31. Oktober 1998

Exportverbot für portugiesisches Rindfleisch

Themen: Archiv — info @ 14:10

Brüssel (agrar.de) – Die EU stoppt den Export für Rindfleisch aus Portugal.

Ein entsprechendes Exportverbot wird in den kommenden Tagen inkrafttreten. Darauf haben sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gegen die Stimmen von Portugal und Irland geeinigt. Großbritannien und Belgien hatten an der entscheidenden Sitzung des Veterinärausschusses der EU am Freitag nicht teilgenommen.

Das Handelsembargo soll zunächst für 9 oder 18 Monate gelten. Grund für diese Entscheidung war die Häufung von BSE-Fällen in Portugal (wir berichteten). Mit einer möglichen Aufhebung des Exportverbotes für Großbritannien will sich der Ausschuß in der kommenden Woche befassen.

29. Oktober 1998

NABU fordert konzertierte Aktion für Ökologischen Landbau

Themen: Archiv — info @ 10:10

Bonn (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat von der neuen Bundesregierung eine ‚konzertierte Aktion‘ zur Förderung des ökologischen Landbaus gefordert.

‚Wenn wir es ernst meinen mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit, dann führt an der Umstellung eines großen Teils der konventionellen Landwirtschaft auf ökologischen Landbau kein Weg vorbei‘, sagte NABU-Geschäftsführer Gerd Billen bei der Vorstellung einer Studie seines Verbandes in Bonn. Experten des NABU schlagen darin vor, den Anteil des Ökolandbaus an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland bis zum Jahr 2003 von derzeit zwei auf mindestens zehn Prozent zu steigern.

‚Dieses Ziel ist keine Utopie, sondern machbar, denn es verlangt von niemandem Unmögliches oder Unbezahlbares‘, so Billen. Die vom NABU-Institut für Naturschutz und Landschaftökologie (ILN) in Singen angefertigte Studie setzt bei der für möglich gehaltenen Verfünffachung der Anbaufläche voll auf Verarbeiter und Konsumenten.

‚Wenn möglichst viele der Beteiligten, von der Produktion über Verarbeitung und Handel bis zu Politik und Verbrauchern an einem Strick ziehen, ist es eigentlich ganz einfach‘, so Rainer Oppermann, einer der Autoren der Studie. Relativ geringe Umstellungen etwa beim Bäcker- oder Metzger-Handwerk oder in Großküchen hätten bereits große Gewinne an ökologisch bewirtschafteter Fläche zur Folge.

Für die Förderung von Vermarktung und Absatz solle sich auch die Politik einsetzen: Bislang erfolge die Förderung des ökologischen Anbaus im Rahmen der Europäischen Agrarpolitik produktionsorientiert über Flächenprämien oder die Honorierung bestimmter ökologischer Leistungen. Dies hat sich nach Auffassung des NABU als wenig sinnvoll erwiesen, da die geförderte Produktion auf mangelhaft erschlossene Absatzwege und somit einen zu kleinen Markt treffe. Die Autoren der Studie fordern deshalb, ähnlich wie etwa in Dänemark, zwei Drittel der Subventionen für den ökologischen Anbau in Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Verkaufsförderung zu investieren.

NABU-Geschäftsführer Billen: ‚Um die Aussagen in der Koalitionsvereinbarung von SPD und Grünen umzusetzen, müssen die förderungspolitischen Rahmenbedingungen für den Ökolandbau grundsätzlich verändert werden.‘ Derzeit bekomme der Ökolandbau in Deutschland mit rund 17 Millionen Mark im Jahr weniger als 0,15 Prozent der bundesdeutschen Agrarausgaben. Seine Forderung an den neuen Bundeslandwirtschaftsminister: ‚Herr Funke sollte sich öffentlich zum ökologischen Landbau bekennen. Für seinen Kollegen in Österreich ist dies schon lange selbstverständlich.‘

Streit um Steuervorteile für die Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 09:10

Bonn (agrar.de) – Sprecher der BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN kritisierten gestern den neuen Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD), er würde mit dem Eintreten für die Beibehaltung von Steuervorteilen für Landwirte die von der Koalition vereinbarte Steuerreform gefährden.

Funke hatte die von SPD und Bündnisgrünen vereinbarte Streichung von Sonder-Steuerregeln als ‚unausgewogen und sozial ungerecht‘ bezeichnet. Die Abschaffung von Steuerausnahmen für Landwirte sei nicht mit ihm abgesprochen worden.

Bundeskanzler Gerhard Schröder habe ihm aber zugesagt, daß die Sonderregeln weiterbestehen würden – darauf verlasse er sich nun. Die Grünen wollen dies nicht hinnehmen. Ihre Finanzsprecherin Christine Scheel sagte der Süddeutschen Zeitung, dies würde allein 1,2 Milliarden Mark Ausfälle bedeuten, die nicht mehr zur Finanzierung der Steuerreform zur Verfügung stünden. Dann wäre die Steuerreform nicht finanzierbar.

