26. Mai 1998

Agenda 2000: AbL und NABU legen neue EU-Agrarreform-Stellungnahme vor

Themen: Archiv — info @ 11:05

Bonn (agrar.de) -‚Wir brauchen eine Offensive für Arbeit und Umwelt in der Agrarpolitik‘, so äußerten sich übereinstimmend die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und des Naturschutzbundes NABU vor der Bonner Presse anläßlich der bevorstehenden Sondertagung der Bund-Länderagrarministerkonferenz. Beide Organisationen halten den Agrarreformvorschlag der EU-Kommission ‚für einen Schritt in die richtige Richtung.‘

Die AGENDA 2000 bietet den Mitgliedsstaaten der EU und in Deutschland den Bundesländern die Chance, Umwelt- und Naturschutz mit Agrarpolitik zu verknüpfen,‘ erklärte NABU-Geschäftsführer Gerd Billen. Es wären Entwicklungsprogramme möglich, die nach den Bedürfnissen der Regionen erstellt und durchgeführt werden können, erläuterte Billen. Erforderlich sei jedoch eine deutliche Aufstockung der finanziellen Mittel zur Entwicklung der ländliche Räume. Es gehe vor allem darum, die Agrarumweltprogramme der EU weiter auszubauen und ökologisch wertvolle Gebiete in die Förderung der sogenannten benachteiligten Gebiete einzubeziehen. Billen forderte Bund und Länder auf, sich für eine konsequente Umsetzung der von der Kommission vorgeschlagenen ‚horizontalen‘ Maßnahmen einzusetzen: ‚Die Einhaltung ökologischer Kriterien als Voraussetzung für die Agrarförderung ist längst überfällig,‘ so Billen.

Positiv bewertete es der AbL-Bundesvorsitzender Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, daß die EU-Kommission den AbL-Vorschlag aufgenommen habe, die soziale Abstaffelung der Prämien an dem Arbeitskraftbesatz der landwirtschaftlichen Betriebe zu bemessen. ‚Mit eine sozialen Staffelung der Prämien können Arbeitsplätze in der Landwirtschaft gesichert und neue geschaffen werden,‘ so der AbL-Vorsitzende. Je mehr Menschen auf den Betrieben von der Landwirtschaft leben, desto höher sind auch die ausgezahlten Prämien, so das Prinzip des AbL-Vorschlags. AbL und NABU sprachen sich gemeinsam für die Stärkung der Grünlandbetriebe und für eine Grünlandprämie aus.

‚Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll; es sind politische Signale für die Milchbauern, die Grünlandregionen und für eine vielfältige Kulturlandschaft durch aktive Landwirtschaft in Europa,‘ so der AbL-Bundesvorsitzende. Kritisch sehen beide Organisationen, daß die EU-Kommission noch zu stark auf die Weltmarktorientierung für die Landwirtschaft setzt, statt sie deutlicher auf den europäischen Binnenmarkt und auf die regionalen Märkte auszurichten. Beide Organisationen forderten Agrarminister Borchert auf, seine Blockadehaltung in der Refomdebatte zu beenden. Statt sich für Arbeitsplätze und Umwelt in einer bäuerlichen Landwirtschaft einzusetzen, beharre Borchert auf der Milliardenverschwendung für die Großbetriebe und auf die Exportsubventionierung.

Für Rückfragen: Friedrich-Wilhelm Gräfe zu Baringdorf c/o AbL-Bundesgeschaeftsstelle Marienfelder Str. 14 33378 Rheda-Wiedenbrueck Tel. 05242-48476 oder -48185

Gerd Billen c/o NABU-Bundesgeschäftsstelle Herbert-Rabius-Str. 26 53225 Bonn Tel. 0228-975610 oder 9756140




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