10. Oktober 1998

Verwirrung um EU – Osterweiterung

Themen: Archiv — info @ 16:10

Brüssel (agrar.de) – Für Verwirrung um den Termin für die Osterweiterung der Europäischen Union hat am Freitag ein Interview von Hans van den Broek, als Mitglied der Europäischen Kommission zuständig für Mittel- und Osteuropa, mit der Wirtschaftswoche (Nr. 42 vom 8.10.98, S. 58) gesorgt.

Brüsseler Beobachter werteten die Äußerung van den Broeks als Anzeichen für eine Erweiterung der Union erst nach dem Jahre 2006.

Die Passagen: Wirtschaftswoche: ‚Herr Kommissar, die Osterweiterung der Europäischen Union wird immer weiter hinausgeschoben. Erst war vom Jahr 2000 die Rede, dann hat die EU-Kommission das Jahr 2002 angepeilt, und nun wird von 2006 gesprochen. Welches Datum stimmt denn nun ?‘.

Van den Broek: ‚Der Zeitpunkt des Beitritts richtet sich nach dem Stand der Reformen in dem jeweiligen Land.‘

Die Europäische Kommission unterstrich, daß das Beitrittsdatum eines Landes zur EU von der Geschwindigkeit seiner Vorbereitungen zur Mitgliedschaft abhängt. Demnach werde das tatsächliche Beitrittsdatum allein vom Fortschritt der Verhandlungen und der Ratifizierung des Beitrittsvertrages durch die 17 Parlamente – 15 in den jetzigen Mitgliedsstaaten, das Europäische Parlament und das Parlament des beitretenden Staates – bestimmt.

Nettozahlerdiskussion mit Folgen für Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 11:10

Brüssel/Bonn (agrar.de) – Die Nettozahlerdiskussion der vergangenen Monate könnte zum Bumerang für die Agrarpolitik werden. Einem am Donnerstag in Brüssel vorgelegten Bericht zufolge will die Europäische Kommission die Nettozahler in der Union deutlich entlasten.

Doch dies könnte gravierende Folgen für die Einkommenssituation der Landwirte Europas haben. Denn bei einer Reform des Beitragssystems werden Korrekturen auf der Ausgabenseite größere Chancen eingeräumt werden, als Veränderungen der Beitragsbemessung (Bindung der Beiträge am Anteil des Bruttosozialproduktes der EU). Während letztere eines einstimmigen Beschlusses und der Ratifizierung durch die Mitgliedsstaaten bedarf, ist eine Reform der Ausgabenstruktur bereits mit qualifizierter Mehrheit im Ministerrat umsetzbar.

Auf der Ausgabenseite steht vor allem die Agrarpolitik zur Disposition. Direkte Einkommensleistungen an Landwirte sollen demnach künftig nur noch zum Teil aus Brüssel kofinanziert werden. Beobachter gehen davon aus, daß sich die Diskussion auf diesen Ansatz konzentrieren wird. Im Parlament befürworteten vor allem die deutschen Sozialdemokraten und Bündnis 90/ Die Grünen den Reformansatz bei den Ausgaben, berichtet die Tageszeitung ‚Die Welt‘.

Mit einem Anteil von 60% ist Deutschland der größte Nettozahler der Union.

09. Oktober 1998

Nachhaltige Entwicklung bald Chefsache Schröder

Themen: Archiv — info @ 15:10

Bonn (agrar.de) – Einen im Bundeskanzleramt angesiedelten ‚Rat für nachhaltige zukunftsverträgliche Entwicklung‘ sowie einen Umweltstaatssekretär in jedem Bundesministerium hat jetzt die Enquete-Kommission ‚Schutz des Menschen und der Umwelt‘ vorgeschlagen.

Nach dem Willen der Experten sollte der ‚Nachhaltigkeitsrat‘ im Sinne der Interessen zukünftiger Generationen zukunftsorientierte Entwicklungen initiieren und überwachen.

Der Abschlußbericht der Enquete-Kommission ist als Bundestagsdrucksache 13/112000 beim Bundesanzeiger Verlag erschienen.

Kontakt: Bundesanzeiger Verlags GmbH, Tel.: 0228 / 3820- 940-2, Fax: -844

Naturschutz- und Ökoverbände schließen Bündnis in Schleswig-Holstein

Themen: Archiv — info @ 10:10

Kiel (agrar.de) – Ein Bündnis für Naturschutz und Landwirtschaft (BNNL) wollen führende Naturschutz- und Ökoverbände in Schleswig-Holstein heute der Öffentlichkeit vorstellen.