27. Oktober 1998

Treibhausgase aus der Landwirtschaft hochwirksam

Themen: Archiv — info @ 14:10

Brüssel (CREAM) – Die Landwirtschaft ist Hauptverursacher für Methan- und Lachgasemmissionen in der Europäischen Union. Bei den CO2 Emissionen spielt sie hingegen faktisch keine Rolle. Das geht aus einer aktuellen Studie von EUROSTAT hervor.

Demnach stammen 41% aller Methanemissionen (CH4) der EU aus der Landwirtschaft, gefolgt von Abfällen (37%) und Energie (20%). Die landwirtschaftlichen CH4-Emissionen stammten zu 75% von Wiederkäuern und zu 25% aus Mist. Ebenfalls 41% aller Lachgasemmissionen (N2O) gehen auf das Konto der Landwirtschaft, gefolgt von der Industrie (33%) und dem Energiesektor (20%). Die Landwirtschaftlichen Emissionen werden dabei zu mehr als 90% von Mist hervorgerufen.

Im Jahre 1994 entließ die Landwirtschaft in der EU insgesamt 9.006 Tonnen CH4 und 396 Tonnen N2O in die Umwelt. Damit steuert sie zwar nur rund 8% der insgesamt ausgestoßenen Treibhausgase in der Europäischen Union bei. Doch gerade CH4 und N2O besitzen aufgrund ihres großen Wärmerückhaltevermögens eine extrem hohe Klimawirksamkeit. So entsprechen die negativen Klimawirkungen einer Tonne Methan über einen Zeitraum von 20 Jahren EUROSTAT zufolge, den von 56 Tonnen Kohlendioxid (CO2).

Emissionswerte der EU-Mitgliedsstaaten CH4 -Emissionen 1994 (t) Deutschland 1.660 – Frankreich 1.555 – Großbritannien 1.116 – Spanien 933 – Italien 915 – Irland 633 – Niederlande 483 – Belgien 389 – Dänemark 326 – Griechenland 287 – Österreich 209 – Schweden 202 – Portugal 195 – Finnland 93 – Luxemburg 17

N2O-Emissionen 1994 (t) Deutschland 86 – Italien 76 – Spanien 58 – Frankreich 51 – Dänemark 30 – Niederlande 26 – Irland 19 – Belgien 11 – Großbritannien 10 – Finnland 9 – Griechenland 8 – Portugal 7 – Österreich 3 – Schweden 0 – Luxemburg 0

Immer mehr Produkte von Deutschlands Äckern

Themen: Archiv — info @ 12:10

Bonn (CREAM) – Die Bewirtschaftung von Deutschlands Agrarflächen wird immer intensiver. Die deutsche Brutto-Bodenproduktion, das ist die Menge aller auf landwirtschaftlich genutzten Flächen erzeugten Produkten, hat im Wirtschaftsjahr 97/98 deutlich zugenommen. Das teilt das Bundesernährungsministerium (BMELF) mit.

Demnach nahm die Brutto-Bodenproduktion im 4,5% (4,7 Mio. Tonnen) Getreideeinheiten (GE) auf insgesamt rund 110 Mio. Tonnen GE zu (eine GE entspricht einer Tonne Gerste).

Mit einem Zuwachs von 9% lagen Marktfrüchte (Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln und Ölsaaten) deutlich über dem Durchschnitt. Dabei gingen infolge verringerten Flächenstillegungssatzes allerdings allein 8% auf die Getreideproduktion zurück.

Ein leichtes Plus von 1% verzeichneten Futterfrüchte. Mit einem Rückgang von 14,4% brachen Sonderkulturen ein. Ausschlagebend waren hier laut BMELF niedrige Erträge bei Obst und Gemüse.

26. Oktober 1998

Bonn förderte Öko-Landbau mit 129 Mio DM

Themen: Archiv — info @ 09:10

Bonn (CREAM) – Europäische Union, Bund und Länder haben im Jahr 1997 insgesamt 129 Millionen DM zur Förderung des ökologischen Landbaus in Deutschland ausgegeben (365.600 ha).

Im Rahmen des Extensivierungsprogramms wurden 1997 insgesamt 136.100 ha mit 57,4 Mio. DM gefördert, im Rahmen der Agrarumweltprogramme (VO 2078/92) 229.500 ha mit 71,1 Mio.DM.

Zwischen 1989 und 1992 erhielten Landwirte im Rahmen des Extensivierungsprogramms Förderung für den Verzicht auf Einsatz chemisch-synthetischer Produktionsmittel im gesamten Beitrieb für die Dauer von fünf Jahren.

Die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) im Jahre 1992 schuf mit den Agrarumweltprogrammen (VO 2078/92) dann ein deutlich erweitertes Instrument, das nicht nur die Umstellung auf ökologischen Landbau, sondern auch dessen Beibehaltung fördert.

