04. Februar 1999

EU und Südafrika einig über weitgehenden gegenseitigen Zollabbau

Themen: Archiv — info @ 09:02

Frankfurt/M. (agrar.de) – Nach schwierigen, fast vierjährigen Verhandlungen einigten sich die EU und Südafrika auf ein Abkommen, das einen weitgehenden gegenseitigen Zollabbau vorsieht.

Am Rande des Wirtschaftsgipfels in Davos räumten der zuständige EU-Kommissar João de Deus Pinheiro und der Handelsminister Südafrikas, Alec Erwin, letzte Schwierigkeiten aus dem Weg.

Damit wichtige südafrikanische Industriezweige durch die Reduzierung der Import-Schutzmauern keine allzu großen Probleme bekommen, sollen die Zölle der EU schneller gesenkt werden als die Südafrikas.

Das bedeutet, daß in Zukunft über 60 Prozent aller landwirtschaftlichen Exporte Südafrikas in die EU zollfrei sind.

03. Februar 1999

Brüssel fordert 1 Milliarde DM Agrarbeihilfen zurück

Themen: Archiv — info @ 11:02

Brüssel (agrar.de) – Mit einem Paukenschlag endete die heutige Vorlage des Rechnungsabschlußes der Europäischen Kommission für die Agrarausgaben im Jahr 1995.

Agrarkommissar Franz Fischler wirft den Mitgliedsstaaten Fehler, Unregelmäßigkeiten und Betrügereien in Höhe von 493,3 Mio. Euro vor, die von den Mitgliedstaaten im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ausgegeben worden sind.

Zudem sind noch Schlichtungsverfahren für noch unklare Fälle in Höhe von 196,8 Mio. Euro anhängig.

Der Europäische Rechnungshof kritisiert den Umfang von Unregelmäßigkeiten und Betrug in seinen jährlichen Berichten immer wieder.

Die Kommission will die Fehlbeträge bei den nächsten Überweisungen landwirtschaftlicher Fördermittel an die Mitgliedstaaten einbehalten. Bonn sollen demnach rd. 4,5 Millionen Euro abgezogen werden.

Allein wegen fehlender oder mangelhafter Kontrollen im Bereich Rinder- und Tabakprämien fordert die Kommission 3,2 Mio. Euro zurück.

Mit 200.000 Euro schlagen Zinsen auf Ausfuhrerstattungen zubuche, die Deutschland erhoben, aber nicht an die EU-Agrarkasse abgeführt hatte.

Polen: Gespräche ergebnislos abgebrochen

Themen: Archiv — info @ 09:02

Warschau (agrar.de) – Ohne Ergebnis sind heute die Gespräche zwischen der polnischen Regierung und den protestierenden Bauern abgebrochen worden.

Als Voraussetzung zur Wiederaufnahme der Gespräche forderte Arbeitsminister Longin Komolowski zunächst die Aufhebung sämtlicher Straßenblockaden.

Angaben des Handelsblattes zufolge hatte die polnische Polizei heute erneut von 20 Sperren auf Überlandstraßen sowie 60 kleineren Blockaden berichtet. Mit ihren Straßenblockaden protestieren die Bauern in Polen gegen Billig-Importe aus der EU und die schwindende staatliche Unterstützung.

Warschau will die heimische Landwirtschaft auf die Aufnahme in die EU vorbereiten.

02. Februar 1999

Polnische Bauern beenden Straßenblockaden

Themen: Archiv — info @ 16:02

Warschau (agrar.de) – Nach über einer Woche Streik haben Polens Bauern ihre Straßenblockaden beendet.

Nach Beratungen mit Vertretern der katholischen Kirche machten sie damit den Weg frei für direkte Gespräche mit Arbeitsminister Longin Komolowski und Landwirtschaftsminister Jacek Janiszewski.

Die Bauern protestieren gegen die zunehmenden Billigimporte aus der EU und die abnehmende staatliche Unterstützung.

Die polnische Regierung begründet dies damit, die heimische Landwirtschaft auf die Aufnahme in die EU vorbereiten zu wollen. Höhere Zölle zum Schutz der Bauern lehnt Warschau strikt ab.

Ende der Legebatterien nicht in Sicht

Themen: Geflügel — info @ 14:02

Brüssel (agrar.de) – Neue Vorschläge zu einer Reform der Legehennenhaltung in Batterien will EU-Agrar-Kommissar Fischler dem EU-Ministerrat vorlegen. Demnach soll die Mindestfläche pro Tier von 450 qcm auf 800 qcm fast verdoppelt werden.

Ältere Betriebe sollen innerhalb von 10 Jahren (1.1.1999-1.1.2009) stufenweise vergrößern. Für neue Ställe sollen bereits ab Jahresbeginn jeder Henne 800 qcm zur Verfügung stellen.

Einen völligen Ausstieg hält die Kommission für auch mittelfristig nicht realisierbar.

