28. Oktober 1997

Agrarflächen: sinkende Kaufpreise – starkes West-Ost Gefälle

Themen: Archiv — info @ 16:10

Hannover (agrar.de) – Deutschlands Agrarflächen sind im vergangenen Jahr deutlich billiger geworden. Mit DM 20.329 kostete der Hektar im Bundesdurchschnitt rund vier Prozent weniger als 1995 (DM 21.280).

Während sich die Preise für Agrarflächen in den alten Bundesländern nur wenig verändern (DM 31.852, Vorjahr DM 32.178, Preisspitze 1981 DM 39.245), gaben sie in den neuen Ländern zuletzt kräftig nach. Durchschnittspreise von DM 6.474 bedeuteten hier ein Minus von 8% gegenüber 1995 (DM 7.060). In den alten Ländern sind bei geringer Bodenmobilität und zunehmendem Flächenbedarf keine wesentlichen Trendänderungen zu erwarten. In den neuen Ländern bleiben die Bodenpreise jedoch unter Druck.

Dem nach Klärung privater Eigentumsverhältnisse steigenden Angebot, steht eine durch geringe Eigenkapitalausstattung potentieller Käufer gedämpfte Nachfrage gegenüber. Ökologische Parameter, wie N-Gehalte oder Pestizidbelastungen waren bisher nur in Ausnahmefällen preisbildend.

El Niño: UN befürchtet ökologische Katastrophe

Themen: International,Klima — info @ 16:10

Genf (agrar.de) – Die Vereinten Nationen haben zwei Sonderkommissionen eingerichtet, um die Auswirkungen der pazifischen Wasserströmung El Niño zu untersuchen.

Das Welternährungsprogramm (WFP) erklärte, es gebe bereits alarmierende Zeichen, daß El Niño Dürren von Zentralamerika bis China auslösen wird. Der Welt stehe eine ökologische Katastrophe bevor. Die WFP-Kommission soll die Bedürfnisse der betroffenen Länder erfassen sowie finanzielle Hilfen organisieren und verteilen. Kritiker werfen der UN zu späte und zögerliche Reaktion vor.

24. Oktober 1997

Wasserschutz durch Ökologischen Landbau

Themen: Biolandbau,Medien,Wasser — info @ 14:10

BUND und AGÖL stellen Praxisleitfaden für die Wasserwirtschaft vor.

Bonn (agrar.de) – Ökologischer Landbau ist der beste Schutz für Gewässer und Trinkwasser. Bei der Pestizidbelastung, beim Nitrateintrag und bei der Bodenerosion schneidet der ökologische Landbau am besten ab. So lautet das Fazit eines jetzt in Bonn vorgestellten und von der Bundesumweltstiftung geförderten Projektes von BUND und AGÖL.

Laut Mitautor Dr.Guido Haas von der Universität Bonn hätten zahlreiche mehrjährige Untersuchungen gezeigt, daß Stickstoffeinträge von ökologisch bewirtschafteten Flächen deutlich zurückgegangen seien, während Einträge von konventinell bzw. sog. integriert bewirtschafteten Flächen, trotz zusätzlich honorierter Schutzmaßnahmen, im wesentlichen konstant geblieben seien.

Erste Praxiserfahrungen deutscher Versorgungsunternehmen stützen diese Einschätzung. So gingen haben Messungen des Oldenburgisch Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) die Nitratgehalte des Grundwassers unter ökologischem Landbau in rd. 3 Jahren von Anfangswerten zwischen 50 und 120 mg auf Werte zwischen 25mg und 30 mg zurück. Bei konventionell bewirtschafteten Flächen lagen sie im gleichen Zeitraum konstant zwischen 150 mg und 250 mg, berichtete Sabine Deking vom OOWV. Mit einem Nulleintrag an Pestiziden trete die Leistungsfähigkeit des ökologischen Landbaus für den Wasserschutz sogar noch drastischer zutage. Darauf wies Gerald Hermann, AGÖL Vorstandsmitglied, hin. Denn im ökologischen Landbau sei die Verwendung chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel generell verboten.

