19. Januar 1999

EU-Agrarfinanzen: Schröder auf Konfrontationskurs zu Paris

Themen: Archiv,GAP — info @ 16:01

Bonn/Paris/Brüssel (agrar.de) – Der Streit um die zukünftige Finanzierung der direkten Einkommensbeihilfen für Landwirte spitzt sich immer mehr zu.

Im Rahmen der EU-Agrarreform setzen Gerhard Schröder und die Europäische Kommission auf das sog. Kofinanzierungsmodell. Danach sollen die EU-Mitgliedsstaaten künftig 25% ihrer Einkommensbeihilfen selbst zahlen.

Die EU-Kommission könnte so ihre Ausgaben für die Agrarpolitik von 80 Mrd.DM/Jahr, davon allein über 56 Mrd.DM für direkte Einkommensbeihilfen für die Landwirtschaft, um 14 Mrd.DM / Jahr deutlich entlasten.

Vorteile hätten vor allem auch EU-Nettozahler wie Deutschland (22 Mrd.DM / Jahr). Bonn sparte durch das Kofinanzierungsmodell 1,4 Mrd. DM / Jahr.

Auf einen harten Konfrontationskurs zu diesen Vorschlägen gehen die bisherigen Nettoempfänger. Sie müßten künftig erheblich mehr Eigenmittel aufwenden:

Spanien (1 Mrd.DM), Frankreich (960 Mio.DM), Griechenland (900 Mio.DM) und Irland (210 Mio.DM).

Frankreichs Agrarminister Glavany erklärte in Paris sei man zu solchen „Bauernopfern“ nicht bereit. Dies sei keine Laune, sondern eine Frage des Prinzips, zitiert die Tageszeitung DIE WELT Glavany. Sein Land werde in dieser Frage „bis zum äußersten gehen“.

Die Französische Regierung droht jetzt damit, den für Ende März geplanten EU-Gipfel zur Agenda 2000 platzen zu lassen, sollte das Kofinanzierungsmodell auf der Tagesordnung stehen.

Gemüse-Import nimmt zu

Themen: Archiv — info @ 16:01

Berlin (agrar.de) – Wegen der „nicht überzeugenden Qualität“ des heimischen Gemüses müssten deutsche Grosshändler in den kommenden Monaten stärker auf importiertes Gemüse zurückgreifen. Das sagte Andreas Schwierz von der ZMP (Zentrale Markt- und Preisberichtstelle, Bonn) gestern in Berlin anläßlich der am 21. Januar beginnenden Fachmesse Fruit Logistica in Berlin.

In Deutschland werden für den Frischmarkt etwa 850.000 Tonnen Obst und 1,4 Mio Tonnen Gemüse erzeugt. Der Import betrage 4,2 Mio Tonnen bei Obst und 2,5 Mio. Tonnen beim Gemüse. Wichtigeste Einfuhrprodukte sind Bananen, Äpfel und Weintrauben, beim Gemüse sind es Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Paprika.

Der Umsatz des deutschen Fruchthandels wird mit 28,2 Milliarden DM angegeben.

Schwierz erwartet für die kommenden Jahre eine steigende Nachfrage nach Bio-Produkten. Das Limit sei noch nicht erreicht. Er erlärte weiter, daß die deutschen Gemüse-und Obstbauern weiterhin mit einen steigenden Konkurrenz aus Ost- und Mitteleuropa zu rechnen haben.

17. Januar 1999

Protest gegen rollendes Gen-Labor an Schulen

Themen: Archiv — info @ 14:01

Bad Soden-Allendorf (agrar.de) – Am vergangenen Freitag rollte Europas erstes Gentechniklabor auf Rädern auf den Hof der Rhenanus-Schule in Bad Soden-Allendorf (Hessen).

Das „BioTecMobil“ ist eine Gemeinschaftsaktion vom hessischen Kultus- und Wirtschaftsministerium, der Hess. Technologiestiftung, des Verbandes der Chemischen Industrie und der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie. Es soll Schüler über die Bio- und Gentechnologie informieren.

Bündnis 90/Die Grünen und die Bioland-Gruppe des Werra-Meißner-Kreises protestierten gegen das „BioTecMobil“. Sie zeigten sich „entsetzt“ darüber, daß die Landesregierung die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat.