Die Naturschutzverbände BUND, NABU und LNV, die Ökolandbauverbände Bioland, Naturland und Demeter sowie der Beratungsverband Ökoring wollen künftig gemeinsam konkrete Wege zu einem verbesserten Schutz der Agrarlandschaft beschreiten. Leitbild für eine zukunftsfähige Landwirtschaft ist dabei der ökologische Landbau.

Die Bündnispartner fordern die Bewirtschaftung eines deutlich höheren Anteils der landwirtschaftlichen Fläche Schleswig-Holsteins nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus. Insbesondere in ökologisch sensiblen Gebieten (Wasserschutzgebiete, Flächen in Gewässernähe, Entwicklungs- und Pufferzonen von Großschutzgebieten) müsse der Ökologische Landbau Vorrang haben.

Zur Steigerung der Akzeptanz müssten Vermarktung, Verarbeitung und Werbung kreativ gefördert werden. Zur Unterstützung von Naturschutz durch nachhaltige Landwirtschaft schreibt das Bündnis den mit DM 3.000 dotierten Wettbewerb ‚Naturschutzhof 1999‘ aus.

Teilnehmen können alle im Naturschutz engagierten Landwirtschaftsbetriebe Schleswig-Holsteins. Die Prämierung soll am 14.5.1999 erfolgen.

Kontakt: Dr. Hans-Georg Starck BUND Landesverband S.-H., Tel.: 0431 / 66060-50, Fax: -33

Erstmals Zweifel an Sicherheit einer Gen – Pflanze

Themen: Archiv — info @ 09:10

Brüssel (agrar.de) – Premiere bei der Europäischen Kommission. Zum ersten Mal hat ihr wissenschaftliches Komitee für Pflanzen Zweifel an der Sicherheit eines gentechnisch veränderten Organismus geäußert.

In einem Gutachten vom 2.10.98 kommen die 15 unabhängigen Experten zu einer negativen Beurteilung der Anmeldung einer gentechnisch veränderten, stärkereichen Kartoffel durch die niederländischen Firma Avebe. Grund sei die nach Verordnung 90/220 über die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen vorgeschriebene Risikoanalyse. Diese sei von Avebe weder im Bezug auf die veränderten Gene noch im Bezug auf die eingefügten Genelemente ausreichend.

Dies gelte insbesondere für Resistenzgene gegen Amikazin, ein wichtiges klinisches Antibiotikum. Ohne die geforderte Abschätzung des Übertragungsrisikos veränderter Pflanzengene auf Menschen, Tiere und Umwelt könne der Sicherheitsstandard der angemeldeten Kartoffel nicht ausreichend beurteilt werden, so die Wissenschaftler. Zwar soll die Kartoffel nicht direkt an Endverbraucher abgesetzt werden. Ihre Stärke ist jedoch Rohstoff für die Herstellung von Lebens- und Futtermitteln.

Das Kommittee hat bisher insgesamt 11 Anmeldung gentechnisch veränderter Pflanzen positiv beurteilt, eine weitere wird derzeit bearbeitet.

08. Oktober 1998

Wulf-Mathies: Vorwürfe gegen Reformpläne unberechtigt

Themen: Archiv — info @ 13:10

Brüssel (agrar.de) – Bei einer Rede vor dem Deutschen Industrie- und Handelstags am 24.9.1998 ist Monika Wulf-Mathies (EU Kommissarin für Regionalpolitik) Kritik an den Reformplänen der Europäischen Kommission für die Strukturpolitik entgegengetreten.

In der aktuellen Diskussion würden, so Wulf-Mathies, immer wieder die gleichen unrichtigen Einwände gegen ein verstärktes Engagements Deutschlands laut.

– die Bundesrepublik wird durch die Konzentration der Strukturpolitik besonders belastet – Vorgaben aus Brüssel schränken die nationale Ausgestaltung der Strukturpolitik zu sehr ein – die Kohärenz zwischen der nationalen und der EU-Regionalförderkulisse schränkt die Handlungsfreiheit der Mitgliedstaaten zu sehr ein und verstößt gegen das Subsidiaritätsprinzip – die Kommission meint es gar nicht ernst mit Vereinfachung, Dezentralisierung und höherer Effizienz – der Europäische Sozialfonds verstößt gegen die Subsidiarität, weil er sich weiter für die Finanzierung von Ausbildungsmaßnahmen öffnet – es ist ineffizient, 0,7 Prozent der Strukturfondsmittel für innovative Maßnahmen einzuplanen

