15. Februar 1999

Streit um Kontrolle des Gentechnikhandels

Themen: Archiv — info @ 10:02

Cartagena (agrar.de) – Bei den Beratungen zum sogenannten Biosafety-Protokoll zur Regelung grenzüberschreitenden Handels mit gentechnisch veränderten Organismen (GMO) im kolumbianischen Cartagena ist heftiger Streit entbrannt.

Presseberichten zufolge fordern Umweltschutzorganisationen befristete bzw. unbefristete Verbote für Import bzw. Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Die Europäische Kommission will sich jedoch offenbar mit einer einfachen Benachrichtigung der jeweiligen Empfängerländer zufrieden geben.

Derzeit beraten Delegierte aus 170 Vertragsstaaten der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt. Mit dem Biosafety-Protokolls sollen mögliche Risiken für Flora, Fauna und Ökosysteme abgewendet werden.

Näheres beim Clearinghouse unter www.biodiv.org

13. Februar 1999

Euronatur kritisiert EU Agrar-Umweltpolitik

Themen: EU,Verbände — info @ 16:02

Berlin (agrar.de) – Konzeptionslosigkeit in der Umsetzung agrar-umweltpolitischer Instrumente hat jetzt die Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur) der Europäischen Kommission vorgeworfen.

Einerseits fordere die EU von den Mitgliedstatten, die Belastung der Gewässer mit Nitraten zu vermindern, andererseits fördere sie selbst den gewässer- und bodenbelastenden Anbau von Silomais. Allein für diese Maßnahme seien im Haushalt 1998 1,258 Mrd. Euro eingestellt worden.

Eine verfehlte EU-Agrar-Umweltpolitik fördere fragwürdige Massentierhaltung und Tiertransporte. Dadurch verschlimmere sie u.a. die Folgen der Schweinepest.

Allei 1997 sei der Haushaltsposten zur Milderung der Folgen der Schweinepest um das 41-fache überschritten und etwa 800 Mio. DM aufgewendet worden.

Konferenz zum Europäischen Raumentwicklungskonzept in Berlin

Themen: Archiv — info @ 13:02

Berlin (agrar.de) – Am 20. Februar 1999 veranstalten die Europäische Kommission, das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen sowie die Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen zum Thema „Grenzregionen und Europäisches Raumentwicklungskonzept“ (9.00 – 18.00 Uhr, Jean-Monnet-Haus, Bundesallee 22, 10717 Berlin).

Raumordnung beschränkt sich heute nicht mehr auf den kommunalen, regionalen oder nationalen Rahmen. Gerade auf europäischer Ebene nehmen Raumordnungsfragen einen immer höheren Stellenwert ein. Ziel ist ein Ordnungsrahmen für eine nachhaltige Raumentwicklung, somit auch für ländliche Gebiete.

Der EUREK Entwurf ist in den vergangenen Monaten grundlegend überarbeitet, in insgesamt sieben Workshops zu einzelnen Themen diskutiert worden. Er soll noch unter deutscher Ratspräsidentschaft verabschiedet werden. Besonderer Wert sei dabei auf die Integration des im Amsterdamer Vertrag verankerten Nachhaltigkeitsgrundsatzes in das EUREK und die Auswirkungen einer europäischen Raumentwicklung auf die Beschäftigung gelegt worden, unterstreicht die Vertretung der EU-Kommission in Bonn.

Auf der Konferenz in Berlin sollen nun die Europäischen Grenzregionen zu Wort kommen. Für ihre Arbeit wird das EUREK besondere Bedeutung. Nach der Vorstellung des neuen EUREK durch Vertreter der Bundesregierung und der Europäischen Kommission werden die Auswirkungen des EUREK auf Städte, Transeuropäische Verkehrsnetze, Umwelt und benachbarte europäische Räume dargestellt und diskutiert.

Das EUREK geht auf eine Initiative des EU-Ministerrates vom 1997 zurück. Im niederländischen Nordwijk hatten die für Raumordnung zuständigen Minister (D= Klaus Töpfer) den Entwurf eines Europäischen Raumentwicklungskonzepts (EUREK) angenommen.

Schwacher Export vergrößert Agrarhandelsdefizit

Themen: Archiv — info @ 13:02

Bonn (agrar.de) – Das Deutsche Agrarhandelsdefizit ist 1997 um 4,4 % auf 30,9 Mrd. DM angestiegen. Das teilt das Bundeslandeswirtschaftsministerium (http://www.bml.de) mit. Grund sei die anhaltende Exportschwäche.

