28. Februar 1999

EU stoppt Importe für Rindfleisch aus Portugal

Themen: Archiv — info @ 16:02

Bonn (agrar.de) – Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben jetzt auf die drastisch gestiegene Zahl von BSE Fällen Portugal reagiert (wir berichteten).

Am Freitag stimmte der Bundesrat nun einem Verordnungsentwurf der Europäischen Kommission zu, der den Import portugiesischem Rindfleischs ab sofort untersagt.

Offiziellen Angaben zufolge sind 1998 in Portugal 104 BSE-Fälle bekannt geworden. Davon 21 allein im den beiden letzten Monaten des Jahres. Im Jahr zuvor waren es nur 30 Fälle gewesen.

Ursache könnte nach Vermutungen von EU-Agrarkommissar Franz Fischler die Verfütterung von Fleisch- und Knochenmehlen sein.

24. Februar 1999

Wieviel Schnee halten Bergwiesen ?

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 12:02

Berlin (agrar.de) – Rund 15 Stunden nach der verheerenden Katastrophe von Galthür haben Lawinenexperten jetzt mit der Ursachenforschung begonnen. Einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von Lawinen leistet demzufolge die Berglandwirtschaft.

Darauf hat Ottmar Buse, Physiker am Institut für Schnee- und Lawinenforschung im schweizerischen Davos hingewiesen.

Im ZDF erklärte Buse heute, daß die Grasvegetation auf nicht mehr bewirtschafteten Bergwiesen länger aufwachse. Der lange Bewuchs werde dann unter dem Druck der Schneemassen flach auf den Boden gedrückt. Dies begünstige ein Abgleiten des Schnees und die Entstehung von Lawinen.

Spezialitäten werben für Regionen

Themen: Archiv — info @ 09:02

Bonn (agrar.de) – Unter einer Spezialität verstehen die Deutschen offenbar vor allem Nahrungsmittel aus den verschiedenen Regionen Deutschlands.

Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Studie „Spezialitäten bei Speisen und Getränken in Deutschland“ der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) hervor.

Sie basiert auf der repräsentativen Befragung von 1.000 Personen ab 14 Jahren. Demnach verbinden deutsche Konsumenten mit dem Begriff „Spezialität“ vor allem eine Herkunftsregion oder ein Herkunftsland (rd. 65%). Die Zuordnung „heimisch“ werde dabei höher bewertet, als die Zuordnung „ausländisch“, so die CMA.

Deutlich weniger Befragte (rd. 40%) verbinden Spezialitäten offenbar mit traditionellen Werten („Spezialitäten haben Tradition“).

23. Februar 1999

Nationalpark Elbtalaue widerrechtlich

Themen: Archiv — info @ 15:02

Lünbeburg (agrar.de) – Ein niedersächsisches Landwirtsehepaar hatte gegen die Einrichtung des 10900 ha großen Schutzgebietes entlang der Elbe geklagt, weil die damit verbundenen Auflagen über die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen die Existenz ihres Betriebes gefährdeten.

Der 3. Senat des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg entschied am Montag, daß der geplante Nationalpark höherrangiges Recht verletze. Da über 40 Prozent des geplanten Reservates landwirtschaftlich genutzt werde, befinde sich das Gebiet nicht „in einem von Menschen nicht oder nur wenig beeinflußten Zustand“, so die Richter weiter. Revision wurde nicht zugelassen.

Um den Nationalpark dennoch durchzusetzen, kann die Niedersächsische Landesregierung daher nur noch eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht in Berlin einreichen.

Schriftliche Einwände gegen die geplante Ausweisung des Gebietes als Nationalpark waren auch noch von rund 3200 weiteren Bewohnern, darunter 170 Landwirte, erhoben worden.

20. Februar 1999

Wird Abkommen über Gentechnik-Nahrung gelockert?

Themen: Archiv — info @ 12:02

Cartagena (agrar.de) – Auf einer internationalen Konferenz über genetisch veränderte Naturprodukte in Kolumbien haben sich die Industriestaaten mit ihrer Forderung durchgesetzt, den Handel mit Agrarprodukten und Rohstoffen wie Baumwolle nicht zu regulieren. Der Entwurf für das geplante Abschlußprotokoll wurde entsprechend gelockert.

Das Protokoll, über das bis zum Dienstag abgestimmt werden soll, ist Teil des Arbeitsprogramms, das auf dem ‚Agenda 21‘ – Umweltgipfel von 1992 in Rio erstellt wurde. An der UN-Konferenz nehmen Vertreter aus 130 Staaten teil.

