30. Juni 1998

Nitratemissionen: EU – Kommission mahnt Beitrittsländer

Themen: Archiv — info @ 15:06

Brüssel (agrar.de) – Der Schutz des Wasser gehört zu den wichtigsten sektorspezifischen Herausforderungen der Ost-Erweiterung der Europäischen Union. Doch bisher hat keines der Beitrittsländer nennenswerte Fortschritte bei der Umsetzung und Durchführung der Nitratrichtlinie erzielt.

Das hat die Europäische Kommission jetzt dem Europarat, dem Europäischen Parlament, dem Wirtschafts- und Sozialausschuß, dem Ausschuß der Regionen und den Kandidatenländern Mittel- und Osteuropas mitgeteilt (KOM(1998)294 endg.).

Angesichts des derzeitigen Rückgangs der landwirtschaftlichen Erzeugung und des Düngemitteleinsatzes sähen die Kandidatenländer diesen Punkt derzeit offenbar nicht als vorrangig an. Es sei jedoch wichtig, bereits jetzt die erforderlichen Managementstrukturen zu schaffen, um bei einer Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse die Eindämmung der Wasserverschmutzung durch Nitrat aus nicht punktförmigen Quellen in Angriff zu nehmen.

Elbtalaue: Normenkontrollklage gegen Nationalpark

Themen: Archiv — info @ 09:06

Hannover (agrar.de) – Ein niedersächsischer Landwirt hat jetzt ein Normenkontrollverfahren in Gang gebracht und Klage gegen den Nationalpark Elbtalaue erhoben.

Er wird dabei vom Niedersächsischen Landvolkverband, dem Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer sowie dem Verein zur Erhaltung der Kulturlandschaft im Elbetal unterstützt. Die Kläger bezweifeln, daß das betroffene Gebiet (11.900 ha) die Voraussetzungen für die Überführung in einen Nationalpark erfüllt.

Das schmale Band entlang der Elbe sei weder großräumig noch von Menschenhand unbeeinflußt.

29. Juni 1998

Öko-Landbau als Imageverbesserer der deutschen Landwirtschaft?

Themen: Archiv — info @ 15:06

Bonn (agrar.de) – Mit der Entwicklung einer bundeseinheitlichen Dachmarke will die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) die Absatzchancen von Lebensmitteln aus ökologischem Anbau verbessern.

Doch mit ihrem Öko-Engagement will die CMA offenbar auch der öffentlichen Kritik an der Landwirtschaft begegnen. Anläßlich der diesjährigen DLG-Feldtage auf Schloß Dyck im Rheinland erklärte die CMA: ‚…Eine besondere Bedeutung mißt die CMA in diesem Zusammenhang der Rolle der Medien bei. Entgegen dem Trend zu Sensations- und Krisenmeldungen interessieren sich die Journalisten auch für ‚good news‘ aus der Landwirtschaft. Dieser Bereitschaft muß die deutsche Agrarwirtschaft begegnen…‘.

Landwirtschaft wichtige Quelle von Treibhausgasen

Themen: Archiv — info @ 15:06

Brüssel (agrar.de) – Die Landwirtschaft ist Hauptquelle von zwei der drei wichtigsten Treibhausgase CO2, CH4, N2O). Zur Gesamtemission von Methan und Distickstoffoxid trägt die sie 45% bzw. 40,3% (1990) bei.

Das geht aus einer Mitteilung der Europäischen Kommission an den Europarat und das Europäische Parlament hervor (KOM(1998)353 endg.) Demnach könnten Land- und Forstwirtschaft könnten jedoch durch das Ersetzen von Primärenergie durch Biomasse und das Binden von CO2 auch positive Klimaeffekte erzielen.

Zur Reduzierung landwirtschaftlicher Emissionen fordert die EU-Kommission: – verstärkte Forschungstätigkeiten im Rahmen des fünften FTE-Rahmenpogramms – Nutzung geeigneter Aufforstungsmaßnahmen bei der Gestaltung des ländlichen Raumes – Förderung des Anbaus von Energiepflanzen im Rahmen freiwilliger Flächenstillegungen, – Diversifizierung der Stillegungsrate in der Non-Food-Erzeugung, – Erhöhung der Obergrenzen für staatliche Beihilfen Reduzierung der Methanemissionen durch verbesserte Lagerung und Bearbeitung von Gülle (Investitionsförderung), – Maßnahmen zur Förderung sparsameren Einsatzes und besserer Ausnützung von Mineraldüngern, – Förderung landwirtschaftlicher Bewirtschaftung mit geringem Input und Ausbau der Förderung für benachteiligte Regionen, – direkte Zahlungen durch die Mitgliedsstaaten

27. Juni 1998

Schlechte Noten für die Ernährungsinformation

Themen: Archiv — info @ 16:06

Bonn (agrar.de) – Fast 90% der Deutschen kritisieren die Qualität der Ernährungsinformation, die für 70% oft sehr widersprüchlich ist.

Das geht aus einer repräsentativen Befragung des Verbraucherausschusses beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BMELF) hervor. Im Juni nun sprach der Ausschuß seine Empfehlungen aus. Wichtige Forderungen: – Einführung eines Qualitätssiegels ‚Ernährungsberaterin / Ernährungsberater‘ unter einem einheitlichen Signet – Unterstützung öffentlich geförderte Einrichtungen der Ernährungsaufklärung, wenn sich diese nach DIN EN ISO 9000 ff. zertifizieren lassen – stärkere Ausschöpfung der elektronischen Medien, insbesondere des Internet – Neuausrichtung der Ernährungsaufklärung zur Ausprägung neuer Verhaltensweisen beim Essen, statt reiner Aufklärung – Verbesserung der Verständlichkeit von Angaben zu Nährwerten u.a. auf Lebensmitteln.

