handelsregeln hätten immer stärkere Auswirkungen auf die Umwelt und müßten deshalb den Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung künftig mehr Rechnung tragen als bisher.

Der amerikanische Präsident Clinton forderte den Abbau von Subventionen in der Landwirtschaft und bei der Fischerei.

Noch-EU-Außenhandelskommissar Sir Leon Brittan schlug jetzt die Einführung eines weltweiten „Öko-Labels“ vor, das umweltfreundliche Materialien und Bedingungen bei der Herstellung garantieren solle.

„Es gilt ein neues Gleichgewicht zwischen den Bereichen des Wirtschaftswachstums, des Umweltschutzes und der Entwicklung zu schaffen “, erklärte der Brittan.

Vertreter von Entwicklungsländern kritisierten diesen Vorschlag scharf.

Die Industrieländer wollten unter dem Deckmantel des Umweltschutzes lediglich neue protektionistische Maßnahmen einführten. Dies gelte vor allem, wenn es bei dem vorgesehenen Label auch um die Art der Herstellung und nicht nur die im Produkt enthaltenen Materialien ginge.

Statt neuen Handelshürden bräuchten Produkte aus der Dritten Welt jedoch dringend eine Erleichterung des Zugangs zu den Weltmärkten.




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