Deutsche Versorgungsunternehmen müssen immer mehr Mittel für die Wassersanierung aufbringen. Für Dr.Heike Otremba vom Bundesverband der Gas- und Wasserversorger (BGW) ist flächendeckender, vorsorgender Wasserschutz deshalb ein Gebot der Stunde. Inzwischen würden 17% des Wasserpreises von der Wasserentnahmegebühr verschlungen, unterstrich Otremba. Damit zahle der Verbraucher für die Wassersanierung jährlich rund 500 Mio. DM in die Kassen der Bundesländer. Für eine 4-köpfige Familie in Hessen entspräche dies z.B. 110.- DM pro Jahr. „Mit dem heute vorgelegten Leitfaden wollen wir statt teuerer Wassersanierungen, den vorsorgenden Wasserschutz fördern.

Der beste Weg dazu ist der ökologische Landbau, denn er kann den Schadstoffeintrag durch die Landwirtschaft in Gewässer und Grundwasser am wirkungsvollsten verhindern. Der ökologische Landbau bietet per se, was viele Einzelgesetze verlangen und das flächendeckend.“ sagte Prof.Dr.Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND. Der „Leitfaden Wasseschutz durch ökologischen Landbau“ kostet 39,80 DM plus 7,00 DM Versand und kann angefordert werden bei: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND),

Im Rheingarten 7, D-53182 Bonn, Tel.: 0228 / 40 09 722, Fax: 0228 / 40 09 740, e-mail: BUND@BUND.net Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau e.V. (AGÖL), Brnadschneise 1, D-64295 Darmstadt, Tel.: 06155 / 2081, Fax: 06155 / 2083, e-mail: AGOEL@t-online.de

Rexrodt für Agrar-Biotechnologie

Themen: Archiv,Gentechnik — info @ 10:10

Hannover (agrar.de) – Biotechnica: Rexrodt für Agrar-Biotechnologie „Wegen starker Aversionen in der Bevölkerung und heftiger Agitation von Ideologen hat die Branche große Teile ihrer Forschung und Produktion ins Ausland verlagert“ sagte Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt anlässlich der Biotechnica in Hannover.

Bei der alle zwei Jahre stattfindenden Biotechnologie-messe präsentieren sich 578 Firmen aus 22 Ländern, darunter 458 aus Deutschland. Die EU warnte der Minister vor einem folgenschweren Handelskonflikt mit den USA. Damit Mais- und Rapslieferungen der USA in die EU nicht blockiert würden, dränge die Bundesregierung, so Rexrodt, auf die Verbesserung der europäischen Zulassungeverfahren für gentechnisch veränderte Lebensmittel. Rexrodt: „Mit einem transatlantischen Handelskrieg wäre niemandem gedient“.

Agrarexporte hätten für die Amerikaner denselben Stellenwert wie Flugzeug-, Computer- oder Rüstungsexporte.

Hochgefährliche Chemikalien: Konvention greifbar nahe

Themen: Archiv — info @ 10:10

Rom, 24. Oktober – Bei einer weiteren Verhandlungsrunde über eine internationale Konvention zum Handel mit hochgefährlichen Chemikalien und Pflanzenschutzmittel, die am Freitag zu Ende gegangen ist, sind wichtige Fortschritte erzielt worden. „Nach dem erfolgreichen Treffen von Rom ist ein international bindendes Abkommen über hochgefährliche Substanzen in greifbare Nähe gerückt.

Für die noch ungelösten Fragen benötigen wir Kompromissbereitschaft. Die Konvention wird helfen, die mit diesen Chemikalien und Pestiziden verbundenen Gefahren zu verringern“, sagte die Konferenzvorsitzende Maria Celina de Azevedo Rodrigues aus Brasilien. Die Konvention soll eine Liste mit 22 Pflanzenschutzmitteln und fünf industriellen Chemikalien ablösen, die bislang für den internationalen Handel gilt, aber nicht völkerrechtlich bindend ist.

Das neue Abkommen dient dazu, den Handel mit Substanzen wie PCB, Lindan, Aldrin, Dieldrin und anderen hochgefährlichen Pflanzenschutzmitteln wie Monocrotophos und Parathion besser überwachen und langfristig eindämmen zu können.

Hochgefährliche chemische Substanzen, die in einigen Staaten verboten sind oder deren Verbreitung stark eingeschränkt ist, dürfen nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Importländer geliefert werden. An diesem freiwilligen Verfahren (Prior Informed Consent, PIC) nehmen derzeit 154 Staaten teil. Die Länder vereinbarten nun in Rom, dass die neue Konvention die PIC-Liste übernehmen wird. Für die Ausfuhr anerkannt gefährlicher Substanzen wird es eine Mitteilungspflicht geben.