Landwirtschaftliche Rentenbank senkt Zinsen für Sonderkredite

Themen: Banken,Förderung — info @ 12:10

Frankfurt (agrar.de) – Die Landwirtschaftliche Rentenbank Frankfurt hat die Zinssätze ihrer Sonderkredite gesenkt. Je nach Laufzeit und Auszahlungskurs verbilligen sich die Kredite der hauseigenen Sonderkreditprogramme ‚Landwirtschaft‘, ‚Junglandwirte‘ und ‚Dorferneuerung‘ mit sofortiger Wirkung um bis zu 0,35 Prozentpunkte. Das teilte die Bank am Montag in Frankfurt mit.

Studie vergleicht Umweltwirkungen des ökologischen und des integrierten Landbaus

Themen: Archiv — info @ 11:10

Witzenhausen (agrar.de) – Kein einheitliches Bild, in Teilbereichen aber deutliche Vorteile für den ökologischen Landbau, so lautet das Fazit der Studie ‚Nachhaltige Landwirtschaftliche Produktionssysteme im Vergleich: Bewertung anhand von Umweltindikatoren‘ von Dr. Annette Piorr und Prof. W.Werner.

Nach Auswertung wissenschaftlicher Quellen ergeben sich demnach zwar positive Trends für den ökologischen Landbau, zumeist aber keine eindeutigen Unterschiede beider Systeme im Bezug auf das Emmissionspotential, den Humusgehalt der Böden, der Aktivität der Bodenmikroben und dem Beitrag zur Nitratproblematik (dies gilt im integrierten Landbau allerdings nur für Marktfruchtbetriebe).

Vorteile des ökologischen Landbaus bestehen offenbar jedoch in einer geringeren CO2 Emission bedingt durch kulturspezifisch geringeren Einsatz von Primärenergie, bei vergleichbarer CO2 Aufnahmeleistung (gilt für den Flächenbezug). Die Frage wie Umweltbelastungen der Landwirtschaft insgesamt reduziert werden können, hängt den Autoren zufolge jedoch wesentlich von der Flächenwirksamkeit des Systems ab.

So bei den diffusen N-Einträgen der Landwirtschaft in Gewässer. Hier sei die Bedeutung von Flächen mit hohem Nitrataustrag (Sonderkulturen, überdüngte Flächen z.B. Gülle-Hochlastflächen) an der gesamten Gewässerbelastung wegen ihres geringen Flächenanteils gegenüber Ackerbauflächen mit vergleichsweise niedrigem Stickstoffaustrag, aber deutlich höherem Flächenanteil verschwindend gering.

Deutliche Veränderungen in der allgemeinen Umweltsituation seien demnach nur über flächenhaft wirksame Maßnahmen zu erzielen. Die Autoren: ‚Hier hat der Integrierte Pflanzenbau derzeit ganz andere Umsetzungs- und Auswirkungsmöglichkeiten als der Ökologische Landbau, wenngleich derzeit das Potential das die beiden Systeme für eine dauerhafte umweltgerechte Landwirtschaft bergen, bei den verschiedenen Umweltindikatoren in unterschiedlichem Umfang realisiert wird‘. Die Studie ist als Band 28 in der Schriftenreihe Agrarspektrum erschienen.

07. Oktober 1998

Neue Ausschreibung für LIFE Projekte

Themen: Archiv — info @ 13:10

Brüssel (hs/EUK)- Einen neuen Aufruf zur Interessensbekundung hat die Generaldirektion XI der Europäischen Kommission veröffentlicht. Aktionen im Bereich Umweltschutz können mit der finanziellen Unterstützung durch die Kommission rechnen. Projekte werden in den Kategorien Umwelt, Natur und Drittländer unterstützt. Anträge können bis 31. Januar 1999 eingereicht werden.

Aktionen, die für eine Finanzierung durch LIFE in Frage kommen, sind in drei Kategorien unterteilt:

1. LIFE Umwelt: Hierunter fallen innovative Maßnahmen und Demonstrationsmaßnahmen für die Industrie, Demonstrationsmaßnahmen, Förderungsmaßnahmen und Maßnahmen zur technischen Unterstützung der lokalen Gebietskörperschaften sowie Maßnahmen zur Vorbereitung gemeinschaftlicher Rechtsvorschriften und zur Unterstützung der Gemeinschaftspolitik.

