23. November 1998

Verbände wollen kein britisches Rindfleisch

Themen: Archiv — info @ 15:11

Alleingang für Import-Verbot gefordert

Bonn/Brüssel (agrar.de) – Die Lockerung des Exportverbotes für britisches Rindfleisch bei Verbrauchern, Metzgern und Agrarverbänden Kritik ausgelöst. Der deutsche Fleischer-Verband beurteilte die Entscheidung der EU- Agrarminister als zu früh. Die Entscheidung drohe neue Verunsicherung zu verursachen und sich negativ auf den Fleischverzehr auszuwirken.

Nach Ansicht der Verbraucher-Zentrale Hessen ist der Schutz der Fleischesser gefährdet. Lebensmittelprüfer kritisieren, die geplanten Kontrollen könnten wegen Personalmangels nicht vorgenommen werden.

Die Grünen forderten die Bundesregierung auf, zum Schutz der Verbraucher den Import weiterhin zu verhindern. Der Bund für Umwelt und Naturschutz wertete den EU-Ratsbeschluß als ‚gesundheits-politischen Skandal‘. Forderungen nach einem Alleingang zum Schutz deutscher Verbraucher wurden laut.

Auch der Deutsche Bauernverband hat die Aufhebung des Exportverbots für britisches Rindfleisch als verfrüht kritisiert. Bauernpräsident Sonnleitner rief die deutschen Verbraucher auf, an der Ladentheke künftig gezielt nach deutschem, herkunftssicherem Rindfleisch zu fragen.

19. November 1998

Zum Thema Lebensmittelsicherheit

Themen: Archiv — info @ 14:11

Brüssel (agrar.de) – Jeder zweite Verbraucher hält ein Lebensmittel dann für sicher, wenn es frei von Pestizid- und Hormonrückständen ist und von kompetenten Stellen kontrolliert wird.

Das geht aus der Eurobarometer Umfrage Nr.49 über die Meinung europäischer Verbraucher zu Lebenmittelsicherheit hervor. Demnach vermissen Verbraucher auf Warenetiketten am meisten die eindeutige Herkunftsangabe (9 von 10 Befragten) und Angaben darüber, ob das Lebensmittel genetisch veränderte Organismen enthält.

Die sichersten Lebensmittel bieten für jeden zweiten Befragten Großkaufhäuser, Bauernhöfe und kleinere Hersteller an. Kleinen Lebensmittelläden bringt er hingegen am wenigsten Vertrauen entgegen (nur jeder 5.). Im Meinungsbild europäischer Verbraucher genießen Brot und Backwaren das meiste (86%), Fertiggerichte dagegen nur geringes Vertrauen (39%).

Vertrauenserweckend für den Verbraucher ist ein Lebensmittel besonders dann, wenn es auf nationaler Ebene (66%) oder auf europäischer Ebene (43%) kontrolliert wurde. Allerdings halten 8 von 10 Verbrauchern häufigere und strengere Kontrollen, insbesondere bei den Produzenten, für erforderlich. Dabei genießen Kontrollen durch die Lebensmittelüberwachung (29%) mehr Vertrauen als Kontrollen des Vertriebshandels.

Wichtige Informationsquelle ist das Warenetikett. Sechs von zehn Verbraucher schauen regelmäßig auf das Warenetikett, am meisten zur Prüfung des Verfallsdatums. Aus Mangel an Interesse lesen jüngere Menschen seltener die Warenetiketten als ältere. Dennoch bringen sie, wie die Erhebung zeigt, Lebensmitteln großes Vertrauen entgegen. Verbraucherverbänden schenken die Europäer in Sachen wahrheitsgetreuer Produktinformation das meiste Vertrauen. Ihnen vertraut laut Erhebung mehr als jeder zweite Verbraucher. Es besteht der dringende Wunsch nach möglichst umfassender Information zum Inhalt eines Produkts. Generell genießen die Produzenten wenig Vertrauen – ob in Sachen Produktinformation oder, was schwerer wiegt, in der Frage des Verkaufs von Erzeugnissen, die zwar für den Erzeuger rentabel, aber nicht sicher sind.

Zuverlässigste Informationsquelle in puncto Lebensmittel-Produktinformation sind mit Abstand die Verbraucherverbände: Ihnen spricht jeder zweite Verbraucher sein Vertrauen aus. Auf den weiteren Plätzen folgen die nationalen Behörden (jeder vierter Verbraucher) und die europäischen Einrichtungen (jeder fünfte Verbraucher). Niederländer haben Eurobarometer zufolge ein überdurchschnittlich hohes Maß an Vertrauen, ob in der Frage der wahrheitsgetreuen Informationen über Lebensmittel als auch in der Einschätzung des Wahrheitsgehalts von Warenetiketten. Mehr Kontrollen halten sie nicht für unbedingt erforderlich.