Deutschland führt den Rinderpaß ein

Themen: Archiv — info @ 16:06

Verden (agrar.de) – Ohne Paß dürfen Rinder zukünftig nicht mehr ‚reisen‘. Mit dem 1.Juli 1998 tritt ein neues Meldeverfahren für Rinder in Kraft. Danach dürfen ab 1.7.1998 in Deutschland geborene Tiere nur noch mit einem Rinderpaß in Verkehr gebracht werden. Die bisherigen Ohrmarken und Begleitpapiere verlieren mit diesem Datum ihre Gültigkeit.

Die Tierdaten werden zunächst in den einzelnen Bundesländern gespeichert und im Jahr 2000 in einer bundesweiten Datenbank zusammengefaßt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt müssen dann auch alle Tierbewegungen bis hin zur Schlachtung oder dem Tod des Tieres der Datenbank gemeldet werden.

Die Kosten des Meldeverfahrens tragen – über die Beiträge zur Tierseuchenkasse – die Rindviehhalter.

Deutsche Bauern erbringen mehr Agrar-Umweltleistungen

Themen: Archiv,Tiere,Umwelt — info @ 15:06

Bonn (agrar.de) – Mit 5,5 Millionen Hektar bewirtschaften deutsche Landwirte 1997 rund ein Drittel ihrer Flächen im Rahmen von Agrarumweltprogrammen – rund 5% mehr als im Vorjahr. Das teilt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BMELF) mit.

Darunter fielen Maßnahmen wie: Pflege von Feucht- und Bergwiesen, Anlegen von Ackerrandstreifen., Bewirtschaftung von Streuobstflächen, die Haltung gefährdeter Nutztierrassen sowie der ökologische Landbau. Für die Erbringung solcher Agrar-Umweltleistungen zahlten Brüssel, Bund und Länder den Landwirten im vergangenen Jahr 883 Millionen DM.

Grundförderung: 2,5 Mio.ha, 196.000 ha weniger als 1996 Grünland: 1,47 Mio.ha, 107.000 ha mehr als 1996 Ackerbau: 1,13 Mio.ha, 260.000 mehr als 1996 Öko-Landbau: 230.000 ha Naturschutz: 83.000 ha

Naturland-Verband kritisiert EU-Biokontrollen in Israel

Themen: Archiv — info @ 13:06

Gräfelfing (agrar.de) – Die Praxis der Drittlandzulassung beim internationalen Handel mit ökologischen Lebensmitteln hat der Naturlandverband scharf kritisiert.

Anlaß ist ein Bericht des Handelsblattes nachdem israelische Biobauern jahrelang mit chemisch-synthetischen Pestiziden und Mineraldünger erzeugtes Gemüse als Öko-Ware nach Europa geliefert haben sollen. Beide Stoffgruppen sind laut EU-Bio-Verordnung (VO 2092/91/EWG) jedoch verboten.

Naturland fordert eine unverzügliche Überprüfung der Drittlandliste durch die EU-Kommission und eine Streichung von Ländern, die gegen die Auflagen verstoßen.

Europäische Umweltagentur kritisiert Agenda 2000

Themen: Archiv — info @ 12:06

Kopenhagen (agrar.de) – Die Erfordernisse des Umweltschutzes kommen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu kurz. Zu dieser Auffassung gelangt die Europäische Umweltagentur (EUA) in ihrem soeben vorgelegten zweiten Lagebericht an die Europäische Kommission.

Von der Umsetzung des GATT-Abkommens und einer GAP-Reform erhofft sich die EUA eine Rationalisierung und Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion sowie die weitere Reduzierung der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Die EU-Kommission bewertet die EUA Stellungnahme als Unterstützung ihrer Reformvorschläge für die GAP im Rahmen der Agenda 2000. Vorrangige Ziele der Neuordnung sei die Umstellung der Landwirtschaft auf eine langfristig nachhaltige Bewirtschaftung mit einer geringeren Belastung von Böden und Gewässern.

23. Juni 1998

Agrar-Umweltleistungen: mehr Markt oder mehr Dirigismus?

Themen: Archiv — info @ 10:06

Witzenhausen/Bonn (agrar.de) – ‚Niemand – schon gar nicht die Europäische Kommission – hätte etwas dagegen, wenn die Landwirte ihre Einkommen am Markt erzielen würden und nicht von höheren Subventionen abhängig sein wollten. Das würde allerdings bedeuten, daß die Preise echte Marktpreise sein müßten, was heute keineswegs der Fall ist.

Ich verstehe den Widerwillen des Erzeugers gegen eine Ausrichtung, die sich auf landschaftspflegerische Elemente stützt, aber wir wollen uns nicht einreden, daß Erzeugung mehr Markt bedeutet als Landschaftspflege‘.

Das sagte Monika Wulf-Mathies, für Regionalentwicklung zuständige EU-Kommissarin bei einer Konferenz des Deutschen Bauernverbandes und des Deutschen Landkreistages im April 1998.

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