09. November 1998

Erste Kritik des Bauernverbandes an Agrarminister Funke

Themen: Archiv — info @ 09:11

Bonn (agrar.de) – Einseitig und realitätsfern nannte der Deutsche Bauernverband (DBV) zwei Gutachten des wissenschaftlichen Beirats des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Agenda 2000. Die beiden Studien waren zu einer positiven Bewertung der Kommissionsvorschläge zur Reform der Agrar- und Strukturpolitik sowie zur Erweiterung der Europäischen Union gekommen.

Im Gutachten ‚Integration der Landwirschaft der Europäischen Union in die Weltagrarwirtschaft‘ empfiehlt der Beirat durch einen weitgehenden Abbau von Stützungsmaßnahmen, wie staatlicher Marktinterventionen, Exporterstattungen oder Importzöllen, die europäische Landwirtschaft stärker in die Weltagrarwirtschaft zu integrieren. Die Gutachter begrüßen die geplante Rückführung bei der Preisstützung bei Getreide, Rindfleisch und Milch sowie den Ausbau der Agrar-Umweltprogramme.

Zu schwach fielen dem Expertengremium unter Vorsitz von Prof.Dr.Carsten Thoroe vom Institut für Ökonomie der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft, allerdings die Abkopplung der Ausgleichszahlungen von der Produktion aus. Mit seinen Forderungen nach einer Integration der europäischen Landwirtschaft in die Weltagrarwirtschaft scheine der Wissenschaftliche Beirat längst überholten Klischeevorstellungen zum Welthandelsliberalismus anzuhängen, urteilte der DBV. Mit den Reformvorschlägen der Agenda 2000 gingen der europäischen Landwirtschaft ein Drittel ihrer Arbeitsplätze verloren. Für Bundeslandwirtschaftsminister Funke muß die EU allerdings ein Konzept zur weiteren Liberalisierung des Weltagrarhandels und der Osterweiterung entwickeln.

‚Sie (die Gutachten, Anm.d.Red.) sind ein wichtiger Diskussionsbeitrag für die weiteren Beratungen zur Agenda 2000 und für die kommenden Welthandelsgespräche‘ hatte Funke bei der Vorstellung der Gutachten am Montag (2.11.) in Bonn betont.

07. November 1998

Fair-Trade: ein gutes Geschäft für Del-Monte & Co.?

Themen: Archiv — info @ 10:11

München (agrar.de) – Durchweg positiv bewerten Food-Experten und Industrie Image und Marktpräsenz von Fair-Trade-Produkten. Das berichtet die Lebensmittelzeitung vom 11. Eurofruit-Kongreß in München (443 Teilnehmer aus 37 Ländern). Demnach haben Fair-Trade-Produkte gegenüber gentechnisch veränderten Produkten derzeit klare Vorteile in der Verbrauchergunst.

Zwar rechnen Experten damit, daß die Gentechnik mittelfristig die Marktverhältnisse im Food-Bereich deutlich verändern wird. Doch derzeit empfinden viele Verbraucher gentechnisch veränderte Lebensmittel offenbar als eher unnatürlich und lehnen sie daher ab.

Positiv bewerten große Teil der Bevölkerung jedoch Fair-Trade-Produkte. Ihr Bekanntheitsgrad liegt Transfair-Direktor Dieter Overath zufolge bei 40%. Es sei jedoch sehr schwer sich am Markt zu etablieren. So hätten sich die großen Handelsketten wegen anfänglicher Qualitätsprobleme mit einer Listung von Transfer-Bananen bisher stark zurückgehalten. Den aktuellen Absatz in Deutschland beziffert Overath mit 25 000 Kisten pro Jahr. Doch trotz eher geringer Marktanteile ist es Fair-Trade-Produkten gelungen, die Marktstrategien namhafter Branchenmultis zu beeinflussen. So beschäftigen sich inzwischen auch Fruchtmultis wie Del-Monte seit einiger Zeit intensiv mit ökologischen und sozialen Qualitätsanforderungen der Verbraucher.

Für den Absatz in Industrieländern spielen, Donald Murray, Vizepräsident und Generalmanager einer Del-Monte-Tochter in Costa Rica zufolge gerade Arbeits- und Umweltaspekte der Produktion und die Herkunftssicherheit eine immer größere Rolle. Vor diesem Hintergrund kooperiere man inzwischen mit lokalen Arbeitervertretern und Umweltgruppen. Soziale und ökologische Produktqualitäten will Del-Monte künftig durch ein entsprechendes Produktzertifikat an den Verbraucher kommunizieren.

Strukturfonds: neue Länder auch zukünftig Ziel 1

Themen: Archiv — info @ 10:11

Bonn (agrar.de) – Im Rahmen der Agend 2000 will die Europäische Kommission auch die Strukturfonds reformieren. Demnach sollen die Mittel künftig auf die bedürftigsten Regionen konzentriert werden. Zugleich soll die Umsetzung der Förderung durch eine stärkere Dezentralisierung vereinfacht werden.