Hinsichtlich Zusatzstoffen oder Konservierungsmitteln haben niederländische Verbraucher europaweit die geringsten Bedenken. Griechische Verbraucher sind demgegenüber eher mißtrauisch. Die Iren erwiesen sich als die unentschlossensten. Lebensmittel scheinen sie am allerwenigsten zu interessieren, sie wählten am häufigsten die Antwort: ‚Weiß nicht‘.

Führungskräfte und Selbständige hegen, verglichen mit anderen Kategorien von Befragten, das größte Mißtrauen in puncto Lebensmittelsicherheit. Für sie sind Produktkontrollen unerläßlich, damit Produkte sicherer werden. Sie plädieren für unmißverständliche Produktinformation auf den Warenetiketten, und zwar im Klartext ausgeschrieben oder mit zusätzlichen Symbolen.

18. November 1998

Europa-Grüne gegen Beschluß zu Pestiziden in Babykost

Themen: Archiv — info @ 16:11

Strasbourg (agrar.de) – Die Grünen im Europäischen Parlament haben einen Beschluß der Europäischen Kommission zu Höchstwerten für Pestizide in Babynahrung abgelehnt.

Zwar werde die Regelung der Forderung nach pestizidfreier Babynahrung weitgehend gerecht. Allerdings drohe eine im Anhang enthaltene Ausnahmeregelung gleichzeitig, den Beschluß weitgehend auszuhöhlen. Demnach sollen für Pestizide, die als weniger schädlich gelten, auch höhere Grenzwerte zugelassen werden können.

Näheres: Hiltrud Beyer, Mitglied des Europäischen Parlaments, Bündnis 90/DieGrünen, Tel.: 0032 2 284-5287; F: -9287.

17. November 1998

Agenda 2000: Fischler kommt nach München

Themen: Archiv — info @ 13:11

Brüssel (agrar.de) – EU-Agrarkommissar Franz Fischler wird sich am 27.November in der Münchner Vertretung der Europäischen Kommission der Diskussion zur Agenda 2000 stellen.

Unterstützung hat Fischler derweil von der neuen Bundesregierung erhalten. So erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Bonner Landwirtschaftsministerium, Dr.Gerald Talheim, die Agenda 2000 gehe grundsätzlich in die richtige Richtung. ‚Positiv zu bewerten sind vor allem die stärkere Marktorientierung durch Preissenkung gegen direkten Einkommensausgleich, die Verlängerung der Milchquotenregelung und der Ausbau der Agrarumweltprogramme‘ sagte Talheim bei einem deutsch-französischen Symposium zur Reform der gemeinsamen Agrarpolitik Anfang November in Paris.

Anmeldungen zur Veranstaltung mit Franz Fischler: Vertretung der EU-Kommission in München, Frau Weiß, Tel.: 089 / 202 1056.

Neuer Bio-Lebensmittel Lieferservice

Themen: Archiv — info @ 13:11

Witzenhausen (agrar.de) – Am 23. November 1998 nimmt ein neuer Service seinen Dienst auf, der bundesweit die Belieferung von Privathaushalten mit Bio-Lebensmitteln als Tiefkühlware anbietet.

Alle Lebensmittel des Anbieters (Bio-Gemüse, Bio-Pizza, Bio-Pommes, etc…) stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Zu den Lieferanten zählen u. a. Demeter, Bioland und Naturland. Nach Angaben des Dienstleisters erfolgt die Verarbeitung produkt- und ressourcenschonend, ohne Verwendung chemischer Zusätze, wie Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffen. Das sofortige Schockfrosten garantiert dennoch die gleichbleibend gute Qualität für mindestens 12 Monate.

Ein Verkaufkatalog kann kostenlos unter http://www.eco-service.de/naturkost.html angefordert werden.

Grüne Woche ´99: Bio-Markt und transgene Häppchen

Themen: Archiv — info @ 11:11

Berlin (agrar.de) – Nach Berichten der Messe Berlin GmbH, dem Veranstalter der Grünen Woche Berlin (22.01. bis 31. Januar 1999), wird der immensen Besuchernachfrage durch eine Flächen- und Themenerweiterungerweiterung Rechnung getragen. Durch die Fertigstellung neuer Messehallen stehen nun über 120.000 m2 Ausstellungsfläche zur Verfügung.

Der erst 1998 eingeführte Bio-Markt wurde in seiner Fläche um 50 Prozent erweitert und befindet sich nun in einer eigenen Halle mit Bistro und Bühnenbereich. Die nach Angaben der Messeleitung sehr gefragten Flächen werden erstmalig auch von ausländischen Ausstellern genutzt. Insgesamt werden mehr als 50 ausländische Beteiligungen erwartet, darunter auch Japan und (wieder) die Schweiz, neu dabei ist Usbekistan.