Mit mehr als 250 Millionen Tieren leben in der EU die meisten Hennen in Legebatterien. Der ihnen zur Verfügung stehende Platz ist kleiner als ein DIN-A-4 Blatt. EU-weit leben nur ganze 8 Millionen Hennen in Freilandhaltung und zwölf Mio in anderen Haltungsystemen.

Das Europäische Parlament hatte am vergangenen Donnerstag gefordert, in zehn Jahren völlig aus der Haltung von Hühnern in Legebatterien auszusteigen.

Gentransfer in Darmflora möglich ?

Themen: Archiv,Gentechnik — info @ 14:02

Antibiotikaresistenz durch Nahrungspflanzen

Zeist (agrar.de) – Mit der Nahrung aufgenommene Keime, die mit den Arten der natürlichen Darmflora verwandt sind, können Teile ihres Erbgutes an die Darmbakterien weitergeben. Das ergab eine Studie des TNO Instiutes für Nahrungsmittel- und Ernährungsforschung in Zeist (Niederlande), wie die Zeitschrift „New Scientist“ (Nr. 2171, S. 4) jetzt berichtete.

Die Wahrscheinlichkeit, daß Gene weitergegeben werden, beträgt eins zu zehn Millionen. Angesichts der etwa zehn Billlionen Bakterien in einer gesunden Darmflora kann es dennoch zu sehr vielen Erbgutübertragungen kommen. Zwar müssen noch Tests mit genveränderten Bakterien oder Nahrungsmitteln in einer durch Antibiotika dezimierten Bakterienflora durchgeführt werden.

Dennoch lieferten die bereits erzielten Ergebnisse neues Material in der Diskussion um mögliche Gefahren von gentechnisch herbeigeführten Antibiotikaresistenzen in Nahrungspflanzen, wie z. B. in einigen Mais- und Sojasorten.

Wie es weiter heißt, wurde bei Keimen, die nicht mit Darmbakterien verwandt sind, sowie bei Erbgut der gentechnisch veränderten Tomatensorte „Flavr Savr“ kein Gentransfer beobachtet.

Originalartikel unter http://www.newscientist.com/cgi-bin/pageserver.cgi?/ns/19990130/newsstory1.html

01. Februar 1999

EU/USA: Bananenproblem noch nicht vom Tisch

Themen: Archiv — info @ 14:02

(agrar.de) – Die USA verzichten so lange auf Sanktionen gegen die EU, bis die Welthandelsorganisation WTO geprüft habe, ob die revidierte EU-Bananenmarktordnung gegen Regeln des freien Welthandels verstoße.

Amerikanische Bananenerzeuger sehen sich durch Importbeschränkungen gegenüber Erzeugern aus ehemaligen europäischen Kolonien benachteiligt; die USA hatten deshalb gedroht, ab März 100%ige Strafzölle auf bestimmte EU-Importe zu erheben.

Pflanzenschutzmittel: Eintrag in Grundwasser weitgehend vermeidbar

Themen: Archiv — info @ 10:02

Giessen (agrar.de) – Studien am Institut für Landeskultur des Fachbereiches Agrarwissenschaften und Umweltsicherung der Universität Gießen ergaben, daß die Belastung der Fließgewässer mit Pflanzenschutzmitteln überwiegend aus den Regenwassersammlern stamme.

Wenn Landwirte in Ermangelung eines besonderen Waschplatzes ihre Spritzgeräte auf dem Hof spülten, gelange das Waschwasser in die Gullys und von dort in die Gewässser. Die Einträge von Pflanzenschutzmitteln in das Grundwasser über Drainagen und Oberflächenabluß spielten eine untergeordnete Rolle.

In Deutschland werden pro Jahr etwa 30 000 Tonnen Pflanzenschutzmittel ausgebracht.

In Modellprojekten mit Landwirten in hessischen Gemeinden konnte eine Reduktion des Eintrages von Pflanzenschutzmitteln in Fließgewässer bis zu 90% erzielt werden. Die einfache und billige Lösung: Das Spülwasser aus den Spritzgeräten solle nicht auf dem Hof, sondern auf dem Acker entsorgt werden.

Hess. Bauernverband fordert eigenständiges Landwirtschaftsministerium

Themen: Archiv — info @ 10:02

Witzenhausen (agrar.de) – Anläßlich einer Tagung des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner in Wendershausen forderte der Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes und MdB Helmut Dietzel ein Ministerium für die Belange des ländlichen Raumes.

Land- und Forstwirtschaft, Regionalplanung, Dorferneuerung, Umweltschutz und Veterinärwesen müßten unter einem Dach zusammengefaßt werden, um Wettbewerbsnachteile der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes auszuräumen.

Derzeit seien fünf Ministerien für die verschiedenen Probleme des ländlichen Raumes zuständig; Kommunikationsprobleme und – gerade im nordhessischen Raum – Kompetenzgerangel wirkten sich hinderlich auf die gesamte Entwicklung der ländlichen Räume aus. Ein Beispiel sei der Entwurf des Regionalplanes Nordhessen.

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