31. Januar 1999

Normenkontrollklage gegen Landschaftschutzplan

Themen: Archiv — info @ 10:01

Eschwege (agrar.de) – Drei Landwirte aus Renda, Gemeinde Ringau, erheben in Form eines Normenkontrollverfahrens Klage gegen die Ausweisung eines Landschaftsschutzgebietes.

Der Status des 525 ha großen Gebietes, das ausschließlich landwirtschaftlich genutzt werde und erst durch jahrhundertelange landwirtschaftliche Bewirtschaftung seinen typischen Charakter erhielt, sei nicht gefährdet, so die Argumentation der Kläger.

Anläßlich einer Ortslandwirtetagung am 6. Dezember habe Landwirtschaftminister Bökel erklärt, so der Kreisbauernverband, daß die Ausweisung von Schutzgebieten nur bei akuter Gefahr für deren Status erfolge. Daher sehen die Landwirte in Renda in der Ausweisung der Schutzzone II, die unter anderem den Umbruch von Grünland verbiete, reine Willkür. Durch solche Maßnahmen werde die Überlebensfähigkeit ihrer Betriebe in Frage gestellt. Die einzige tatsächliche Folge der Ausweisung sei ein Vermögensverlust von 1,25 Millionen Mark.

Dieser Summe entspricht die Wertminderung der Flächen um 25%, wie ein Verkehrswertgutachten ergab.

30. Januar 1999

„Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft“ (FNL)

Themen: Archiv — info @ 16:01

Agrarverbände wollen fusionieren

Bonn (agrar.de) – Die deutsche Agrarwirtschaft reagiert auf die wachsende Diskussion zum Umweltprofil der Landwirtschaft.

Drei wichtige Agrarverbände (AGF, FIP und IMA) wollen bis zum Ende des Jahres 1999 zu einer Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) verschmelzen. Darauf haben sich die Vorsitzenden der Aktionsgemeinschaft Deutsches Fleisch e.V. (AGF), der Fördergemeinschaft Integrierter Pflanzenbau e.V. (FIP) und der Information-Medien-Agrar e.V. (IMA) geeinigt.

Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die drei Gründungsorganisationen als eigenständige Vereinigungen bestehen bleiben.

Im künftigen FNL-Vorstand wird – für die IMA – auch der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Gerd Sonnleitner sitzen.

Die FNL will künftig

– ein zutreffendes Bild von der nachhaltigen Landwirtschaft zu zeichnen – die Meinungsbildung in der Öffentlichkeit über die Landwirtschaft, deren Produktionsverfahren und Umweltwirkungen mitzugestalten – die Akzeptanz für moderne Produktionsverfahren und Produktionstechniken zu verbessern und damit auch für die Erzeugnisse der Veredlungskette – die FNL zu einer zentralen Organisation für die Öffentlichkeitsarbeit der Landwirtschaft mit ihren vor- und nachgelagerten Bereichen zu entwickeln

Darüber hinaus will die FNL

– die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der nachhaltigen Entwicklung in der Landwirtschaft schaffen und weiterentwickeln – die Anwendung der bestmöglichen Produktionsmethoden der integrierten pflanzlichen Erzeugung und der tierischen Veredlung im Sinne von nachhaltiger Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit in der Landwirtschaft fördern – über die Bedeutung der Landwirtschaft für unsere Gesellschaft, über ländliche Räume, den darin lebenden Menschen mit ihren Arbeits- und Lebensbedingungen informieren und auf ein besseres Verständnis zwischen Stadt und Land hinwirken

Die FNL soll offenbar keine wirtschafts- oder standespolitischen Interessen vertreten.

29. Januar 1999

Fischler: WTO keine Gefahr für Agenda 2000

Themen: Archiv — info @ 13:01

Berlin (@grar.de) – Die Verhandlungen bei der WTO stellen für EU-Agrarkommissar Franz Fischler keine Gefahr für die Umsetzung der in der Agenda 2000 geplanten Erweiterung der Union sowie der Reform der Agrar- und Strukturpolitik dar.

Im Gegenteil, beim schwierigen Prozess der Osterweiterung müßten nicht nur negative ökonomische und soziale Folgen einer Übertragung der heutigen EU-Agrarpolitik auf die Kandidatenländer vermieden werden.