Demnach lagen die Importzuwächse bei Agrarprodukten 1997 zwar auf Vorjahresniveau (1996 plus 4,9% auf 74,9 Mrd. DM).

Im gleichen Zeitraum hätten die Ausfuhren deutscher Agrarprodukte allerdings lediglich um 5,1 % auf 44,0 Mrd. DM zugelegt (1996 plus 10%).

Die Exportschwäche setze sich nach vorläufigen Zahlen in den ersten drei Quartalen 1998 fort. In diesem Zeitraum seien die Ausfuhren vor allem als Folge der Wirtschaftskrisen in Ostasien und Rußland nur noch um 2,8 Prozent gestiegen. Die Exporte nach Rußland seien sogar um 16 Prozent geschrumpft, hieß es. Nach einem Ausfuhrrekord in der ersten Jahreshälfte seien die Agrarexporte im dritten Quartal regelrecht eingebrochen.

Rund die Hälfte der Agrarexporte des Jahres 1997 machten mit einem Volumen von 21,81 Milliarden DM pflanzliche Erzeugnisse aus. Während die Ausfuhren von Ölsaaten um rund 30 Prozent auf 3,08 Milliarden DM gestiegen seien, seinen die Getreideexporte um knapp 28 Prozent auf 2,13 Milliarden DM gesunken. Der Export tierischer Erzeugnisse habe um 5,7 Prozent auf ein Volumen von 13,72 Milliarden DM zugenommen. Größter Ausfuhrposten seien Milch- und Molkereiprodukte mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 7,17 Milliarden DM gewesen.

Auch bei den Agrareinfuhren nach Deutschland lagen pflanzliche Produkte mit einem Handelswert von 41,82 Milliarden DM an der Spitze. Bei Fleisch und Fleischwaren seien die Importe um 1,6 Prozent auf 8,76 Milliarden DM gesunken. Einfuhren von Obst und Südfrüchten hätten um 3,7 Prozent auf 9,25 Milliarden DM zugelegt. Gemüse sei hingegen weniger importiert worden.

Der Wert der Kaffeeeinfuhren nahm den Angaben zufolge um rund 46 Prozent auf 4,70 Milliarden DM zu. Dies sei auf höhere Weltmarktpreise für Kaffeebohnen zurückzuführen.

Umweltverband befürchtet Haushaltsrisiken durch Agenda 2000

Themen: Archiv — info @ 13:02

Berlin (agrar.de) – Die Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur) befürchtet Haushaltsrisiken der Vorschläge der Europäischen Kommission zur Reform der Agrarpolitik (Agenda 2000).

Bei den derzeit vorgeschlagenen Ausgleichzahlungen für die Landwirtschaft könnten 4% der landwirtschaftlichen Betriebe in den Genuß von 40% der gesamten Mittel gelangen.

Euronatur fordert deshalb eine Kappungsgrenze. Danach soll ein Betrieb maximal 100.000 Euro an Ausgleichzahlungen erhalten können. Diese Obergrenze beträfe gerade einmal 6% der landwirtschaftlichen Betriebe in der Europäischen Union. Das Einsparungspotential liege bei rund 2,3 Mrd. Euro.

Außerdem sollten Hilfen aus den Strukturfonds künftig nur noch als zinslose oder zinsverbilligte Kredite gewährt werden, Einsparungspotential rund 28 Mrd. Euro.

Bundesrat verabschiedet Tierschutztransportverordnung

Themen: Archiv — info @ 10:02

Bonn (agrar.de) – Der Bundesrat hat jetzt grünes Licht zu einer Abänderung der Tierschutztransportverordnung gegeben.

Demnach gehören Transporte eigener Tiere durch Landwirte zu den nicht gewerblichen Tiertransporten und sollen somit künftig auch bei Entfernungen über 50 km aus der Verordnung ausgenommen bleiben.

Die Länderkammer stimmte damit einem entsprechenden Änderungsentwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums zu. Die bisherige Regelung habe sich in der Praxis nicht bewährt hieß es dazu in Bonn.

Die Ministerpräsenten empfehlen der Bundesregierung ebenfalls auf eine Novellierung der deutschen Tierschutztransportverordnung zugrundeliegenden EU-Richtlinien zu drängen.

12. Februar 1999

Eigenmarken gegen Negativtrend im Lebensmittelhandel

Themen: Archiv — info @ 09:02

Nürnberg/Bonn (agrar.de) – Im Wettbewerb fortschreitender Konzentration und anhaltenden Preiskampfs in der deutschen Lebensmittelbranche, erzielen Eigenmarken ein positives Ergebnis. Das teilt das Nürnberger Martforschungsunternehmen GfK mit.