2. LIFE Natur: Dies schließt Maßnahmen zur Erhaltung natürlicher Lebensräume sowie wildlebender Tier- und Pfanzenarten ein.

3. LIFE Drittländer: Diese Kategorie umfaßt die technische Unterstützung bei der Schaffung von Verwaltungsstrukturen für die Umwelt, Maßnahmen für den Naturschutz und Demonstrationsmaßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Im Jahr 1999 können Maßnahmen in folgenden Ländern gefördert werden: Ägypten, Albanien, Algerien, Bosnien-Herzegowina, Israel, Jordanien, Libanon, Malta, Marokko, die Ostseeküste von Rußland, Syrien, Tunesien, die Türkei, Westjordanland und Gaza sowie Zypern.

Zusätzlich können, wie bei anderen Gemeinschaftsprogrammen, mittel- und osteuropäische Länder gemäß den Bestimmungen der europäischen Abkommen und der entsprechenden Zusatzprotokolle an LIFE teilnehmen.

Für jeden Sektor gelten unterschiedliche Anmeldeverfahren und Fristen für die Einreichung von Vorschlägen. Anmeldeformulare sind in Informationspaketen zu den jeweiligen Sektoren enthalten. Die Informationspakete für LIFE-Umwelt sind bei der Europäischen Kommission (Fax: +32-2-2969561), den nationalen Behörden und den Euro-Informationszentren erhältlich.

Jeder Mitgliedstaat hat seine eigene Frist für die Einreichung der Vorschläge bei den nationalen Behörden entweder im November oder Dezember 1998 festgelegt. Die Informationspakete für LIFE-Natur sind bei den nationalen Behörden oder der Kommission (Fax: +32-2-2969556) zu erhalten. Jeder Mitgliedstaat hat seine eigene Frist für die Einreichung von Vorschlägen bei den nationalen Behörden festgelegt.

Die Informationspakete für LIFE-Drittländer sind entweder bei den Vertretungen der Europäischen Kommission in den obengenannten Drittländern oder bei der Kommission (Fax: +32-2-2994123) erhältlich. Die Frist für die Vorlage der Anträge ist der 31. Januar 1999.

Große regionale Unterschiede bei Europas Waldschäden

Themen: Archiv — info @ 13:10

Bonn (hs/EUK) – Jeder vierte Baum geschädigt, rund ein Drittel noch ganz gesund. Die Vitalität der geschädigter Wälder hat teils dramataisch abgenommen.

So das Fazit des neusten ‚Kurzbericht 1998 über den Waldzustand in Europa‘ der Europäischen Kommission und der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UN/ECE). Demnach ist einerseits die Zahl ungeschädigter Bäume (0-10% Nadel- und Blattverlust) deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig hat sich bei allen Baumarten die Zahl der Bäume, die als ‚geschädigt‘ (mehr als 25% Nadel- und Blattverlust) klassifiziert werden, mehr als verdoppelt.

Je nach Baumart bestehen z.T. große Unterschiede sowohl hinsichtlich des zeitlichen Verlaufs als auch der räumlichen Verteilung in Abhängigkeit von der Klima- und Bodenverhältnisse in Europa. Als Hauptursachen für das anhaltende Baumsterben werden Luftverunreinigungen und extreme Dürren angesehen. Die Wirkungen dieser Hauptfaktoren sind komplex und werden seit 1994 durch gezielte Untersuchungen (intensives Beobachtungsprogramm) auf Ökosystemebene in Langzeitstudien abgeklärt. Ergebnisse des Kronzustandes aus 1997 (Level I): Europaweit sind 35.1% der erhobenen Bäume als ‚gesund‘ eingestuft, etwa 40% befinden sich in der ‚Warnstufe‘ und ein Viertel aller Bäume werden als ‚geschädigt‘ eingeschätzt, da sie über 25% Nadel-/Blattverlust aufweisen.

Der Schädigungsgrad (alle Bäume >25% Nadel-/Blattverlust) ist für Nadel- und Laubbäume ähnlich. Diese Daten können aufgrund der methodischen Grundlagen jedoch nur einen groben Überblick über den gegenwärtigen Zustand der Kronen geben.

Nähere Informationen bei: Europäische Kommission, DG VI / F.II.2, PCC of ICP Forests Rue de la Loi 130, B-1040 Brüssel Fax: 00 32 2 296 62 55 oder Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft Leuschnerstr. 91, D-21031 Hamburg Fax: 040 – 739 62 / 480

Seiten: << 1 2 3 4 >>



   (c)1997-2017 @grar.de