Zwar seien gleichzeitig auch alle anfallenden WTO-Verpflichtungen zu erfüllen. Doch die hierzu notwendige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der EU-Mitgliedsstaaten und Beitrittsländern sei nur durch die Stärkung strukturpolitischer Instrumente zu erreichen. Eben dies will die Agenda 2000.

Zwar bedient sich das Reformprogramm vor allem neuer sog. „blue box“-Maßnahmen, also nur teilweise von der Produktion entkoppelten Preisausgleichszahlungen.

Doch Fischler zufolge nehmen die geltenden GATT-Vereinbarungen diese Art der Stützung von der Streichliste ausdrücklich aus. Eine Streichung von „blue box“-Maßnahmen bedürfte also zunächst einer Änderung bestehender GATT-Verträge.

Bei der nächsten WTO-Runde will die EU zudem mehr Gewicht auf den Tierschutz, Verbraucherinformation oder Sicherheits- und Qualitätsstandards für Nahrungsmittel legen.

28. Januar 1999

Neuer BSE-Fall in Frankreich

Themen: Archiv — info @ 14:01

Paris (agrar.de) – In Frankreich ist eine Milchkuh am Rinderwahnsinn (BSE) erkrankt. Das teilt das Landwirtschaftsministerium in Paris mit.

Die im Juli 1994 in der Normandie geborene Milchkuh wurde samt ihrer Herde von 71 Tieren bereits am vergangenen Wochenende geschlachtet und verbrannt.

Die Zahl der 1999 bekanntgewordenen BSE-Fälle steigt damit auf vier. Seit 1990 erkrankten in Frankreich 53 Rinder an BSE.

FAO – Bericht zur Rolle des ökologischen Landbaus

Themen: Archiv — info @ 12:01

Rom (agrar.de) – Die Nachfrage nach Lebensmitteln aus kontrolliert biologischem Anbau nimmt zu. Das geht aus einem Bericht der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hervor.

Der organische Landbau könne zur Ernährungssicherung beitragen und die Einkommenssituation der Bauern verbessern heißt es darin.

Dennoch werde nach Einschätzung der FAO weltweit nur ein geringer Prozentsatz der Bauern organischen Landbau betreiben.

Der Marktanteil von Bioprodukten liege in Deutschland bei 1,2 %, der Schweiz bei 7,8% und in Österreich bei 10%.

Für Bioprodukte aus Entwicklungsländern sei der Zugang zu den Märkten in den Industriestaaten allerdings noch sehr schwierig. (hs)

27. Januar 1999

Auch Marktordnungen künftig mit Umweltkomponente

Themen: Archiv — info @ 16:01

Brüssel (@grar.de) – Die Europäische Kommission will künftig Agrar-Umweltmaßnahmen in die wichtigsten Marktorganisationen einbeziehen. Das wurde heute in Brüssel bekannt.

Demnach soll die Grundprämie für Rindfleisch nur noch für höchstens 2 GVE je Hektar gewährt werden.

Als weiterer Anreiz zur Extensivierung soll dann eine Zusatzprämie gezahlt werden, wenn die Besatzdichte der erwachsenen Rinder, Schafe und Ziegen zusammengerechnet weniger als 1,4 GVE je Hektar beträgt.

Bei Rindfleisch, Milch und Milcherzeugnissen wird den Mitgliedstaaten ein Teil der Gesamtmittel bereitgestellt, damit diese bei der tierischen Erzeugung umweltschonendere Verfahren fördern können, z. B. durch flächenbezogene Prämien anstelle der Tierprämien.

Außerdem sollen im Bereich der Ackerkulturen bis zu 10% der Grundfläche fünf Jahre lang freiwillig stillgelegt werden können, wobei bereits durch die Senkung der Stützpreise eine Drosselung des übermäßigen Einsatzes von Nitraten und anderen Nährstoffen erreicht wird.

EU-Kommission stärkt Agrar-Umweltschutz

Themen: Archiv — info @ 14:01

Brüssel (agrar.de) – EU-Agrarkommissar Franz Fischler und Umweltkommissarin Ritt Bjerregaard, haben heute dem Ministerrat und dem Europäischen Parlament die Vorstellungen der Europäischen Kommission zur nachhaltigen Landwirtschaft übermittelt.