Diese Reformvorschläge betreffen Deutschland, als zweitgrößten Mittelempfänger, ganz besonders. Die Staats- und Regierungschefs der EU werden bei ihrem Treffen am 11./12. Dezember in Wien auch die Strukturfonds verhandeln. Wie die deutsche Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn jetzt mitteilt, steht jedoch offenbar bereits jetzt fest, daß die neuen Bundesländer weiterhin Förderung nach der Kategorie Ziel-1 erhalten werden. Diese Zielgruppe umfasst Gebiete, in denen das Pro-Kopf-BIP unter 75% des EU-Durchschnitts liegt.

Zu einem Fachgespräch über die Reform der Strukturfonds lädt die Vertretung der Europäischen Kommission am Mittwoch, den 11. November 1998, 12.00 Uhr bis 15.30 Uhr nach Bonn (Zitelmannstr. 22) ein. Themen sind die überarbeitete Einstufung der Zielgebiete, der genaue Budgetrahmen für die Strukturfonds, die Aufgaben des Kohäsionsfonds sowie die Konsequenzen der Erweiterung für die Verteilung der Fördermittel.

Anwesend: – Gerhard Stahl (Mitglied im Kabinett von Monika Wulf-Mathies), des für Regionalpolitik zuständigen Kommissionsmitglieds – Balthasar Huber, zuständig für ländliche Entwicklung in der Generaldirektion VI (Landwirtschaft) – Philippe Jacqüs Hatt, zuständig für Sozialfonds-Massnahmen in der Generaldirektion V (Beschäftigung und soziale Angelegenheiten) – Kurt-Peter Hötte, zuständig für regionale Entwicklung in der Generaldirektion XVI (Regionalpolitik und Kohäsion).

Anmeldung: Norbert Mühlberger, Vertretung der Europäischen Kommission, Bonn Tel: 0228/53009-41, Fax: 0228/53009-50 e-Mail: norbert.mühlberger@deutschland.dg10-bur.cec.be

06. November 1998

EU-Kommission will Erfolg der Strukturpolitik prüfen

Themen: Archiv — info @ 12:11

Brüssel (agrar.de) – Die Reform der Strukturfonds im Rahmen der Agenda 2000 ist heftig umstritten.

Kritiker der Agenda 2000 verweisen auf die Erfolge bisheriger Fördermaßnahmen, auch im ländlichen Raum. Doch lassen sich Erfolg und Mißerfolg überhaupt messen ? Wenn ja, wie ?

Dies soll eine Studie klären, die die Generaldirektion XVI (Regionalpolitik und Kohäsion) der EU-Kommission jetzt in Auftrag geben will. Sie soll erstmals ein Modell zur Bewertung der Strukturförderung in Ostdeutschland und ihren Auswirkungen auf die Volkswirtschaft entwickeln.

Folgende Fragen sollen untersucht werden: – Prüfung und Beurteilung der bestehenden oder anderer möglicher Methodologien für Modelle zur Bewertung der makroökonomischen Auswirkungen der Strukturförderung, einschliesslich der Modelle für andere Mitgliedstaaten und duale Volkswirtschaften; – Konstruktion und Erläuterung eines Modells zur Bewertung der makroökonomischen Auswirkungen der Strukturfondsförderung in Ostdeutschland, einschliesslich einer Beschreibung der verwendeten Daten und der Definition von Schocks; – Anwendung des Modells zur Schätzung der makroökonomischen Auswirkungen der Strukturfondsförderung in Ostdeutschland von 1991 bis 1999; – Nachweis der Validität und der Zuverlässigkeit des Modells anhand der üblichen statistischen Kriterien und durch Vergleich mit den Ergebnissen anderer Modelle und für andere Mitgliedstaaten.

Die Studie soll Mitte 1999 vorliegen. Wie die EU Kommission @grar.de Aktuell mitteilt, können sich Interessenten noch bis zum 20.November 1998 an einer entsprechenden Ausschreibung beteiligen und noch bis zum 13. November 1998 Ausschreibungsunterlagen per Post oder Fax bei folgender Stelle anfordern: Europäische Kommission GD XVI Regionalpolitik und Kohäsion Abteilung XVI.D.1 (‚Regionalinterventionen in Deutschland‘) Herrn K.-P. Hötte, CSM 1 5/67 Rue de la Loi/Wetstraat 200 B – 1049 Brüssel Tel: +32-2-2957154 Fax: +32-2-2966006 Ref: 98/S 188-126492/DE

Experten mahnen UN-Staaten zur Umsetzung der Klimaziele von Kyoto

Themen: Archiv — info @ 09:11

Brüssel/Buenos Aires (agrar.de) – Im Streit über die Umsetzung der unverbindlichen Klimaziele von Kyoto in eine völkerrechtlich verbindliche UN Rahmenkonvention hat sich jetzt ein Expertengremium der Europäischen Union zu Wort gemeldet.