Die Beratungen der Konferenz sind geprägt vom Interessenkonflikt zwischen Staaten mit einer fortgeschrittenen Gentechnik-Industrie wie die USA und Entwicklungsländern, die ihre biologische Vielfalt und ihre Landwirtschaft vor dem Handel mit gentechnisch veränderten Produkten bewahren wollen.

Selbst Befürworter der Gentechnik treten auf der Konferenz dafür ein, daß mehr Untersuchungen erforderlich sind, ehe genetisch veränderte Nahrungsmittel in großem Umfang in den Handel gelangen. Alle Länder sollten sich auf entsprechende Tests und Mindeststandards verständigen.

Agenda 2000: EU-Agraretat Debatte unter Druck

Themen: Archiv — info @ 09:02

Brüssel (agrar.de) – Die deutsche Präsidentschaft will am Montag einen ersten Kompromißvorschlag zum EU-Agrarhaushalt präsentieren, den sie am Wochenende zusammen mit der EU-Kommission auf Basis von Vorverhandlungen ausarbeitet.

Im Mittelpunkt der Verhandlungen dürfte die Milch- und Rindfleischordnung, ein eher kritischer Bereich der Agrarreform, stehen. Dänemark, Großbritannien, Schweden, Italien und Griechenland wollen aus dem System der Milchquotierung aussteigen. Frankreich will hier ganz auf eine Reform verzichten. EU-Agrarkommissar Franz Fischler kommentierte jüngste Aussagen des französischen Landwirtschaftsminister Jean Glavany, wonach Paris eine Einigung ausschließe, als nicht aktuell. Frankreich sei, so Fischler, grundsätzlich an einer Verhandlungslösung interessiert.

In die Verhandlungen sollen aber alle Bereiche, also neben Rindfleisch, Milch und Getreide auch die Weinmarktordnung und die Finanzierung des ländlichen Raumes einbezogen werden. Vorschläge einiger Mitgliedsstaaten sehen einen Abbau der Preisstützung für Rindfleisch, Milch und Getreide um bis zu 30 Prozent vor.

Für den Beginn der voraussichtlich entscheidenden Verhandlungsrunde, haben dem europäischen Bauernverband COPA zufolge über 30.000 Landwirte ihr Kommen angekündigt, um gegen die befürchteten Nachteile durch die Reform der EU-Landwirtschaft zu demonstrieren.

Landwirte müssen auch mit einem Abbau der Direkthilfen rechnen

Ein voller Ausgleich für den Abbau der Preisstützung über Direktbeihilfen scheint unwahrscheinlich. Einkommensbeihilfen, die den Bauern als Ausgleich für die Senkung der Agrarpreisstützung gezahlt werden sollen, werden voraussichtlich gleich wieder beschnitten. Die Höhe der Kürzungen und die betroffenen Produkte sind allerdings noch umstritten, ebenso wie die Frage, ob die ländliche Entwicklung aus dem Agrartopf finanziert werden soll.

Eine Mehrheit der EU-Staaten scheint sich auf eine Stabilisierung der Agrarausgaben auf den Stand von 1999 (40,5 Mrd EUR) einigen zu können. Um dies zu erreichen, tritt der stufenweisen Abbau der direkten Einkommenshilfen (Degression) immer mehr in den Vordergrund der Diskussion. Damit sollen die zunächst ansteigenden Agrarausgaben in den späteren Jahren der Reform wieder ausgeglichen werden. Diskutiert wird eine stufenweise Kürzung um ein bis drei Prozent bis zu einem Wert von 5.000 Euro je Betrieb und Jahr. Kleinere Betriebe könnten davon unter Umständen verschont werden.

Die Kofinanzierung scheint vom Tisch, der vehemente Widerstand Frankreichs und auch der Zeitdruck sprechen gegen die Teilfinanzierung durch die Einzelstaaten, die eine Zustimmung der EU-Staats- und Regierungschefs erfordern dürfte.

Die deutsche Ratspräsidentschaft will die Agrarverhandlungen vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs am 26. Februar abschließen. Einen formellen Beschluß wird es nicht geben. Der Agrarbereich soll im Paket mit den anderen Punkten der Agenda 2000 auf dem Berliner EU Gipfel im März abgeschlossen werden.

17. Februar 1999

Immer weniger Selbständige in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 16:02

Berlin (agrar.de) – Die Anzahl der Selbständigen Landwirte in Deutschland geht weiter zurück. Das berichtet die Berliner Zeitung unter Berufung auf die Nachrichtenagentur ADN.