In der Kommissionsmitteilung wird die künftige Einbeziehung von Umweltbelangen in Agrarpolitik präzisiert.

Demnach soll die Agrar- und Forstpolitik den von ihr ausgelösten Umweltwirkungen künftig stärker Rechnung tragen.

Wer eine nachhaltige Landwirtschaft erreichen wolle, müsse das Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Umwelt neu definieren sagte Fischler heute in Brüssel.

Nur eine nachhaltige Landwirtschaft stelle sicher, daß die Naturschätze und das einzigartige landschaftliche Erbe Europas auch zukünftigen Generationen zugute kämen.

„Die Vorschläge der Kommission im Rahmen der Agenda 2000 geben den Mitgliedstaaten und Regionen die Mittel in die Hand, um unser ländliches Erbe zu schützen. Auf EU-Ebene werden wir weiterhin daran arbeiten, Agrar- und Umweltpolitik besser miteinander zu verknüpfen.“

Ritt Bjerregaard sagte:

„Landwirtschaftspolitik muß zu unseren Zielen im Umweltbereich beitragen und darf sie nicht untergraben. Die Landwirtschaft spielt eine besondere Rolle, um in den Bereichen Wasserqualität, Biodiversität und Klimaveränderung Ergebnisse zu erzielen. Die Landwirte sollten zunehmend dafür bezahlt werden, daß sie öffentliche Güter, die sich der Steuerzahler erwartet; zur Verfügung stellen.

Die Einbeziehung von umweltpolitischen Erwägungen in die GAP (Gemeinsame Agrarpolitik, d.R.) darf nicht nur Lippenbekenntnis bleiben. Sie muß sich in der Realität widerspiegeln in wirklichen und echten Veränderungen der Organisation von Produktion und finanzieller Unterstützung.

Das verlangt eine ernsthafte und aktive Vereinbarung der Landwirtschaftsminister, auf die ich mich freue, in der finalen und heiklen Verhandlungsphase der Agenda 2000.“

Neue Zahlungsbedingungen für Agrar-Umweltschutzmaßnahmen

Themen: Archiv — info @ 13:01

Brüssel (agrar.de) – Die EU-Kommission will die Erbringung von Umweltleistungen in ländlichen Gebieten künftig nur noch dann gesondert honorieren, wenn sie über die gute landwirtschaftliche Praxis und die geltenden Umweltvorschriften hinausgehen.

Die Erfüllung geltender Umweltschutzvorschriften soll dabei bereits über die Stützungsregelungen abgegolten werden. Das wurde heute in Brüssel bekannt.

Künftig solle eine Landwirtschaft gefördert werden, die stärker die Umwelt, die Landschaft und ihre Besonderheiten, die Böden und die natürlichen und genetischen Ressourcen schone und verbessere. Sie sollen zudem zu einem integralen Bestandteil der Programme zur ländlichen Entwicklung werden.

Die Mitgliedstaaten sollen zudem die Möglichkeit erhalten, Direktzahlungen an Landwirte von der Einhaltung von Umweltauflagen abhängig zu machen. Im Negativfalle könnte dies zu geringeren Zahlungen für die Landwirte führen, die nicht die nötigen Schritte setzen, um den Anforderungen der Europäischen Umweltschutzgesetzgebung zu entsprechen. Allerdings sollen die Mitgliedstaaten verpflichtet werden, Umweltschutzmaßnahmen, die sie im Hinblick auf die Landnutzung und die betreffende Erzeugung für sinnvoll halten, auch durchzuführen.

Die Kommission will zudem Maßnahmen zugunsten der benachteiligten Gebiete, mit denen lebensfähige ländliche Gemeinden, eine nachhaltige Landwirtschaft und die nachhaltige Bewirtschaftung und Entwicklung des Waldes erhalten werden sollen. Dabei wird vorgeschlagen, alle Zahlungen von der Fläche abhängig zu machen, um eine übermäßige Besatzdichte als mögliche Folge der Tierprämien zu vermeiden.

