18. September 1998

Getreideintervention überschreitet 5 Millionen Tonnen Marke

Themen: Archiv — info @ 12:09

Bonn/Brüssel (agrar.de) – Während der Interventionskampagne 1997/98 (November/August) hat die Bundesregierung rund 5,27 Millionen Tonnen Getreide zu garantierten Preisen aufgekauft und eingelagert (Vorjahr 1,56 Mio. t). Das geht aus aktuellen Mitteilungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums und der Europäischen Kommission hervor.

Deutsche Landwirte profitieren von der Preisstützung EU-weit demnach mit Abstand am stärksten. Denn von den insgesamt 13,7 Mio t derzeit in der EU eingelagerten Interventionsgetreide stammen fast 50% (6,2 Mio t) aus Deutschland. Den größten Anteil hatten dabei in Deutschland Gerste (2,94 Mio t), Weizen (317.000 t) und Mais (75.000 t). Bei den Ländern waren Schleswig-Holstein (16%), Niedersachsen (15%), Sachsen-Anhalt (15%) und Mecklenburg-Vorpommern (14%) die Spitzenreiter.

17. September 1998

Chemische Industrie gegen Öko-Landbau

Themen: Archiv — info @ 14:09

Frankfurt (agrar.de) – Positiv für den Agrarstandort Deutschland hat die Chemische Industrie eine Studie der Gesellschaft für Boden- und Gewässerkunde zur Situation landwirtschaftlicher Emissionen bewertet.

Umweltpolitische Entwarnung sieht Dieter Tomaschewski, Vorsitzender des Fachbereichs Düngung des Industrieverbandes Agrar e.V.. Für ihn machen die Ergebnisse der Studie Forderungen nach einer allgemeinen Extensivierung der Landwirtschaft obsolet.

Thomaschewski: ‚Bei weltweit begrenzter Ackerfläche und stark wachsender Bevölkerung sind Mindererträge von 30-40%, wie sie mit dem Öko-Landbau verbunden sind, nicht akzeptabel.Das industrienahe Institut für Landwirtschaft und Umwelt, Bonn, hat jüngst einen Vergleich ökologischer und integrierter Produktionssysteme veröffentlicht:

A. Piorr und W. Werner (1998): Nachhaltige Landwirtschaftliche Produktionssysteme im Vergleich: Bewertung anhand von Umweltindikatoren. Schriftenreihe Agrarspektrum, Band 28. Dachverband Wissenschaftlicher Gesellschaften der Agrar-, Forst-, Ernährungs-, Veterinär- und Umweltforschung, Verlagsunion Agrar

Weltweit ein Drittel lokaler Nutztierrassen vom Aussterben bedroht

Themen: Archiv,Tiere — info @ 11:09

Rom (agrar.de) – Wie die Financial Times unter Berufung auf den Leiter der Forschungsgruppe für Tiergenetik der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), Dr.Keith Hammond, berichtet, ist rund ein Drittel aller heimischen Nutztierrassen akut vom Aussterben bedroht.

Experten sehen darin eine sehr ernste Bedrohung für die Welternährung, denn Nutztiere tragen zu rund 30% zur Welternährung bei. Die Einkommen von rund 2 Milliarden Menschen hängen zumindest teilweise von Nutztieren ab. Ein Beispiel von vielen ist Indien. Hier stehen rund die Hälfte aller heimischen Ziegenarten vor der Ausrottung. Schon heute sind dort rund 80% der Geflügelarten landesfremde ‚Exoten‘.

‚Der Verlust lokaler Nutztierrassen beraubt die Menschen ihrer Optionen, adäquat auf Veränderungen zu reagieren‘ so Dr.Hammond.

