24. Juli 1998

Sonnleitner empört über Kinkel

Themen: Archiv — info @ 10:07

Bonn (agrar.de) – Empört zeigte sich der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, über jüngste Äußerungen von Bundesaußenminister Klaus Kinkel. Kinkel hatte den hohen Anteil des Agrarbudgets am Gesamthaushalt der EU kritisiert.

Kinkel: ‚Die derzeitige Aufteilung des EU-Haushaltes paßt ins 19. und nicht ins 21.Jahrhundert. Es kann nicht auf Dauer sein, daß die Technologieregion Europa die Hälfte ihrer Haushaltsmittel in den Agrarsektor steckt, für die Forschung aber weniger als vier Prozent übrig bleiben.‘

DBV-Präsident Sonnleitner betonte hingegen, der Außenminister wisse sehr wohl, daß die Gemeinsame Agrarpolitik bis heute der einzige voll vergemeinschaftlichte Bereich sei und damit automatisch einen höheren Budgetanteil aufweise. In den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten liegen die Ausgaben für die Agrarpolitik nach Sonnleitner unter 2%.

Nachwachsende Rohstoffe für die chemische Industrie

Themen: Archiv,NaWaRos — info @ 10:07

Oldenburg (agrar.de) – Rund 10% beträgt der Anteil nachwachsender Rohstoffe am Gesamtrohstoffbedarf der chemischen Industrie, also rund 1,8 Millionen Tonnen pro Jahr.

Das berichtet die Landwirtschaftskammer Weser-Ems. Demnach verarbeitet die chemische Industrie in Deutschland derzeit pro Jahr: – 900.000 t Öle und Fette (Palm-, Kokos- und Rapsöl sowie Talg) – 530.000 t Stärke – 250.000 t Zellulose – 32.000 t Zucker

22. Juli 1998

Flächenverbrauch bundesweit bei 120 ha pro Tag

Themen: Archiv — info @ 16:07

Berlin (agrar.de) – Trotz eines Bestandes an Brachflächen von bis zu 12% der Gesamtfläche der deutschen Gemeinden, werden pro Tag bundesweit 120 ha neuer Fläche versiegelt oder verbaut.

Dabei sei ein Flächenrecycling, also die Wiederbebauung innerstädtischer Brachen, in der Gesamtbetrachtung ökologisch vorteilhafter und ökonomisch effizienter. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Studie der Aachener Ingenieurgesellschaft focon und der WCI Umwelttechnik (Wenningsen) im Auftrag des Umweltbundesamtes.

Die Studie räumt mit dem hartnäckingen Vorurteil auf, die Neuansiedlung auf der ‚grünen Wiese‘ sei in jedem Fall wirtschaftlicher. Die Verringerung des Flächenverbrauchs ist ein gemeinsames Ziel der Umweltpolitik, Stadtentwicklung und Landesplanung.

Das Bundesumweltministerium hat das Thema in ihr umweltpolitisches Schwerpunktprogramm ‚Nachhaltige Entwicklung in Deutschland‘ vom April 1998 aufgenommen.

Santer bedauert Bocklets Äußerungen

Themen: Archiv — info @ 14:07

Brüssel (agrar.de) – Der Präsident der Europäischen Kommission, Jaques Santer, hat die Vorschläge der Kommission zur Agrarreform verteidigt. Sie seinen angesichts der Erweiterung der Union unumgänglich.

Die Kritik der Landwirtschaft an der Agenda 2000 halte er für weit übertrieben. ‚Ich bedaure es, daß manche Verbandsvertreter jetzt mit falschen Zahlen argumentieren und vor drastischen Einkommenseinbußen der Landwirte warnen. Nach unsere Berechnunen wird das Einkommen der Landwirte in Bayern bei realistischer Einschätzung zumindest gleichbleiben und bei günstiger Marktentwicklung sogar steigen‘ sagte Santer beim Verbandstag des bayrischen Genossenschaftsverbandes in München.

Er ging damit auf Äußerungen des bayrischen Landwirtschaftsministers Reinhold Bocklet bei einer Sitzung des Ausschusses der Regionen ein. Bocklet zufolge ‚…beschwört der einseitige Ansatz zur Reform der europäischen Landwirtschaft die doppelte Gefahr dramatischer Einkommenseinbußen für die Bauern und das Ende des europäischen Agrarmodells herauf…‘.

21. Juli 1998

Agenda 2000 für Europäische Regionen unannehmbar

Themen: Archiv — info @ 13:07

Brüssel (agrar.de) – In einer dreistündigen, hitzigen Diskussion mit EU-Agrarkommissar Franz Fischler diskutierten Mitglieder des Ausschusses der Regionen die Vorschläge der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

‚Meine größte Sorge ist, daß der Reformentwurf nur eine einzige Lösung anbietet: die Preissenkung‘ sagte Robert Savy, Präsident der französischen Region Limousin und erster stellvertretender Vorsitzender der Fachkommission Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Savy bezeichnete es als unannehmbar, daß die EU-Kommission in ihren Vorschlägen ‚alles über einen Kamm schere‘.

