19. November 1998

Zum Thema Lebensmittelsicherheit

Themen: Archiv — info @ 14:11

Brüssel (agrar.de) – Jeder zweite Verbraucher hält ein Lebensmittel dann für sicher, wenn es frei von Pestizid- und Hormonrückständen ist und von kompetenten Stellen kontrolliert wird.

Das geht aus der Eurobarometer Umfrage Nr.49 über die Meinung europäischer Verbraucher zu Lebenmittelsicherheit hervor. Demnach vermissen Verbraucher auf Warenetiketten am meisten die eindeutige Herkunftsangabe (9 von 10 Befragten) und Angaben darüber, ob das Lebensmittel genetisch veränderte Organismen enthält.

Die sichersten Lebensmittel bieten für jeden zweiten Befragten Großkaufhäuser, Bauernhöfe und kleinere Hersteller an. Kleinen Lebensmittelläden bringt er hingegen am wenigsten Vertrauen entgegen (nur jeder 5.). Im Meinungsbild europäischer Verbraucher genießen Brot und Backwaren das meiste (86%), Fertiggerichte dagegen nur geringes Vertrauen (39%).

Vertrauenserweckend für den Verbraucher ist ein Lebensmittel besonders dann, wenn es auf nationaler Ebene (66%) oder auf europäischer Ebene (43%) kontrolliert wurde. Allerdings halten 8 von 10 Verbrauchern häufigere und strengere Kontrollen, insbesondere bei den Produzenten, für erforderlich. Dabei genießen Kontrollen durch die Lebensmittelüberwachung (29%) mehr Vertrauen als Kontrollen des Vertriebshandels.

Wichtige Informationsquelle ist das Warenetikett. Sechs von zehn Verbraucher schauen regelmäßig auf das Warenetikett, am meisten zur Prüfung des Verfallsdatums. Aus Mangel an Interesse lesen jüngere Menschen seltener die Warenetiketten als ältere. Dennoch bringen sie, wie die Erhebung zeigt, Lebensmitteln großes Vertrauen entgegen. Verbraucherverbänden schenken die Europäer in Sachen wahrheitsgetreuer Produktinformation das meiste Vertrauen. Ihnen vertraut laut Erhebung mehr als jeder zweite Verbraucher. Es besteht der dringende Wunsch nach möglichst umfassender Information zum Inhalt eines Produkts. Generell genießen die Produzenten wenig Vertrauen – ob in Sachen Produktinformation oder, was schwerer wiegt, in der Frage des Verkaufs von Erzeugnissen, die zwar für den Erzeuger rentabel, aber nicht sicher sind.

Zuverlässigste Informationsquelle in puncto Lebensmittel-Produktinformation sind mit Abstand die Verbraucherverbände: Ihnen spricht jeder zweite Verbraucher sein Vertrauen aus. Auf den weiteren Plätzen folgen die nationalen Behörden (jeder vierter Verbraucher) und die europäischen Einrichtungen (jeder fünfte Verbraucher). Niederländer haben Eurobarometer zufolge ein überdurchschnittlich hohes Maß an Vertrauen, ob in der Frage der wahrheitsgetreuen Informationen über Lebensmittel als auch in der Einschätzung des Wahrheitsgehalts von Warenetiketten. Mehr Kontrollen halten sie nicht für unbedingt erforderlich.

Hinsichtlich Zusatzstoffen oder Konservierungsmitteln haben niederländische Verbraucher europaweit die geringsten Bedenken. Griechische Verbraucher sind demgegenüber eher mißtrauisch. Die Iren erwiesen sich als die unentschlossensten. Lebensmittel scheinen sie am allerwenigsten zu interessieren, sie wählten am häufigsten die Antwort: ‚Weiß nicht‘.

Führungskräfte und Selbständige hegen, verglichen mit anderen Kategorien von Befragten, das größte Mißtrauen in puncto Lebensmittelsicherheit. Für sie sind Produktkontrollen unerläßlich, damit Produkte sicherer werden. Sie plädieren für unmißverständliche Produktinformation auf den Warenetiketten, und zwar im Klartext ausgeschrieben oder mit zusätzlichen Symbolen.




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