16. März 1999

Ackerbegleitbiotope offenbar artenreicher als vermutet

Themen: Archiv,Umwelt — info @ 12:03

Köln (agrar.de) – Ackerbegleitbiotope sind offenbar artenreicher als bisher angenommen. Das geht aus dem ersten Zwischenbericht des Forschungsprojektes „Lebendige Natur durch Landwirtschaft“ hervor, das das Kölner Büro für Faunistik im Auftrage der Fördergemeinschaft integrierter Pflanzenbau (Bonn) durchführt.

Demnach waren bei der Untersuchung von insgesamt 22 Agrarflächen in verschiedenen Grünland- und Randstrukturen unterschiedlicher Naturräume in Thüringen (Andisleben), Sachsen-Anhalt (Gerbstedt) und Nordrhein-Westfalen (Dahlem, Weyer / Eifel) insgesamt 447 Tierarten nachgewiesen worden.

Davon waren 144 Spinnen-, 107 Wanzen-, 61 Vogel-, 56 Laufkäfer-, 38 Tagfalter-, 27 Schwebfliegen-, und 14 Heuschreckenarten.

Ein Direktvergleich hätte zudem ergeben, daß nicht nur die einzelnen Untersuchungsflächen, sondern auch die gesamten Projektgebiete der großflächigen Agrarlandschaft Ostdeutschlands nicht weniger vielfältig gewesen seien, als die der Eifel. So sei in den Untersuchungsgebieten in Thüringen und Sachsen-Anhalt seltene Vogelarten nachgewiesen worden, wie der vom Aussterben bedrohte Raubwürger.

Natürlichen Strukturelementen komme als Lebensraum für eine Vielzahl von Tierarten eine große Bedeutung zu. Jedoch müßten sich Planung und Anlage von Ackerrandstreifen oder Hecken eng an den sehr unterschiedlichen Ansprüchen der einzelnen Arten an ihre Lebensräume orientieren.

Die Vielfalt der Tierwelt in den Saumstrukturen der ackerbaulich genutzten Flächen komme vermutlich jedoch auch durch die Konzentration von Arten zustande.

Weiden mit hohem Viehbesatz und die Ackerflächen selbst nur noch von wenigen Arten in Anspruch genommen werden.

Die Forschungsergebnisse sollen nun in den kommenden zwei Jahren weiter abgesichert und ergänzt werden.

Näheres: Kölner Büro für Faunistik – dr.esser@online.de




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