Demnach ist der Umsatz preisgünstiger Eigenmarken großer Verbrauchermärkte und Discounter zwischen 1995 und 1998 um 13%, auf 16,1 Milliarden Mark gestiegen. Der Handel erwarte ein Anhalten dieses Trends.

Dabei ist der Gesamttrend der Branche rückläufig und erreichte Pressedberichten zufolge 1998 ein Minus von 3,4% (4,5% real).

„Das vergangene Jahr ist inflationsbereinigt das sechste Minusjahr in Folge gewesen“, sagte der Präsident des Gemeinschaftsverbandes des Deutschen Einzelhandels (GVE), Hermann Franzen vor Journalisten in Bonn. Man erwarte nun ein leichtes Plus von 1,5%.

Der Verdrängungswettbewerb zugunsten großer Verbrauchermärkte und Billiganbieter hat sich GfK-Analysen zufolge weiter zugespitzt. Verloren hätten vor allem Supermärkte. Im vergangenen Jahr hätten 4.000 Betriebe schließen müssen, davon über 2.400 Supermärkte. Es seien dabei über 30.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.

Der Anteil der verbliebenen Supermärkte (46.110) am Branchenumsatz sei auf 18,5% (57,4 Mrd. DM bzw. 29,3 Mrd. Euro) gesunken. Große Verbrauchermärkte und Discounter hätten dagegen auf 55,5% (172,4 Mrd.DM) zugelegt.

Informationen des Consultingunternehmens CREAM zufolge wollen viele Einzelhandelsunternehmen nun auch beim Absatz von Bioprodukten verstärkt auf Eigenmarken setzen.

Mit dem jetzt beschlossenen bundesweiten Ökoprüfzeichen für Erzeugnisse aus ökologischem Landbau ist nach Auffassung von CREAM Geschäftsführer Heinrich Seul eine wichtige Voraussetzung geschaffen worden.

10. Februar 1999

Das Jahr 2000 Problem und die Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 12:02

Witzenhausen (agrar.de) – Der Vortrag „Das Jahr 2000 Problem und die Landwirtschaft“ von von Randall D. Little (Agrarökonom an der Mississippi State University) anläßlich der jährlichen Konferenz der American Farm Bureau Federation in Albuquerque, New Mexico, vom 10. bis 13. Januar 1999 liegt jetzt in deutscher Übersetzung vor.

Der Vortrag beschreibt die allgemeinen Probleme zur Jahrtausenumstellung der EDV-Systeme, den angenommenen Einfluß auf die amerikanische Landwirtschaft sowie Strategien für Sicherheitsmaßnahmen und nennt eine Reihe von weiterführenden Internet-Links zum Thema.

Sie finden den Artikel unter: http://www.agrar.de/aktuell/2000.htm

Französische Lebensmittelkette verbannt Gentechnik aus Eigenmarken

Themen: Archiv — info @ 11:02

Paris (agrar.de) – Der Pariser SB-Warenhauskonzern Carrefour will künftig auf gentechnisch veränderte Lebensmittel verzichten.

Berichten der Lebensmittelzeitung zufolge waren in jedem dritten Produkt mit der Eigenmarke „Carrefour“ transgene Stoffe gefunden worden.

Bei 286 der insgesamt über 500 betroffenen Lebensmittel habe das Unternehmen transgener Substanzen verdächtigte Inhaltsstoffe durch solche ersetzt, die zur Zeit in Frankreich genetisch nicht verändert werden dürfen: Sojaöl etwa durch Sonnenblumenöl, Glucosesirup auf Mais-Basis durch Zucker.

Wo dies nicht möglich gewesen sei, habe man die Hersteller zum Erbringen eines lückenlosen Nachweises verpflichtet, keine transgenen Substanzen verwendet zu haben (212 Produkte).

Neun „Carrefour“-Produkte habe das Unternehmen kurzerhand ganz aus dem Eigenmarkenprogramm gestrichen. Experten erwarten jetzt positive Impulse auf das Biosortiment.

„Diese Markenpolitik bringt die Konkurrenz jetzt in Zugzwang ebenfalls genttechnikfreie Produkte in die Regale zu bringen. In manchen Segmenten sind dabei Bioprodukte eine gute Lösung. Denn nirgendwo sonst ist das Nachweissystem so umfassend und dicht wie hier. “ sagt der Geschäftsführer von CREAM Consultants, Heinrich Seul, der den Hersteller der Carrefour Bio-Babynahrungslinie betreut.