Das European Consultative Forum on the Environment and Sustainable Development, forderte die Teilnehmer der UN Klimakonferenz in Buenos Aires (2.-13.November) jetzt auf, für

– eine möglichst weitgehende Ratifizierung des Kyoto Protokols; – eine aktive Einbindung der USA durch die Europäische Union; – eine rigorose Überwachung der Einhaltung der Konvention und den Aufbau eines entsprechenden Referenzsystems; – die Zulassung flexibler Mechanismen wie Handel mit Emissionsrechten, Joint Implementation oder Clean Development als Ergänzung zu nationalen Maßnahmen sowie – die Einbindung der Entwicklungsländer in die Reduzierung von Treibhausgasen durch die Unterstützung von Clean Development zu sorgen.

Im Kyoto Protokoll hatten sich vor allem die Industrieländer zu einer Reduzierung der Emmission von Treibhausgasen verpflichtet. Das von der Europäischen Kommission 1997 ins Leben gerufene Forum berät die Kommission bei der Entwicklung einer Politik zu Umweltchutz und nachhaltiger Entwicklung. Seine Mitglieder stammen aus wichtigen Interessengruppen u.a. auch der Landwirtschaft.

Näheres beim Sekretariat des European Consultative Forum on the Environment and Sustainable Development European Commission, DGXI.1 Rue de la Loi 200, B-1049 Brüssel, Belgien; Telefon +32 2 296 80 04; Telefax +32 2 299 08 95 e-mail: forum@dg11.cec.be Vorsitzender: Thorvald Stoltenberg, Telephon: +45-33 14 01 24 Berichterstatterin: Sylvie Faucheux, Fax +33-1-39 25 53 75, e-mail: sylvie.faucheux@c3ed.uvsq.fr

05. November 1998

Talking Food – Wissen, was auf den Tisch kommt

Themen: Archiv — info @ 16:11

Bonn (agrar.de) – Unter dem Motto ‚Talking Food – Wissen, was auf den Tisch kommt‘ hat die Europäische Kommission in Deutschland am gestrigen 4. November einen Medienwettbewerb für Schülerinnen und Schüler zwischen 12 und 16 Jahren eröffnet.

Bis Dezember sollen sich die Jugendlichen mittels selbst produzierter Fernsehspots, Hörfunk- oder Zeitungsbeiträge kreativ mit dem Thema Lebensmittelsicherheit auseinandersetzen.

Eine ‚Info-Box‘ versorgt die Schüler mit den nötigen Basisinformationen. Die produzierten Beiträge bilden den Mittelpunkt einer anschließenden, bundesweiten Medienkampagne. Zahlreiche Veranstaltungen für SchülerInnen und LehrerInnen begleiten den Medienwettbewerb. Ausschreibungsunterlagen für den Schüler-Medienwettbewerb können kostenlos bestellt werden beim AID, Konstantinstr. 124 53179 Bonn (Bestellnummer 0003) Fax: 0228/9526952. Für weitere Fragen zur EU-Kampagne hat der AID hat eine Telefon-Hotline unter 0180/5612345 eingerichtet, jeweils Mittwoch und Freitag zwischen 14 und 17 Uhr.

Internet: http://www.talkingfood.de Näheres bei Thorsten Münch, Vertretung der Europäischen Kommission, Bonn, Tel. 0228/53009-36 bzw. -26, Fax: -50

03. November 1998

EU-Kampagne zur Lebensmittelsicherheit

Themen: Archiv — info @ 15:11

Bonn (agrar.de) – Mit einer europaweiten Informationskampagne für Jugendliche will die Europäische Kommission der gerade bei jungen Verbrauchern durch Themen wie Salmonellenskandale, Hormonfleisch, bestrahlte Lebensmittel oder BSE hervorgerufenen Verunsicherung begegnen. Der deutsche Kampagnenauftakt findet am morgigen 4. November 1998 von 11.00 bis 12.30 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz in der Kommissionsvertretung, Zitelmannstr. 22, 53113 Bonn, statt.

Ziel der Kampagne ist es Verbrauchern bei der Lebensmittelwahl zu unterstützen und sie mit den für einen kritischen aber objektiven Umgang mit dem Nahrungsmittelmarkt notwendigen Informationen zu versorgen.

Die Kampagne in Deutschland wird von der Gruppe ‚Freunde für sichere Lebensmittel‘, einem Arbeitskreis öffentlich geförderter Ernährungsaufklärung getragen. Ihm gehören an:

– der Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid), – die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV), – die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) als Vertreter von Wirtschaft und Handel

Näheres bei Thorsten Münch, Vertretung der Europäischen Kommission, Bonn, Tel. 0228/53009-36 bzw. -26, Fax: -50.

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