Demnach habe die Zahl der selbständigen Landwirte in den letzten Jahren insgesamt kontinuierlich abgenommen. Der Anteil abhängig Beschäftigter in der Landwirtschaft sei jedoch von 15 auf über 18,5 % gestiegen. In Ostdeutschland sei dieser Anteil sogar von 68 auf 71% gestiegen. Grund für diese Tendenz sei das Vorherrschen von Großbetrieben.

Landwirtschaft Hoffnungsträger für Beschäftigungspolitik

Themen: Archiv — info @ 15:02

Frankfurt (agrar.de) – Wer glaubt, die deutsche Agrarwirtschaft spiele im Kampf um Arbeitsplätze keine Rolle mehr, der irrt.

Die Industriegewerkschaft Bau-Agrar-Umwelt (IG Bau) sieht im Streit um Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsprogramme ausgerechnet in der Landwirtschaft einen wichtigen Hoffnungsträger für die deutsche Beschäftigungspolitik.

Darauf hat jetzt das für Agrarfragen zuständige Mitglied des IG Bau Bundesvorstandes, Hans-Joachim Wilms hingewiesen.

Zwar schreite der Rückgang von Familienarbeitskräften unvermindert fort. Doch im Gegenzug nehme die Bedeutung abhängig Beschäftigter für die Landwirtschaft stetig zu (wir berichteten).

So steige die Quote ganzjährig abhängig Beschäftigter in der Agrarwirtschaft trotz Konkurrenz durch Billig-Erntehelfer aus Osteuropa weiter an.

Mit der Auflage eines Qualifizierungs-Tarifvertrags hätten Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam einen wichtigen Grundstein für die solide Entwicklung des ländlichen Arbeitsmarktes gelegt.

Im Streit um die Regelung des künftigen Einsatzes osteuropäischer Saisonarbeiter strebt die IG Bau eine Konsenslösung mit den Agrar-Arbeitgebern an. Dabei stehe die Sicherung bestehender und die Schaffung neuer sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze im Vordergrund.

Wasserschutz und ökologischer Landbau

Themen: Archiv — info @ 10:02

Oldenburg (agrar.de) – Eine positive Zwischenbilanz hat jetzt ein von niedersächsischen Umweltministerium gefördertes Pilotprojekt zum Einsatz des ökologischen Landbaus in Wassergewinnungsgebieten gezogen.

„Zwei Jahre nach Projektbeginn haben wir jetzt die 500 ha Marke überschritten“ sagt Projektleiter Heinrich Seul von CREAM Consultants (www.cre-a-m.com).

Der Erfolg sei Ergebnis der guten Kooperation zwischen dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (www.oowv.de), der Zusatzberatung und interessierten Landwirten, so Seul weiter.

Die meisten Flächen seien bereits in eine Mitgliedschaft in einem der deutschen Bio-Anbauverbände (www.agoel.de) übergegangen oder befänden sich in einem entsprechenden Aufnahmeverfahren.

15. Februar 1999

Alpenregionen wollen Naturschutz durch Dialog und Kooperation

Themen: Archiv — info @ 16:02

Bozen (agrar.de) -Die Arge Alp, eine Arbeitsgemeinschaft von 11 Alpenregionen, will zukünftig verstärkt auf den Dialog mit der Gesellschaft setzen.

Das geht aus Äußerungen des zukünftigen Leiters eines Projektes zur „Fortentwicklung von Landschaftsschutzstrategien“ der Arge Alp, Roland Dellagiacoma, hervor.

Die Ausweisung von Schutzgebieten alleine reiche künftig nicht mehr aus, um Vielfalt, Eigenart und Qualität der Landschaft langfristig erhalten zu können. Dieses Ziel könne künftig nur durch Dialog und Kooperation mit der Gesellschaft erreicht werden, so Dellagiacoma.

Langfristig sichere nur eine Integration von Naturschutzbelangen in die Raumnutzung den Erfolg der Naturschutzes. Hierfür müßten aber zunächst die Nutzer des ländlichen Raumes als Partner gewonnen werden.

Besonders große Einflußmöglichkeiten hätten dabei ländliche Gemeinden und die Landwirtschaft. Durch die Politikreformen der jüngsten Zeit nähmen ihre Einflußmöglichkeiten ständig zu.

Zusammen mit der Landwirtschaft sollen jetzt Möglichkeiten für eine nachhaltige, ökologisch orientierte Nutzung geprüft werden.

Gemeinden will das Projekt künftig fachliche Beratung und Begleitung in Natur- und Landschaftsschutzfragen angeboten werden.

Zunehmen müsse allerdings die Akzeptanz des Naturschutzes. Dafür seien größere Anstrengungen in Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit notwendig. Man müsse endlich das Negativimage der Verhinderer und Bremser abstreifen.

Näheres unter : www.argealp.at

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