FAO-Angaben zufolge fehlt den bedrohten einheimischen Nutztierrassen oft jeglicher Schutz: – in Afrika, Lateinamerika, der Karibik, Asien und dem Pazifikraum 80% – in Nordamerika rund 75% – im nahen Osten und Europa 55% – 60%

16. September 1998

Sonnleitner gegen Einkommen auf Weltmarktniveau

Themen: Archiv — info @ 14:09

Bonn (agrar.de) – Gegen die negativen Effekte der Agenda 2000 auf die Einkommen deutscher Landwirte hat sich der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, gewandt.

‚Auch Beamten, Angestellten und Arbeitnehmern wird kein Einkommen auf Weltmarktniveau zugemutet.‘ so Sonnleitner. Preise auf dem sogenannten Weltmarktniveau können bei Milch, Rindfleisch oder Getreide nicht der Maßstab sein. Anders als viele Mitbewerber auf dem Weltmarkt hätten Bauern in Deutschland ein hohes Kostenniveau und strenge Umweltauflagen zu tragen.

15. September 1998

Studie: Rückgang der Überschüsse bei Stickstoff und Phosphor

Themen: Archiv — info @ 16:09

Giessen (agrar.de) – Die Umweltbelastung durch die Landwirtschaft ist seit den 80er Jahren insgesamt zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Prof. Hans-Georg Frede, Gesellschaft für Boden- und Gewässerschutz, in Gießen.

Doch immer noch gelangen zuviele Nährstoffe auf landwirtschaftliche Nutzflächen und somit in die Umwelt. So beläuft sich Prof. Frede zufolge der Stickstoffüberschuß im Bundesdurchschnitt derzeit auf 111 kg / ha (alte Bundesländer 129 kg/ha, Höchstwert 166 kg/ha 1987), bei Phosphat auf 11 kg / ha (alte Bundesländer 16 kg/ha, Höchstwert 38 kg/ha 1980)

Schimmel in Biogetreide

Themen: Archiv — info @ 15:09

München (agrar.de) – In Lebensmittelgeschäften und Naturkostläden angebotenes Getreide aus kontrolliert ökologischem Anbau ist nach einem Bericht des Archivs für Lebensmittelhygiene (1998/49/S.42-45) offenbar häufig mit Fusarientoxinen belastet,nach dem Urteil der Autoren sogar in ‚ernstzunehmenden Konzentrationen‘.

Bei einer Untersuchung im Raum München fanden sie in Weizen, Roggen, Gerste und Mais Deoxynivalenol, Zearalenon und Fumonisine (Mais), nach eigenen Angaben in Konzentrationen bis zu 2,6 ppm.

10. September 1998

Brüssel für Antibiotika im Tierfutter

Themen: Archiv — info @ 15:09

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission duldet offenbar keine Aktivitäten zur Reduzierung des vorbeugenden Einsatzes von Antibiotika in Futtermitteln. Das geht aus Kommissionsmitteilungen hervor, die @grar.de Aktuell vorliegen.

So hat der wissenschaftliche Ausschuß für Tierernährung der Europäischen Kommission jetzt ein Antrag Finnlands, den Einsatz der Mittel Spiramycin und Tylosin im Land weiterhin untersagen zu dürfen, abgelehnt. Eine Ausnahmegenehmigung war zum 31.12.1997 ausgelaufen. Die finnische Regierung erhielt ihr Verbot dennoch bis heute aufrecht.

Die Generaldirektion VI, Landwirtschaft, sieht nun eine Kommissionsentscheidung vor, die die Finnen zur Aufhebung des Verbotes zwingen soll. Auch Schweden hat die Europäische Kommission aufgefordert, die bisherigen Regelungen zum Einsatz von Antibiotika in Futtermitteln aufzuheben.

Die schwedische Regierung lehnt dies strikt ab und forderte die für Verbraucherpolitik zuständige EU-Kommissarin Emma Bonino auf, die Richtlinie 70/524/EWG über zugelassene Zusätze in der Tiernahrung zu ändern und die schwedische Praxis auf die gesamte EU auszuweiten. Dort dürfen Antibiotika bereits seit 1986 nur noch für medizinische Zwecke und erst nach tierärztlicher Verschreibung verwendet werden. Der Antibiotikaverbrauch sank seither um 50%.