Schließlich sollen die Mitgliedstaaten künftig bis zu 10% ihrer Fläche als Gebiete mit besonderen Nachteilen ausweisen können. In ihnen soll dann die Aufrechterhaltung der Landwirtschaft u. a. im Interesse des Umweltschutzes und der Verhinderung der Landflucht gefördert werden.

26. Januar 1999

Offenbar 50 Schweizer Nutztierrassen gefährdet

Themen: Archiv,Schweiz,Tiere — info @ 14:01

Bern (agrar.de) – In der Schweiz sind offenbar über 30 Rassen von fünf Arten einheimischer Nutztiere gefährdet. Zu ihnen gehörten das Evolener Rind, das Engadiner Schaf, die Bündner Strahlenziege und das Schweizer Huhn.

Weitere 20 Rassen seien mittelfristig ebenfalls gefährdet. Darunter sind verschiedene Ziegenrassen, die Freibergerpferde oder einzelne Farbtaubenrassen. So das Ergebnis einer Überprüfung nach international anerkannten Kriterien, die das schweizerische Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Dienstag bekanntgab.

Für die gefährdeten Rassen sei ein Sofortprogramm nötig Die Schweiz hat sich laut BLW mit der Ratifizierung der Konvention über biologische Vielfalt verpflichtet, im Rahmen der Möglichkeiten die Erhaltung und die nachhaltige Nutzung der genetischen Ressourcen im Pflanzen- und Tierbereich zu unterstützen.

Dazu seien Maßnahmen wie der Aufbau einer Samenbank anzulegen, die finanzielle Unterstützung von Rassen mit sehr kleinen Beständen oder Projekte zum Einsatz gefährdeter Rassen zur Pflege von Landschaftsschutzgebieten, sowie die Kooperation mit den Zuchtverbänden und deren Mitgliedern notwendig.

Die Kosten für die jetzt vom BLW vorgeschlagenen Maßnahmen belaufen sich auf eine Million Schweizer Franken im ersten und 500.000 in den Folgejahren.

Landwirtschaft in Zahlen – Vorbereitung zum Weltagrarzensus 2000

Themen: Archiv — info @ 13:01

Berlin (agrar.de) – Im Mai 1999 ist in Deutschland eine neue Landwirtschaftszählung geplant, die im Rahmen der EU-weiten Erhebung „Weltagrarzensus 2000“ stattfinden soll. Alle deutschen Agrarbetriebe werden dann unter anderem über Bodennutzung, Viehbestände, Arbeitskräfte sowie Eigentums- und Pachtverhältnisse befragt. Der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, verwies in Berlin auf die Bedeutung der Statistik für anstehende Agrarreformen in Deutschland und der EU.

Die deutsche Landwirtschaft hat in den letzten 50 Jahren als Arbeitgeber stark an Bedeutung verloren. 1950 waren noch 25 Prozent aller Erwerbstätigen auf landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigt, heute sind es nur noch etwa 3 Prozent Vor 50 Jahren gab es etwa 2,3 Millionen Bauernhöfe mit rund 9,7 Millionen Mitarbeitern. Ende 1998 waren es nur noch 520.000 Betriebe mit etwa 1,5 Millionen Voll- oder Teilzeitbeschäftigten.

Die Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft ist im selben Zeitraum deutlich gewachsen: Ein Landwirt ernährt heute 110 Menschen, rund elf Mal so viele wie vor 50 Jahren. Der durchschnittliche Hektarertrag stieg bis zu 200 Prozent. 1949 wurden rund 14 Millionen Tonnen Getreide geerntet, 1998 waren es mehr als 45 Millionen Tonnen. Die durchschnittliche Milchleistung der Kühe verdoppelte sich von 2.350 Kilogramm auf heute 5.700 Kilogramm im Jahr.

Die durchschnittliche Größe der Unternehmen stieg in diesen 50 Jahren von 8,5 auf 33,4 Hektar. Der Anteil der Beschäftigten, die ihr Einkommen außerhalb der Landwirtschaft aufbessern, ist seit 1949 ebenfalls erheblich gewachsen: von 10 bis 15 Prozent auf heute 30 Prozent. Der Anteil der familienfremden Arbeitskräfte auf einem Bauernhof änderte sich kaum: Er beträgt 1998 wie schon 1950 rund 18 Prozent.

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