Neueren Umfragen zufolge lehnen die meisten Franzosen (63%) gentechnisch veränderte Lebensmittel ab.

Agenda 2000: Subventionen senken, Direktbeihilfen kürzen

Themen: Archiv — info @ 10:02

Brüssel (agrar.de) – Den Bauern in der Europäischen Union werden ab dem Jahr 2000 die Agrarpreissubventionen gekürzt und auch die bislang als Ausgleich dafür vorgesehenen direkten Einkommensbeihilfen sollen ihnen schrittweise wieder gestrichen werden.

Die Verhandlungen zum Reformpaket Agenda 2000 sind in vollem Gange. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft will die Diskussion um die Agenda-Finanzierung bis Ende März abschließen; dabei heißt die Parole: Sparen, oder zumindest die Ausgaben nicht steigern.

Die EU-Finanzminister erlegten ihren Kollegen vom Landwirtschaftsressort auf, im Zeitraum 2000 bis 2006 jährlich nicht mehr als 40,5 Mrd. Euro auszugeben. Bei 40,5 Mrd. Euro lag das Agrarbudget bereits im vergangenen Jahr.

Eigentlich kostet die angestrebte Reform, deren Ziel die Liberalisierung des Agrarmarktes ist, zunächst mehr Geld. Die vorgesehene Senkung der Preissubventionen für Rindfleisch, Milch und Getreide (um 10 bis 30 Prozent) sollen mit direkten Einkommensbeihilfen kompensiert werden.

Bei einem Treffen der Arbeitsgruppe zur Agrarreform am Montag in Brüssel legten nach Auskunft aus Delegationskreisen mehrere Mitgliedsländer Kürzungsvorschläge vor, die sich hauptsächlich in der Höhe des vorgesehenen Abschlags, im Verzicht auf die Förderung des ländlichen Raumes und in der Staffelung nach Hofgröße unterschieden.

Frankreich schlägt vor, die Hilfen bei Feldfrüchten um drei Prozent und bei den restlichen Produkten um ein Prozent zu senken. 25 Prozent der Einsparungen sollten dem ländlichen Raum zugutekommen.

Großbritannien will eine generelle Kürzung um vier Prozent und 20 Prozent für den ländlichen Raum. Dies würde bis 2006 jährlich rund 5,2 Mrd. EUR einsparen.

Österreich hat vorgeschlagen, die direkten Zahlungen an große Betriebe zu kappen bzw. eine Staffelung einzuführen. So solle die Grenze, bis zu der Direktzahlungen voll ausbezahlt werden, um 25.000 EUR auf 75.000 EUR je Betrieb gesenkt werden. Zwischen den ursprünglichen 100.000 EUR und 75.000 EUR soll es eine Prämienkürzung um 20 Prozent geben; zwischen 100.000 und 150.000 EUR soll die Prämie um 25 Prozent und darüber um die Hälfte sinken. Wien errechnet Einsparungen von jährlich 1,2 Mrd. EUR.

Die Niederlande wollen gar keine Extramittel für den ländlichen Raum bereitstellen.

Die besten Aussichten scheint der Vorschlag der EU-Kommission zu haben. Sie regt einer generellen Senkung um drei Prozent und 25 Prozent für die ländlichen Gebiete an. Würden Betriebe mit weniger Hilfen als 5.000 EUR/Jahr ausgenommen, ergäben sich im Jahr 2006 jährliche Einsparungen von etwa 2,4 Mrd. EUR, wovon 610 Mio. EUR in ländliche Gebiete gingen. Ansonsten wären es vier Mrd. EUR und eine Mrd. EUR für den ländlichen Raum. Das französische Modell geht von 3,3 Mrd. EUR und 825 Mio EUR aus.

Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke wird als amtierender Ratspräsident am Dienstag und Mittwoch nächster Woche Gespräche mit den einzelnen EU-Agrarministern führen, um deren Kompromißvorschläge zu diskutieren.

Die Verbände der europäischen Landwirtschaft machen unterdessen gegen die Agrarpläne Brüssels mobil. Der Deutsche Bauernverband (DBV) rechnet damit, daß am 22. Februar 10.000 Bauern aus Deutschland die für eine Verbesserung der Agrarreformvorschläge demonstrieren.

Der DBV befürchtet bei Umsetzung der Agraragenda wie vorgeschlagen Einkommenseinbußen für deutsche Bauern von vier Mrd DM sowie mehr Bürokratie und höhere Kosten.

Bereits heute wollen badische und französische Landwirte vor dem Europäischen Parlament in Straßburg mit über 1000 Schleppern auffahren.

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