Neu sind auch das ‚Schaufenster der Deutschen Tierzucht‘, mit dem die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tierzüchter (ADT) ihr 50 jähriges Bestehen feiert, der Themenbereich ‚Urlebensmittel Wasser‘ und das Thema ‚Grüne Gentechnik‘, das vom aid, den Pflanzenzuchtverbänden und der CMA mit interaktiven Computeranimationen, Souvenirs und transgenen Häppchen präsentiert werden soll.

Das Rahmen- und Kongressprogramm wurde ebenfalls ausgeweitet. Nachwachsende Rohstoffe, Energiewirtschaft, Agenda 2000, Agrarmarketing und Landtourismus sind zentrale Themen.

Erwartet werden über 1.000 Aussteller, etwa 450.000 Besucher und 2.800 Journalisten. Weitere Informationen unter http://www.messe-berlin.de

16. November 1998

Eklat bei Übernahme von Cargill Saatgut

Themen: Archiv — info @ 10:11

Frankfurt/Main (agrar.de) – Bei den Übernahmeverhandlungen um die Saatgutspartie des amerikanischen Agrarriesen Cargill ist es Presseberichten zufolge zu einem Eklat zwischen den Eignern des Pflanzenschutzmittelherstellers Agrevo gekommen.

Agrevo, das gemeinsame Unternehmen von Schering und Hoechst, distanzierte sich von Äußerungen ihres Miteigners, der Schering AG. Offenbar unabgestimmt hatte Schering-Finanzvorstand Klaus Pohle mitgeteilt, der Verkauf von Cargill an Agrevo müsse wegen eines noch schwebenden Gerichtsverfahrens zwischen Cargill und der Pioneer Hi-Bred International neu verhandelt werden.Statt der vereinbarten 650 Millionen US$ wolle Agrevo jetzt nur noch 350 Millionen US$ für die Saatgutsparte Cargills zahlen. Je nach Verlauf der anhängigen Klage könne um bis zu 150 Millionen aufgestockt werden.

Ein Agrevo-Sprecher betonte am Freitag, die Äußerung ihres Miteigners Schering seinen nicht die Position von Agrevo. Die Kaufvereinbarung über 650 Millionen US$ habe weiter Bestand.

10. November 1998

Deutscher Bauernverband auf neuem Agrar-Umweltkurs?

Themen: Archiv — info @ 16:11

Bonn (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, erwartet von der neuen Bundesregierung neue Impulse im Agrar-Umweltbereich.

In einem Schreiben Sonnleitners an Bundeskanzler und Kabinett Schröder fordert er Außenminister Joschka Fischer jetzt auf, bei den 1999 anstehenden Verhandlungen der Welthandelsorganisation (WTO) massiv Sozial- und Umweltstandards einzufordern. Zudem solle er sich bei den Verhandlungen über die Agenda 2000 für eine bäuerlich geprägte Landwirtschaft einsetzen. Mit Bundesumweltminister Trittin will sich Sonnleitner möglichst bald treffen.

Der Gegensatz zwischen Landwirschaft und Umweltschutz werde oftmals künstlich aufgebaut, so Sonnleitner.

EU-Kommission schafft Voraussetzungen für Agrar-Öko-Audit

Themen: Archiv — info @ 13:11

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission plant eine Änderung der Verordnung 1836/93/EWG zum Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung.

Einen entsprechenden Vorschlag hat jetzt die für Umwelt zuständige EU-Kommissarin Ritt Bjerregard unterbreitet. Damit könnten sich künftig auch landwirtschaftliche Betriebe freiwillig einer Umweltprüfung unterziehen. Die Kommission will außerdem ein Logo für Unternehmen mit Öko-Audit einführen.

Künftig Haftung für Agrarprodukte

Themen: Archiv — info @ 09:11

Strasbourg – Das Europäische Parlament hat am vergangenen Freitag die Änderung Produkthaftungsrichtlinie (85/374/EWG) beraten. Zukünftig haften demnach auch Hersteller landwirtschaftlicher Rohstoffe und Jagderzeugnisse für ihre Produkte.

Zudem will das Parlament offenbar auch die Herstellerhaftung für Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemittel sowie Tiernahrung.

Der Haftungsumfang verdoppelt sich in Dauer und Obergrenze. Geschädigte können noch 20 Jahre nach dem Zeitpunkt des Inverkehrbringens auf bis zu 140 Mio Ecu klagen. Allerdings müssen Geschädigte einen kausalen Zusammenhang nachweisen. Für Verbraucherschützer also kein Grund zur Freude. Zudem haftet der Hersteller eines fehlerhaften Produkts nicht, wenn der Fehler zum Zeitpunkt des Verkaufs ’nach dem Stand der Wissenschaft und Technik‘ nicht erkannt werden konnte. Damit kann auch weiterhin kein Hersteller für die Folgen der Rinderseuche BSE haftbar gemacht werden.

Ein ‚Entwicklungsrisiko‘ wird hingegen als Haftungausschluß allerdings nicht anerkannt.

Seiten: 1 2 >>



   (c)1997-2017 @grar.de