In der Europäischen Union sind derzeit acht (8) Antibiotika in Futtermitteln zugelassen. Dabei gelten die vor allem in der Schweinemast eingesetzten Wachstumsförderer Carbadox und Olaquindox als krebserregend bzw. erbgutschädigend. Deutschland, die Niederlande und Großbritannien haben nun eine Überprüfung beantragt. Die vorbeugende Gabe von Antibiotika in Tierrationen ist umstritten. Einerseits beugt sie Erkrankungen in der Tierproduktion vor und führt zu einer verbesserten Futterverwertung. Andererseits können Resistenzen entstehen, die bis zur Unwirksamkeit von Antibiotika in der Humanmedizin führen können.

06. September 1998

Messebericht:“GAFA“

Themen: Archiv — info @ 09:09

Köln (agrar.de) – Vom 30. August bis zum 1. September fand in Köln die internationale Gartenfachmesse statt. Hersteller und Motoristen demonstrierten vor allem ihre Bereitschaft zur Innovation im EDV- und Dienstleistungsbereich.

‚Auf zur Gafa Köln – wo der Konjunkturmotor brummt‘. Unter diesem Motto dokumentierten rund 1150 Unternehmen aus 49 Ländern, wie sie sich den Herausforderungen der Zukunft stellen. Erwartungsgemäß boten gerade die marktführenden Hersteller von Motorsägen und Gartengeräten einige interessante technische Detailverbesserungen. Im Vordergrund der Messe stand jedoch die Absicht der Aussteller, den Endverbraucher durch umfassenden Service an sich zu binden.

Der Kampf um treue Kunden wird zunehmend im Bereich der Datenverarbeitung geführt. Fachhändler, die ihr Ersatzteilangebot noch per Microfilm verwalten, werden immer seltener. Um eine effektive Teilebeschaffung und eine rasche Reparatur von Motorgeräten zu ermöglichen, nutzen viele niedergelassene Unternehmen bereits die Möglichkeiten der Online-Kommunikation mit einzelnen Herstellern. Ein völlig neues Warenwirtschaftsystem bietet die RöhJoh Software GmbH an. Der einmalige Kauf einer CD-ROM berechtigt den interessierten Händler zum gleichzeitigen Zugriff auf alle derzeit verfügbaren Ersatzteil-Infos (Abbildungen, Bestellnummern, Preise, Historie) zu jedem Motorgerät der gängigen Marken. Eine kleine monatliche Gebühr soll dem autorisierten Nutzer anschließend die regelmäßige Aktualisierung des Datenwaldes per Internet garantieren.

Das aufwendige Projekt wird zum Jahreswechsel unter dem Namen ‚MoSys‘ auf den Markt kommen. Zur herkömmlichen Kundenbetreuung zählt dagegen die Instandsetzung verschleißintensiver Arbeitsmittel. Das große Angebot an Kettenschärfgeräten darf dabei zu den Trends der GAFA ’98 gezählt werden. OREGON präsentierte beispielsweise einen Kettenschleifer mit auto-pneumatischer Spannvorrichtung. Das Einspannen von Sägeketten wird mit dem Gerät Nr. 106360 automatisiert und deutlich beschleunigt.

Wirklich neu dürfte die neue Kettenspannvorrichtungen an Motorsägen sein, die ebenfalls von der Firma OREGON vorgestellt wurde. Ein Zahnradsystem mit Namen INTENZ ermöglicht das Nachspannen der Kette an der Schiene selbst. INTENZ Double-Guard-Schienen sind allerdings noch lange nicht für alle Motorsägen-Marken zu haben.