Den Protagonisten, dem hess. Kultusnminister Holzapfel und Wirtschaftsminister Klemm, warfen die Gruppen vor, den spielerischen Umgang mit Genen vermitteln zu wollen, die möglichen Gefahren der neuen Technologie aber nur ungenügend zu vermitteln. Sie machten sich so zu „reinen Erfüllungsgehilfen der Industrie“. Bei der Aktion handle es sich um eine „Verharmlosung der Risikotechologie Gentechnik“.

Molkereipoker am Niederrhein – Milchbauern unter Druck

Themen: Archiv — info @ 10:01

Kalkar (agrar.de) – Im Poker um bessere Lieferpreise für ihre Milch, sind die Milchbauern am deutschen Niederrhein zur Jahreswende unversehens unter Druck geraten.

Ihr bisheriger Abnehmer, die Friesland Molkerei in Kalkar hat die bisherigen Lieferverträge über 125 Mio. kg / Jahr gekündigt. Das teilt die Lebensmittelzeitung mit.

Damit reagierte die Tochter des größten holländischen Molkereikonzerns Friesland Coberco Dairy Food auf gescheiterte Verhandlungen über die Konditionen neuer Milchlieferverträge.

Nun müssen sich die Milchliefergemeinschaften am deutschen Niederrhein in den nächsten zwei Jahren um neue Abnehmer bemühen. Zur Zeit sind offenbar die Eifelperle eG und die belgische Molkerei Walhorn im Gespräch.

Die Friesland Molkerei betont, keineswegs den deutschen Milchlieferanten den Laufpaß geben zu wollen. Doch der Betrieb in Kalkar sei auch nicht erpreßbar. Nach der Fusion der Friesland Dairy Food mit Coberco liegen die holländischen Milchquellen gleich jenseits der Grenze nur noch 15 km entfernt, der nächste Schwesterbetrieb liegt 25 km entfernt in Arnheim. Es wäre deshalb kein logistisches Problem, Kalkar mit Milch aus den Niederlanden auszulasten.

Der Wegfall gesicherter Absatzlinien für die Grünlandbetriebe am Niederrhein könnte ernste agrar-umweltpoltische Folgen haben.

12. Januar 1999

Agenda 2000 kostet deutsche Landwirte 4 Mrd. DM

Themen: Archiv — info @ 10:01

Bonn (agrar.de) – Der Präsident des deutschen Bauernverbandes (DBV) Gerd Sonnleitner hat Erwartungen der Verbraucher gedämpft durch die Agrarreform der EU (Agenda 2000) und die anstehende Verhandlungsrunde der Welthandelsorganisation könnten die Verbraucherpreise für Lebensmittel spürbar sinken.

In einem Brötchen steckten, so Sonnleitner, lediglich noch Getreide für eineinhalb Pfennige. Die geplante Senkung der Getreidepreise werde daher für die Verbraucher kaum spürbar. Das Maßnahmenbündel der Agenda 2000 bringe allerdings drastische Einkommensverluste für die deutschen Bauern mit sich. Sie sollen sich DBV-Berechnungen zufolge auf bis zu 4 Mrd. DM belaufen.

Sonnleitner: ‚Jetzt ist die deutsche Ratspräsidentschaft gefordert, ein finanzierbares und konsensfähiges Verhandlungspaket für eine solide Finanzierung des EU-Haushaltes sowie eine Reform der Agrar-, Struktur- und Regionalpolitik und die Ost-Erweiterung zu schnüren‘.

Interesse an Agrarumweltschutz steigt

Themen: Archiv — info @ 09:01

Bonn (agrar.de) – Der schonende Umgang mit Ressourcen, die Reduzierung von Schadstoffbelastungen, der Gewässerschutz und die Energieeinsparung in der Landwirtschaft haben an Bedeutung gewonnen.

Dieses Resümee zog Bundeslandwirtschaftsminister Funke anlässlich der Vorstellung der Broschüre „Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Agrarbereich für Umweltschutz 1979 – 1998“ (Schriftenreihe Angewandte Wissenschaft Heft 475).

Die 164 Seiten starke Dokumentation berichtet über die bisher geförderte Projekte und soll mögliche Interessenten zur Teilnahme am Programm ermutigen. Die Dokumentation kann per Fax beim Bundeslandwirtschaftsministerium angefordert werden (0228 / 529-4262)

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