‚Die Folgen der GAP-Reform werden in jeder Region anders sein, je nach Art der landwirtschaftlichen Tätigkeit und der Produktpalette. Ein Vorgehen nach Schema F ist daher nicht angebracht‘, so Savy. Bevor eine endgültige Einigung möglich sei, müsse untersucht werden, wie sich die Reform in den einzelnen Regionen auswirke.

Bayern befürchtet drastische Einkommensverluste durch Agenda 2000

Themen: Archiv — info @ 13:07

Brüssel (agrar.de) – Schwere Vorwürfe gegen die geplante Reform der Europäischen Agrarpolitik erhob der bayrische Landwirtschaftsminister Reinhold Bocklet (CSU).

‚Der einseitige Ansatz zur Reform der europäischen Landwirtschaft beschwört die doppelte Gefahr dramatischer Einkommenseinbußen für die Bauern und das Ende des europäischen Agrarmodells herauf‘ sagte Bocklet bei einer Sitzung des Ausschusses der Regionen in Brüssel.

20. Juli 1998

EDEKA-Nord greift Etikettierungsverordnung für Rindfleisch an

Themen: Archiv — info @ 15:07

Neumünster (agrar.de) – Roland Ferber, Chef der Qualitätssicherung der Fleischwerke EDEKA Nord GmbH, hat das Anfang Juli inkraft getretene System zur Etikettierung von Rindfleisch scharf kritisiert.

‚Die Etikettierungsregeln sind viel zu lasch. Die aufwendige Etikettierung gaukelt dem Verbraucher vor, daß das erfaßte Stück Fleisch immer bis zum Einzeltier zurückverfolgt werden kann, dessen Geburtsort, Mäster und Schlachter genau bekannt sind.

Das ist aber nicht der Fall‘ sagte Ferber. Das räumte Presseberichten zufolge auch Dr. Michael Köhler vom Bonner Landwirtschaftsministerium ein. In der Kritik steht vor allem die Tatsache, daß der durch die Landwirtschaft mit Kosten zwischen 5 und 10 DM pro Tier teuer erbrachte Einzeltiernachweis (wir berichteten) bei der weiteren Schlachthofverarbeitung wieder verloren geht.

Dort werden aus 40-50 und mehr Einzeltieren sogenannte Chargen gebildet. Schwere Vorwürfe erhebt EDEKA-Mann Ferber gegen die Fleischindustrie. Offenbar solle einfach weiter gemauschelt werden. So habe sich der Viehhandel habe sogar komplett gegen die Etikettierung gestellt. Ebenso ein Teil der Schlachtunternehmen, die zur Auslastung ihrer Betriebe jedes Tier bräuchten.

US-Lebensmittelindustrie schaut Aufschwung hinterher

Themen: Archiv — info @ 12:07

New York (agrar.de) – Die US-Lebensmittelindustrie profitiert nicht von der überdurchschnittlich guten Konjunktur. Während sich Unternehmensergebnisse und Aktienwerte in ungeahnte Höhen emporschwingen, verzeichnet die amerikanische Lebensmittelindustrie sogar reale Wertverluste.

Das teilt der US-Börsendienst Bloomberg mit. Während die umsatzstärksten 500 US-Unternehmen allein seit März 1998 einen Zuwachs von 7% verzeichneten, ging der Branchenindex für Nhrungsmittelproduzenten um 0,8% zurück.

Die großen Markenhersteller wie Kellog, Nabisco oder Campell Soup verlören Marktanteile an Eigenmarken der Supermarktketten und No-Name-Konkurrenten. Grund sei das ungewöhnliche Einkaufverhalten der Verbraucher. Denn trotz langanhaltenden Aufschwungs schauten sie bei Lebensmitteln immer noch auf jeden Cent.

Markennamen als Internetadressen

Themen: Archiv — info @ 10:07

Karlsruhe (agrar.de) – Bekannte Markennamen dürfen nicht von fremden Anbietern als Internet-Adresse benutzt werden. Das hat das Oberlandesgericht Karlsruhe in einem Urteil vom 24.Juni entschieden.

18. Juli 1998

Streit zwischen Tierhaltern und Schlachtbetrieben

Themen: Archiv — info @ 16:07

Hannover (agrar.de) – Die neue Rindfleischetikettierungsverordnung führt in Niedersachsen offenbar zu Spannungen zwischen Tierhaltern und Schlachtbetrieben.

Dort hatten Schlachtbetriebe Tierhaltern die zusätzlichen Kosten der neuen Etikettierung von 5 bis 10 DM als Vorkosten in Rechnung gestellt. Der Niedersächsische Landvolkverband hat dieses Vorgehen scharf verurteilt. Er rief die Tierhalter auf, Schlachtviehabrechnungen genau zu prüfen und gegen Vorkostenbelastungen für die Rindfleischetikettierung vorzugehen. Gemäß der Durchführungsverordnung zum Vieh- und Fleischgesetz dürften die Vorkosten für die Erfassung, Verwiegung sowie Transport und Versicherungskosten lediglich denjenigen Betrag umfassen, um den der Preis frei Schlachtstätte verringert würde.

Zudem erbrächten Tierhalter durch die Rinderkennzeichnung bereits eine Vorleistung für das Etikettierungssystem. Weitere Kostenbelastungen könnten den Landwirten nicht aufgebürdet werden.

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