Schluckt eine riesige Senke 2 Mrd. t CO2 pro Jahr?

Themen: Archiv — info @ 09:10

Washington (CREAM) – Zu überraschenden ersten Ergebnissen kam jetzt, Washingtoner Presseberichten zufolge, ein Team von Universitätswissenschaftlern und US-Regierung.

Bei einer Untersuchung der globalen Kohlendioxidgehalte der Atmosphäre stießen sie auf starke CO2-Rückgänge in der gemäßigten Zone der nördlichen Hemisphäre. Nach einem Vergleich der CO2-Gehalte dort muß es in Nordamerika eine bisher unentdeckte Senke für Kohlenstoffdioxid gigantischen Ausmaßes geben. Sie könnte der Erdatmosphäre pro Jahr bis zu 2 Milliarden Tonnen CO2 entziehen. Der Effekt dürfte zumindest teilweise durch Pflanzenbestände und Wiederaufwuchs brachgefallener landwirtschaftlicher Flächen und gerodeter Waldflächen hervorgerufen werden.

20. Oktober 1998

Reform der EU Agrarpolitik kostet 3 Milliarden ECU

Themen: Archiv — info @ 16:10

Brüssel (hs/FT) – Trotz ihres Ziels künftig deutlich weniger für die Landwirtschaft auszugeben, kommt die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) zunächst teuer.

So schätzt EU-Agrarkommissar Franz Fischler, daß neben dem derzeitigen Agrarbudget von jährlich rund 40 Milliarden zusätzlich rund 3 Milliarden ECU für die Reform selbst anfallen. Das geht aus Brüsseler Presseberichten hervor.

Sollten sich die EU-Agrarminister wie geplant im Februar 1999 auf eine GAP-Reform verständigen, wollen die Regierungschefs der Union den ausgehandelten Kompromiß dann im März 1999 beschließen.

Tiefe Krise britischer Landwirtschaft könnte Folgen haben

Themen: Archiv — info @ 13:10

Aberdeen (agrar.de) – Während sich Europa um eine umweltgerechte Landwirtschaft und die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums streiten, steht Großbritanniens Landwirtschaft vor der wohl schwersten Krise ihrer Geschichte.

Das berichtet die schottische Tageszeitung ‚The Scotsman‘ unter Berufung auf eine aktuellen Studie des britischen Unternehmensberaters Deloitte & Touche hervor. In ihr konstatieren die Finanzexperten über 300 untersuchten Betrieben in England und Wales katastrophale Ertragseinbußen. Ohne Leistungen der Europäischen Union hätten über 80% ihrer Kunden im vergangenen Jahr überhaupt keinen Gewinn erzielt.

Demnach sind die Nettoerlöse landwirtschaftlicher Betriebe in nur einem Jahr (Juni 97-98) um 56% abgestürzt. Und die Talfahrt geht weiter: für 98/99 rechnen die Finanzexperten mit einem weiteren Minus von 48%. Der Nettoertrag pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche ist ebenfalls um 50%, auf nur noch 123 Pfund Sterling, gefallen.

Ein Trend, der offenbar landesweit gilt. Der Schottische Bauernverband (National Farmers Union) spricht sogar von der schwersten Krise seit den 30er Jahre. Die NFU befürchte, die derzeitige Krise könnte für 80% der Betriebe das Aus bedeuten. NFU-Präsident George Lyon rechnet mit einem Einkommensrückgang von 50% auf nur noch 160 Millionen Pfund Sterling.

Als Gründe für die katastrophale Entwicklung nennen Deloitte & Touche die Kumulation vieler Negativfaktoren, wie dem dramatische Preisverfall bei Getreide und Fleisch (insbesondere bei Schwein) der BSE-Krise, schlechter Witterung und internationale Rezession. Betriebsaufgaben in der befürchteten Dimension hätten katastrophale Folgen für die Kulturlandschaften und die Struktur des ländlichen Raumes.

Gerüchte um Renationalisierung des Agrarbudgets

Themen: Archiv — info @ 09:10

Brüssel (hs/FT) – Hartnäckig halten sich in Brüssel offenbar Gerüchte um eine mögliche teilweise Renationalisierung des Agrarhaushaltes der Europäischen Union (wir berichteten).

Danach könnten, in Brüssel kursierenden Vorschlägen zufolge, bis zu 25% der Direktzahlungen an die Landwirtschaft wieder in die Verantwortung der Mitgliedsstaaten fallen.

Die Renationalisierungsgedanken stehen vor den heftigen Beschwerden Deutschlands, der Niederlande, Schwedens und Österreichs um ihre hohen Nettozahlungsleistungen in die Kassen der EU.

Von den derzeitigen Zahlungsmodalitäten an die EU profitieren im Agrarbereich vor allem Frankreich, Spanien und Irland. Entsprechend schroff ist deren Ablehnung jeder Veränderung.

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