Die Entwicklungsländer werden die Möglichkeit haben, weitere gesundheitsgefährdende Pflanzenschutzmittel auf die Liste zu setzen. In vielen Entwicklungsländern führt der Einsatz von hochgefährlichen Pflanzenschutzmitteln zu Vergiftungen und Todesfällen. In diesen Ländern gibt es kaum Schutzkleidung und -geräte, oder sie können wegen des Klimas nicht benutzt werden.

Die Industriestaaten erklärten sich in Rom bereit, die Entwicklunsgländer mit technischer Hilfe bei der Umsetzung der Chemikalien-Konvention zu unterstützen. An der Konferenz, die von der Welternährungsorganisation (FAO) und dem UN-Umweltprogramm veranstaltet wurde, nahmen rund 100 Länder teil. Die abschliessende Zwischenstaatliche-Konferenz ist für Januar in Brüssel geplant.

In der Mongolei immer mehr Unterernährte

Themen: Archiv,International — info @ 09:10

FAO: Besonders Kinder gefährdet

Rom, (FAO) – In der Mongolei spitzt sich nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) die Ernährungskrise zu. Rund 143 000 Menschen seien dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Es wachse die Zahl der armen Menschen, deren Ernährungssituation sich dramatisch verschlechtere, hiess es in einem FAO-Bericht. Nach den Wirtschaftsreformen hätten Armut und Arbeitslosigkeit in der Mongolei zugenommen, der Konsum sei gesunken, es habe Einschnitte ins soziale Netz und bei den sozialen Dienstleistungen gegeben.

Am meisten davon betroffen seien Arbeitslose, alte Menschen, Frauen, Kinder, Rentner und Hirten, deren Kaufkraft wegen der hohen Inflation deutlich gesunken sei. Rund 450 000 Menschen, das sind 20 Prozent der Bevölkerung, sind nach Angaben der FAO arm. „Ohne Hilfe werden diese Menschen, besonders eine immer grössere Zahl von Strassenkindern, in Zukunft grosse Not leiden“, so die FAO. Bei Kindern sei die chronische Unterernährung mittlerweile auf 25 Prozent gestiegen.

Die Armen würden zunehmend billigere und weniger nährstoffreiche Lebensmittel essen. Der Übergang von einer zentral gesteuerten Plan- zur Marktwirtschaft und die eingestellte technische und wirtschaftliche Hilfe seitens der früheren UdSSR habe die Landwirtschaft schwer getroffen. Seit 1990 seien die Erträge dramatisch gesunken, so die FAO. Für 1997 werde mit einer Weizenernte in Höhe von 282 000 Tonnen gerechnet, etwa 28 Prozent mehr als 1996. Trotz dieses Zuwachses, der vor allem auf ausreichenden Regen zurückzuführen sei, erreiche die Produktion aber nur 40 Prozent des Niveaus Ende der 80er Jahre. Die Situation sei auf die hohe Verschuldung der Mongolei, den verminderten Zugang zu Krediten, hohe Zinsen sowie einen starken Mangel an Betriebsmitteln zurückzuführen, hiess es in dem Bericht. Die FAO-Experten hatten sich rund zwei Wochen im Land aufgehalten. In der Viehproduktion, auf die immerhin 88 Prozent des landwirtschaftlichen Bruttoertrags entfallen, wurden die grossen staatlichen Betriebe privatisiert.

Dies habe bei der Infrastruktur zu grossen Problemen geführt: Brunnen funktionierten nicht mehr, die Veterinärdienste seien verringert worden, die Futtererzeugung sei gesunken, die Vermarktung sei unterentwickelt und Investitionskapital kaum vorhanden oder unbezahlbar. Die Mongolei benötige für 1997/98 rund 90 000 Tonnen Nahrungsmittelhilfe, so die FAO. Etwa 23 000 sollten den absolut Armen als Nothilfe zur Verfügung gestellt werden.

22. Oktober 1997

CAP: Agrarausgaben weiterhin Spitzenreiter

Themen: Archiv — info @ 16:10

Brüssel (agrar.de) – Ausgaben für die gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union bleibt mit einem Anteil von rd. 45% (329,2 Mrd. ECU) auch im Zeitraum 2000-2006 der größte Ausgabenposten des EU-Haushaltes. Der Beitritt neuer itgliedstaaten schlägt dabei jedoch nur mit 18,8 Mrd. ECU zubuche.