Eine ebenfalls komfortable Kettenschnellspannung bietet STIHL mit der neuen 026 C. Der Gehäusedeckel der Säge läßt sich mit einem Handgriff lösen, die Kette wird mithilfe eines Einstellrädchens manuell gespannt. Auf den gewohnten Kombischlüssel kann also in Zukunft verzichtet werden. STIHL wartete jedoch noch mit weiteren Innovationen auf. Darunter der erste Erdbohrer mit Quickstop-Motorbremse. Das Einmann-Bohrgerät BT 120 C löst im Bedarfsfall die Bohrerbremse aus, bevor sich die Motoreinheit um die eigene Achse drehen kann. Neues gab es auch aus dem Hause DOLMAR. Die ausgeklügelte Vergasertechnik und die digitale Zündanlage der Motorsäge PS-344 ermöglicht einen jederzeit reibungslosen Startvorgang. Zum Anwerfen der Säge genügt es, nur den HappyStart-Knopf zu drücken und einen Hebel auf Kalt- oder Warmstart zu stellen. Ist der Motor nach betätigen des Zugseils angesprungen, läuft die Säge ohne Drehzahlregulierung durch. DOLMAR geht auch in Sachen Design neue Wege. Nachdem die Trennschleifer PC-6212 und PC-7314 zu Jahresanfang mit dem deutschen Design Award ausgezeichnet wurden, bietet der Traditionshersteller erstmals auch eine robuste Motorsäge im schnittigen Look an. Wahr ist: Die PS-34 sieht gut aus, obwohl die Technik nur recht konventionell daherkommt.

Um nochmal auf das kräfteschonende Starten von Sägen zurückzukommen. Auch Husqvarna bietet von nun an eine interessante Anwurfhilfe. Mit SmartStart nimmt der Hersteller nach eigenen Angaben ‚die Härte aus dem Zug‘. Schon die Sägen kleinerer Bauart weisen ein zuschaltbares Dekompressionsventil auf, das sich nach der Zündung und den ersten Umdrehungen automatisch zurückstellt.

Ein weiteres Marktsegment scheint die Ingenieure der führenden Gerätefirmen zu beschäftigen. Die Einhand-Motorsägen, die vorwiegend in der Baumpflege zum Einsatz kommen und bereits seit längerem von STIHL vertrieben werden. DOLMAR bezeichnet sein aktuelles Einhand-Modell als ‚Handy zum Sägen‘. Die PS-3300 mobilisiert etwa 1 kW. Jonsered stellte erstmals das Tophandle-Modell 2033 vor. Der Mini-Kraftprotz leistet 1, 2 kW bei 11 000 Umdrehungen pro Minute und soll für unter 700 Mark in den Handel gelangen. Detailverbesserungen gab es auch bei den diversen Motorsensen, deren technischer Stand jedoch als weitestgehend bekannt vorausgesetzt werden kann. Bemerkenswert ist allerdings der neue Gestrüppschneider der Firma STIHL. Der FH 75 kombiniert die Mobilität einer Motorsense mit den Eigenschaften eines Messerbalkens. Mit dem Gestrüppschneider lassen sich Wegränder, niedrige Büsche und bodendeckende Pflanzen mähen, ohne daß Mähgut umhergeschleudert wird! Abschließend sollte angemerkt werden, daß es auf der GAFA ’98 natürlich noch viele gartenspezifische Neuerungen zu bestaunen gab, die das forstliche Interesse jedoch nicht berühren dürften. Eine wegweisende Entwicklung sollte an dieser Stelle aber nicht unbeachtet bleiben. Denn Honda zog mit einer völlig neuen Generator-Generation die Blicke der meisten Messebesucher zeitweise auf sich. Die benzingetriebenen Stromerzeuger der Linie GENE 21 erfüllen die modernsten Ansprüche an Abgas- und Geräuschemmission. Die ‚Micro-4-Takter‘ halten eine schwankungsfreie Spannungskontinuität, die angeblich über den Normen des öffentlichen Netzes liegt. Die Aggregate Eu 10i und Eu 30i dürften sich, auch aufgrund ihrer kompakten Bauweise, sehr bald durchsetzen.

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