Ausschuß der Regionen: ländliche Umweltpolitik stärken

Themen: Archiv — info @ 10:10

Brüssel (agrar.de) – Der Ausschuß der Regionen, die Interessenvertretung der regionalen und lokalen Gebietskörperschaften in der Europäischen Union, begrüßt, daß die gemeinsame Agrarpolitik der europäischen Union künftig weniger Gewicht auf Preisstützung legen und dafür eine stärkere Ausrichtung auf ländliche Entwicklungs- und Umweltpolitik besitzen wird.

Regionen und Gemeinden für mehr Umweltschutz in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 09:10

Brüssel (agrar.de) – Die Regionen und Gemeinden Europas wollen mehr Umweltschutz in der Landwirtschaft. Das geht aus einer Stellungnahme des Ausschusses der Regionen (AdR) zur Agenda 2000 vom 15.10.1997 hervor. Umweltschutz in der Landwirtschaft mißt der AdR demnach große Bedeutung für die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums bei.

Der AdR unterstützt den Vorschlag der Kommission, entsprechende Maßnahmen auszubauen und gezielt durch Aufstockung der Haushaltsmittel sowie ggf. durch höhere Kofinanzierungsansätze zu fördern. Bei einer regionalen Verwaltung dieser Maßnahmen geht der AdR von einer besseren Kohärenz zwischen diesen Umweltinstrumenten und den übrigen Strukturinstrumenten im ländlichen Raum aus.

Der Ausschuß der Regionen vertritt die Interessen lokaler und regionaler Gebietskörperschaften in der Europäischen Union. Für Deutschland sind dies 16 Bundesländer, 444 Kreise (darunter 115 kreisfreie Städte) und 14.727 Gemeinden.

21. Oktober 1997

„TELEFOOD“ – Kampagne erreichte rund 100 Millionen Zuschauer

Themen: Archiv — info @ 13:10

Rom,(FAO) – Rund 100 Millionen Fernsehzuschauer in 60 Ländern haben am Sonntag die erste internationale TV-Kampagne gegen Hunger und Unterernährung verfolgt. „Telefood“, eine Initiative der UN-Welternährungsorganisation (FAO), wurde vom italienischen Fernsehsender RAI übertragen.

Wie die FAO mitteilte, gingen während der Sendung rund 1,5 Millionen Dollar an Spenden ein, mit denen kleine Entwicklungsprojekte unterstützt werden sollen. Höhepunkt der rund achteinhalbstündigen Übertragung war ein Konzert im Audienzsaal des Vatikans mit Andrea Bocelli, José Careras, Michael Bolton und dem italienischen Rockstar Zucchero. Mit Direktschaltungen nach Marokko und Senegal, Filmbeiträgen über Entwicklungsprojekte und mit Diskussionsrunden war zuvor über Hunger und Armut und das Schicksal von rund 800 Millionen unterernährter Menschen, darunter 200 Millionen Kinder, informiert worden.

Der internationale Satellitenbetreiber Intelsat ermöglichte die kostenlose Übertragung in viele Entwicklungsländer. Nach vorläufigen Angaben der FAO spendeten die Zuschauer in Italien rund 1,2 Millionen Dollar und in Spanien etwa 250 000 Dollar. In Haiti, einem der ärmsten Staaten der Erde, waren es 26 000 Dollar. FAO-Generaldirektor Jacques Diouf sagte nach der Sendung: „Wir müssen weltweit über die Ursachen von Hunger und Unterernährung sowie Ernährungssicherung aufklären, so dass niemand die Realität des Hungers ignorieren kann“.

Er bedankte sich bei den Spendern und sicherte zu, dass mit dem Geld kleine angepasste Agrarprojekte in den ärmsten Staaten bezahlt werden sollen. Die „Telefood“-Kampagne im nächsten Jahr werde darüber berichten, wozu die Spenden ausgegeben worden seien. „Wir wollen den Menschen die Möglichkeit geben, selbst Nahrung zu erzeugen und unabhängig von Nahrungsmittelhilfe zu werden“, sagte Diouf. „Telefood“ gehört zu den Initiativen, die die FAO nach dem Welternährungsgipfel im vergangenen November gestartet hat. Staatschefs und Regierungsvertreter aus 186 Ländern hatten beschlossen, die Zahl der rund 800 Millionen Unterernährten bis zum Jahre 2015 zu halbieren.

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